Die Umweltorganisation Greenpeace meldet neue Hinweise auf eine Asbestbelastung im Südburgenland. Laut der Organisation seien in Staubproben "zweifelsfrei" Asbestfasern nachgewiesen worden.
Parallel dazu laufen noch Auswertungen von Untersuchungen des Landes Burgenland rund um die bereits geschlossenen Steinbrüche.
Das Land hatte zuletzt eigene Luftmessungen durchführen lassen. Dabei sei an einzelnen Standorten eine gewisse Asbestbelastung festgestellt worden, erklärte die vom Land eingesetzte Taskforce im Februar. Da alle gemessenen Werte jedoch unter dem Richtwert von 1.000 Fasern pro Kubikmeter lagen, bestehe derzeit keine akute Gefahr.
Greenpeace führte nun zusätzlich Staubabdruckproben durch und untersuchte auch Pflanzen auf mögliche Asbestfasern. Der höchste gemessene Wert wurde laut der Organisation in Badersdorf festgestellt. Auf einem Gartenzaun seien dort 280 Asbestfasern pro Quadratzentimeter nachgewiesen worden. Oberflächen gelten laut Greenpeace bereits ab mehr als 100 Fasern pro Quadratzentimeter als "deutlich mit Asbest belastet".
"Die massive Asbestbelastung im weiteren Umkreis des (geschlossenen, Anm.) Steinbruchs Badersdorfs zeigt, dass über die Luft unzählige Asbestfasern in die umliegenden Dörfer getragen wurden. Das ist höchst alarmierend für die betroffenen Anrainerinnen und Anrainer", erklärte Greenpeace-Sprecher Stefan Stadler.
Im Unterschied zu reinen Luftmessungen könnten Oberflächenproben zeigen, ob sich Fasern dauerhaft abgesetzt hätten. Auch in Pflanzenproben in der Nähe des Steinbruchs sei ein Asbestanteil von bis zu fünf Prozent festgestellt worden. Eine ähnliche Konzentration finde sich laut Greenpeace etwa in asbesthaltigem Fliesenkleber.
Weitere Staubabdruckproben wurden auch in Oberwart genommen. Beim Einkaufszentrum EO Einkaufszentrum Oberwart seien etwa 40 Fasern pro Quadratzentimeter am Eingang gemessen worden.
Greenpeace fordert nun vom Land Burgenland mehrere Maßnahmen: Die betroffenen Steinbrüche sollen dauerhaft geschlossen bleiben, für belastete Dörfer brauche es Sanierungskonzepte sowie ein regelmäßiges Monitoring der Asbestfasern. Außerdem verlangt die Organisation ein Gesundheitsmonitoring für die Bevölkerung.
Das Land Burgenland hat unterdessen Gesteinsproben aus den geschlossenen Steinbrüchen entnommen. Zudem wurde GeoSphere Austria mit Ausbreitungsrechnungen rund um die Steinbrüche beauftragt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind noch in Auswertung. Geplant ist außerdem, die Luftmessungen unter wärmeren Bedingungen zu wiederholen.