Zwei Babys kommen tot zur Welt - mit Corona infiziert

Die Fälle ähneln sich: In Israel haben zwei Schwangere das Spital aufgesucht, weil sie plötzlich keine Bewegungen ihres Babys mehr spürten. Dort erfuhren sie, dass ihr Nachwuchs im Mutterleib verstorben war.
Die Fälle ähneln sich: In Israel haben zwei Schwangere das Spital aufgesucht, weil sie plötzlich keine Bewegungen ihres Babys mehr spürten. Dort erfuhren sie, dass ihr Nachwuchs im Mutterleib verstorben war.Getty Images/iStockphoto
Eine Covid-19-Ansteckung im Mutterleib ist sehr selten - doch es mehren sich die Anzeichen, dass es tödliche Folgen haben kann.

Traurige Nachrichten aus dem Land, das in punkto Impfung alle anderen Nationen abgehängt hat: In Israel wurden nun zwei Fälle bekannt, in denen hochschwangere Frauen sogenannte Sternenkinder zur Welt gebracht haben. Bei beiden Totgeburten, das zeigten nachträgliche Untersuchungen, lag eine Covid-19-Infektion vor.

Infiziert hatten sich die Föten bei den Müttern. Beide gaben nach der stillen Geburt an, nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein und sich während der Schwangerschaft mit dem Sars-CoV-2 angesteckt zu haben.

Plötzlich keine Bewegungen mehr gespürt

Wie die "Jerusalem Post" schreibt, habe eine der Frauen, eine 26-Jährige, in der 36. Schwangerschaftswoche plötzlich keine Kindsbewegungen mehr gespürt und sei deshalb zur Kontrolle ins Meir Hospital in Kfar Saba gegangen. Dort wurde der Tod des Ungeborenen festgestellt. Laut dem Spital kann ein Zusammenhang zwischen der Infektion und der Totgeburt nicht ausgeschlossen werden.

Bereits einen Monat zuvor wurde ein ähnlicher Fall aus Ashdod gemeldet. Dort hatte eine 29-Jährige ihr Baby in der 25. Schwangerschaftswoche verloren. Auch sie hatte in den Tagen zuvor typische Covid-19-Symptome gezeigt und plötzlich die Bewegungen des Fötus vermisst. Im Spital habe man nur noch seinen Tod feststellen können. "Der Fötus wurde über die Plazenta infiziert und ist mit sehr hoher Sicherheit am Coronavirus gestorben", zitiert "The Times of Isreal" Tal Brosh, den Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am Assuta-Krankenhaus in Ashdod.

Schwangere, Mütter und Babys im Spital

Zwar geben nur zwischen ein und drei Prozent der infizierten Mütter das Virus an ihr Ungeborenes weiter, so Geburtshelfer und Gynäkologe Arnon Wiznitzer aus Petah Tikva. Aber auch dieser kleine Prozentsatz sei ein gutes Argument dafür, sich als Schwangere unbedingt impfenzu lassen, heißt es in der "Jerusalem Post". In Österreich ist der Impfstoff zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht für schwangere und stillende Frauen zugelassen.

Dass werdende Mütter jedoch durchaus zur Risikogruppe zählen, zeigt auch ein gerade veröffentlichter Bericht des israelischen Gesundheitsministeriums. Demnach ist die Zahl der schwangeren Frauen und Kinder im Spital während dieser dritten Welle auf ein noch nie dagewesenes Niveau angestiegen. So seien derzeit 39 Schwangere oder frischgebackene Mütter hospitalisiert. Zehn davon befinden sich in kritischem Zustand, acht werden intubiert. Zwei von ihnen sind zusätzlich an eine extrakorporale Membranoxygenierungsmaschine (ECMO) angeschlossen – ein Gerät, dass das Blut der Betroffenen aus dem Körper hinaus leitet, dort mit Sauerstoff anreichert und es anschließend wieder in den Körper zurückführt.

Auch 25 Kinder unter 18 Jahren seien im Spital – fünf davon Neugeborene, drei von ihnen in kritischem Zustand.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account 20 Minuten Time| Akt:
SchwangerschaftBabyCorona-ImpfungCoronavirus

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen