Zwei Jahre Haft für Salzburger Aldi-Erpresser

Der 61-jähriger Salzburger, der 2012 von der Supermarktkette Aldi 15 Millionen US-Dollar (11,59 Millionen Euro) erpressen wollte, ist am Mittwoch am Duisburger Landgericht zu zwei Jahren und zehn Monaten unbedingter Haft verurteilt worden. Er wurde der versuchten räuberischen Erpressung schuldig gesprochen. Er hatte bei Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt.

Der Salzburger hatte von 21. Juni bis 6. September 2012 von seiner Wahlheimat Thailand aus 15 Millionen US-Dollar von der deutschen Supermarktkette gefordert. Ansonsten werde er vergiftete Lebensmittel in Filialen auslegen lassen, hatte der Salzburger dem Discounter gedroht.

Der Angeklagte gab zu, . In seinen Schlussworten habe der Beschuldigte heute vor der Urteilsverkündigung die Verantwortung für die Tat übernommen und sich auch entschuldigt, sagte Bernhard Kuchler, Sprecher des Landgerichts Duisburg, zur APA.

Urteil rechtskräftig

Die Staatsanwaltschaft hatte im Schlussplädoyer eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten gefordert. Verteidiger Hans Reinhardt bat um ein mildes Urteil. Nach dem Schuldspruch wurde allerseits auf Rechtsmittel verzichtet.

Das Gericht sei unter Berücksichtigung des Geständnisses und der wenig professionellen Tatausführung von einem minderschweren Fall der räuberischen Erpressung ausgegangen, der Strafrahmen betrage hierbei sechs Monate bis fünf Jahre Haft, erläuterte Kuchler. Die Strafzumessung für den 61-Jährigen liege damit im Mittelfeld. Der Mann ist in Österreich mehrmals vorbestraft. Die Verurteilungen würden aber schon eine längere Zeit zurückliegen und seien von dem Gericht nicht besonders berücksichtigt worden, sagte der Gerichtssprecher.

"Nur die Verhandlungen geführt"

Zum Prozessauftakt am 15. Mai hatte der Salzburger erklärt, : "Ich habe nur die Verhandlungen geführt", sagte er zu den zwei Berufsrichtern und zwei Schöffen. Die Richter schenkten diesen Angaben jedoch keinen Glauben. Gegen Ende des Prozesses soll der 61-Jährige an dieser Version auch nicht mehr festgehalten haben, hieß es aus dem Landgericht.

"Naiver" Versuch

Verteidiger Reinhardt bezeichnete den Erpressungsversuch als "naiv", da sein Mandant die E-Mails von seinem eigenen Computer verschickt habe. Die Aufdeckung seiner Identität sei deshalb nur eine Frage der Zeit gewesen. Der Salzburger wurde am 13. November 2012 im Badeort Pattaya von der thailändischen Polizei aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen und im Dezember nach Deutschland ausgeliefert. Seither saß er in der Justizvollzugsanstalt Duisburg in Untersuchungshaft.

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