Rechtfertigung

29. März 2018 11:00; Akt: 29.03.2018 15:04 Print

FPÖ zu Champagner-Gate: Es waren die Franzosen!

"Mir schmeckt Champagner ja gar nicht." Harald Vilimsky und die FPÖ wollen mit dem Champagner-Konsum ihrer EU-Fraktion nichts zu tun haben.

Harald Vilimsky kann es nicht gewesen sein - ihm schmeckt kein Champagner. (Bild: picturedesk.com)

Harald Vilimsky kann es nicht gewesen sein - ihm schmeckt kein Champagner. (Bild: picturedesk.com)

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228 Flaschen Champagner soll die EU-Parlamentspraktion der Rechtspopulisten (ENF) auf Steuerkosten getrunken haben. Auch die FPÖ gehört dieser Fraktion an, will aber nichts mit dem Schampus zu tun haben.

EU fordert Geld zurück
Wegen nicht gerechtfertigten Ausgaben auf Steuerzahlerkosten fordern die Budgetkontrollore fast eine halbe Million Euro zurück.

FPÖ-Delegationsleiter Harald Vilimsky bestreitet am Donnerstag jegliche Beteiligung daran. Die Franzosen (also Marine LePen vom Front National) haben die Bestellung aufgegeben. Champagner sei für die Franzosen ähnlich gebräuchlich wie Grüner Veltliner für die Österreicher, meint Vilimsky.

Auch nix getrunken
Vilimsky will auch keinen einzigen Tropfen des teuren Spritzweins getrunken haben. "Ich trinke keinen Champagner. Ich mag ihn vom Geschmack her nicht", sagt er.

Es wird Konsequenzen geben
Gleichzeitig räumte Vilimsky ein: "Die Kritik ist gerechtfertigt. Es wurden Konsequenzen gezogen."

Scharfe Kritik der SPÖ
An SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher ist die Nachricht, dass die ENF-Fraktion im EU-Parlament (zu der auch die FPÖ gehört) auf Steuergeld 228 Flaschen Champagner trank, nicht vorübergegangen.

Er wirft der FPÖ vor, "Wasser zu predigen und 228 Flaschen Champagner zu trinken". Dass die FPÖ im EU-Parlament gegen die Bekämpfung von Steuerbetrug, gegen eine Sozialunion und für eine deutsche Maut stimmten, lässt sich für Lercher - im Hinblick auf den Champagnerkonsum bei den 41 Fraktionssitzungen - nun endlich erklären.

Champagnergelage
Für die SPÖ ist der Skandal groß: "Die FPÖ tritt verbal immer gegen Politprivilegien auf, selbst gönnt man sich Champagnergelage auf Steuerzahlerkosten. Insgesamt mehr als 420.000 Euro aus den Abrechnungen der ENF werden von den Rechnungsprüfern beanstandet", erklärt Lercher.

Vilimsky-Rücktritt gefordert
Lercher will vor allem auch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky zur Verantwortung ziehen. Er ist stellvertretender Vorsitzender der ENF-Fraktion. Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, solle Vilimsky zurücktreten.

Auch Michel Reimon (Europäisches Parlament, Grüne) scherzt auf Twitter: "Die rechtsextreme Fraktion im EP hat in 41 Sitzungstagen 228 Flaschen Champagner getrunken. Auf Spesen. Darf ich ab nun "Schampus-Harry" zu Ihnen Sagen, Herr Vilimsky?"


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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vorname/Nachname am 29.03.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Der einzig

    grosse Skandal war die Regierungsarbeit der vergangenen Jahre. Unser Land ist ein Scherbenhaufen

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  • vallis am 29.03.2018 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Juncker als Vorbild

    Brauchen sich nicht zu rechtfertigen, möchte nicht wissen, wer und was sonst noch alles dort getrunken wird. Die eine Partei hackelt halt gerne an der FPÖ herum, sollen mal vor der eigenen Tür kehren.

  • sinnfrei ;x am 29.03.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Alkohol am Arbeitsplatz

    In einer Tageszeitung stand heute: 6 Flaschen pro Sitzung (im Durchschnitt).. Wozu erhalten die ein Gehalt? Damit sie dann zusätzlich auf unsere Kosten saufen?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • annabell am 30.03.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    ein prost auf unsere leut

    wasser predigen wein trinken, einfach rechte parteigenossen und das ganze immer wieder gerne

    • Max Maxin am 01.04.2018 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      EU Paradis

      sinnfrei : dort wird nicht gearbeitet darum gibt es Alkohol

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  • Franz Absberg am 30.03.2018 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Grösseres Sparpotential

    Löblich wenn man sparen will, aber weit mehr Ersparnis brächte, die Pendelpolitik zwischen Brüssel und Straßburg einzustellen!

    • Peter Pan am 31.03.2018 14:24 Report Diesen Beitrag melden

      Das wollen die Blauen nicht

      Da gab es bereits eine Abstimmung (2013) aus Kostengründen nur mehr in Brüssel zu tagen. Die FPÖ hat dagegen gestimmt. Mit Einsparungen hat man in dieser Partei nicht viel am Hut. Vielleicht bekommt man in Frankreich auch besseren Champagner und bessere Austern als in Brüssel. Ist daher aus Sicht der FPÖ verständlich.

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  • Lupo am 29.03.2018 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nur kan Aufstand !

    Die Alkoholiker brauchen doch den Nachschub ! Und ein Fasserl Schampus wird doch auf Regimentsunkosten noch drinnen sein.

    • Max Maxing am 30.03.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

      Scheinheilig

      Bei dieser Anzahl von Champagner wundern mich die Chaosverordnungen aus Brüssel nicht. Andere werden auch nicht nur Tafelwasser trinken. Eher nicht, oder Herr Juncker ?

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  • Resi am 29.03.2018 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    FPÖ ist anders

    Häuptling trinkt nur Wein, aber die FPÖler in der EU Champagner auf Steuerkosten. Das ist der Unterschied, von wegen Sauberpartei.

    • Lupo am 29.03.2018 16:58 Report Diesen Beitrag melden

      Der Bumsti

      will aber immer 3 Bier - so billig ist das auch wieder nicht.

    • Franz Absberg am 30.03.2018 14:59 Report Diesen Beitrag melden

      Lauda:"Der Neid is a Hund"

      Wieviel kostet der Veltliener von Häupl und der Retsina von Velasskou, und was wird Brauner bei ihren vielen Ballveranstaltungen mit Gatten trinken? Sicher nicht das gute Wiener Hochquellwasser!

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  • Gerda am 29.03.2018 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    geeee bitte

    es waren immer die anderen, liebe fpö. steht mal dazu...