Notre-Dame

18. April 2019 05:31; Akt: 18.04.2019 08:32 Print

30 Minuten fehlten bis zur kompletten Zerstörung

von J. Michner - Am dritten Tag nach dem Brand in der Kathedrale wird das Ausmaß der Verwüstung durch Drohnen-Bilder deutlich. Es hätte nicht viel gefehlt und Notre-Dame wäre völlig zerstört worden.

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Hätte Notre-Dame nur "15 bis 30 Minuten" länger gebrannt, dann wäre die Kathedrale vollkommen zerstört gewesen, erklärte Laurent Nunez, Staatssekretär im französischen Innenministerium.

Katastrophe

Wie knapp man vor der Katastrophe stand, wird deutlich, wenn man Luftaufnahmen betrachtet, die von der russischen Drohnen-Pilotin Lana Sator gemacht worden sind. Klaffende Löcher im Dach des Längs- und des Querschiffs und dort, wo der Vierungsturm gestanden hat, umringt von einem Baugerüst für die Restaurationsarbeiten.

Die beginnen nun quasi von neuem, wofür immer mehr Spenden in Millionenhöhe von Unternehmen eintrudeln. Doch
diese Generosität stößt in Frankreich nicht nur auf Dankbarkeit, sondern auch auf harsche Kritik seitens der Gewerkschaften und der Gelbwesten-Bewegung.

Kampf gegen Elite

Zusammen kämpfen sie seit Monaten gegen die aus ihrer Sicht abgehobene Elite rund um Präsident Emmanuel Macron und fordern mehr soziale Gerechtigkeit. Sie empfinden es als Schlag ins Gesicht, dass Superreiche und ihre Konzerne innerhalb nur eines Tages eine Milliarde Euro für den Wiederaufbau eines Gebäudes zur Verfügung stellen (alleine 200 Mio. Euro von Louis Vuitton und 100 Mio. Euro von L’Oréal), aber nicht für die Bevölkerung.

Wenn sie dazu "in der Lage sind, sollen sie aufhören, uns zu erzählen, dass es kein Geld für die soziale Notlage gibt", sagte Philippe Martinez, Anführer der Industriegewerkschaft CGT.

Denn für Spenden gibt es in Frankreich bis zu 66 Prozent Steuerabzug – dieses Geld würde dann der Staatskasse fehlen. Als Reaktion darauf kündigte der Konzern Kering (u.a. Gucci, Saint Laurent) an, man werde bei seiner Spende von 100 Mio. Euro auf den zustehenden Steuernachlass verzichten.

Game "Assassin’s Creed" kann bei Wiederaufbau helfen

Noch gibt es natürlich keine Details zum geplanten Wiederaufbau von Notre-Dame, aber eines ist klar: Die originalen Baupläne aus den Jahren 1163 bis 1345 sind aufgrund ihres Alters nur bedingt verwendbar.

Hilfe könnte es aber von einem Computerspiel geben: Für Ubisofts "Assassin’s Creed: Unity" (2014) arbeiteten die Designer zwei Jahre lang daran, die Kathedrale so detailliert und genau wie möglich nachzubauen.

Außerdem vermaß der verstorbene Kunsthistoriker Andrew Tallon Notre-Dame im Jahr 2015 vollständig mit Lasergeräten und erstellte eine 3D-Karte mit 5 Millimeter Genauigkeit.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 18.04.2019 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spenden

    Ich gebe den Gelbwesten und anderen Protestanten vollkommen Recht! Wie ich schon mal gepostet habe, ist es eine Frechheit das so viel Geld für eine abgebrannte Kirche "bereitsteht" und eben für Menschen die es wirklich dringend nötig haben, keinen einzigen Cent! Und dann können die Spender 66% davon wieder "zurückholen" welches dann aus der Steuerkassa fehlt (wenn ich das richtig gelesen hab). Kein Wunder das Geld Fehlt! Einfach nur Traurig die heutige Zeit.

  • S.Oliver am 18.04.2019 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nur um ein Gebäude!

    Egal was Gläubige da mit rein interpretieren. Es bleibt nur ein Gebäude. Selbst wenn es total abgebrannt wäre, bliebe immer noch die emotional so wertvolle Stätte auf der wieder was aufgebaut werden könnte. Stätten Gläubiger aller Religionen sind schon immer zerstört und wieder aufgebaut worden. Nichts ist für die Ewigkeit. Ein Armutszeugnis für uns Menschen zu sehen, wie schnell Geld zusammenkommt wenn es um den Aufbau solcher Prestige Objekte geht, für vieles Wichtigeres, aber kein Geld da ist. Alles eine Frage der Sichtweise. Schlimme Emotionshysterie.

  • Alex am 18.04.2019 07:02 Report Diesen Beitrag melden

    was ich mich Frage...

    ..ist, warum gibt es in so einem wertvollen Gebäude keine Brandschutz Anlage? Oder gab es die und sie war nur unzureichend dimensioniert?! Ich hoffe auf jeden Fall, dass der Wiederaufbau schnell und professionell durchgeführt wird. Bitte nicht wieder aus Holz, sondern Stahl - so kann man die nächste Katastrophe vielleicht verhindern.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • chraska am 19.04.2019 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Kleines Kirchlein statt Angeberdom?

    Das Gemäuer gehört der armen Kirche. Muß die fechten gehen, damit sie wieder das Riesenhaus, das sicher nicht so groß sein muß, aufgebaut werden kann.Tolle Leistung so eine Spendenaktion. Mit Klingelbeutel? Warum läßt man nicht nur die Türme für die Nachwelt stehen, baut eine kleine Kirche von eigenen kargen Geldmitteln. Gott hätte sicher nichts dagegen. Mag er vielleicht lieber ein kleines Häuschen, in das aber nur Leute kommen, die ihn mögen.....Na, vielleicht Wohnungen zum Vermieten??

  • o a am 18.04.2019 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    herr

    Am Besten die 3 D Karten im 3D Drucker ausdrucken lassen.

  • Isabella am 18.04.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoffe

    Das diese Berichterstattungen bald ein Ende haben weil das Theater was da wegen dem Brand aufgeführt wird ist nicht mehr normal. Man kann es nicht mehr hören die Leute tun ja so als wäre es ein Weltuntergang

  • S.Oliver am 18.04.2019 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nur um ein Gebäude!

    Egal was Gläubige da mit rein interpretieren. Es bleibt nur ein Gebäude. Selbst wenn es total abgebrannt wäre, bliebe immer noch die emotional so wertvolle Stätte auf der wieder was aufgebaut werden könnte. Stätten Gläubiger aller Religionen sind schon immer zerstört und wieder aufgebaut worden. Nichts ist für die Ewigkeit. Ein Armutszeugnis für uns Menschen zu sehen, wie schnell Geld zusammenkommt wenn es um den Aufbau solcher Prestige Objekte geht, für vieles Wichtigeres, aber kein Geld da ist. Alles eine Frage der Sichtweise. Schlimme Emotionshysterie.

  • Markus am 18.04.2019 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spenden

    Ich gebe den Gelbwesten und anderen Protestanten vollkommen Recht! Wie ich schon mal gepostet habe, ist es eine Frechheit das so viel Geld für eine abgebrannte Kirche "bereitsteht" und eben für Menschen die es wirklich dringend nötig haben, keinen einzigen Cent! Und dann können die Spender 66% davon wieder "zurückholen" welches dann aus der Steuerkassa fehlt (wenn ich das richtig gelesen hab). Kein Wunder das Geld Fehlt! Einfach nur Traurig die heutige Zeit.