VW 1500

06. Januar 2019 04:30; Akt: 04.01.2019 11:55 Print

Der 150'000-Dollar-Käfer

von B.v.Rotz - Für das Baujahr 1968 wurde der Käfer umfangreich erneuert, aber das alleine wäre noch kein Grund gewesen, ein Exemplar für viel Geld zu restaurieren.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Als der VW Käfer im Jahr 1967 zum wiederholten Male überarbeitet wurde, kommunizierte Volkswagen: "So viele Neuerungen gab es noch nie". Das hört sich heute seltsam an, denn gemeint waren gerade einmal 29 Verbesserungen an einem in die Jahre gekommenen Fahrzeug. Und diese Änderungen waren auch nicht der Grund, warum ein Amerikaner seinen Käfer praktisch vergoldete, aber davon später.

Die sichtbarsten und die wichtigsten Modifikationen, die Volkswagen dem Käfer für das Baujahr 1968 angedeihen ließ, waren den Amerikanern und ihren Sicherheitsvorschriften geschuldet.

Hierzu gehörten die neuen, höher montierten Stossfänger, die nun steiler stehenden Frontscheinwerfer, die größeren Rückleuchten, aber vor allem die Sicherheitslenksäule und die Zweikreisbremsanlage.

Die kleinen Verbesserungen
Neben den großen Anpassungen gab es aber auch viele kleine Neuerung beim Käfer. Allerdings kamen teilweise nur die teureren Varianten mit 1,3- und 1,5-Liter in den Genuss dieser Verbesserungen. So konnte man ab Herbst 1967 den Käfer von außen betanken, die Scheibenwischer in zwei verschiedenen Geschwindigkeiten laufen lassen, den Benzinstand durch eine Anzeige im Tachometer beobachten, die Frontscheibe von größeren Wischerblättern putzen lassen oder den rückwärtigen Verkehr in einem größeren Rückspiegel mit Klappgelenk beobachten.

Zudem war der Schalthebel nach hinten verlegt worden, womit man nun auch den ersten und dritten Gang ohne Verbeugung einlegen konnte. Der Handbremshebel rutschte gleichzeitig nach hinten und wurde wie der Schalthebel etwas kürzer.

Mehr Frischluft
Die Dreiecksfenster boten nun etwas mehr Schutz gegen Einbrecher, die Türen konnte man links und rechts mit Schlüssel öffnen. Und für das Handschuhfach gab es nun einen Drehknopf. Die Batterie hielt nun eine Spannung von 12 Volt, damit der Käfer auch nach langen und kalten Winternächten wieder problemlos zum Laufen kam. Für die heiße Sommerzeit schließlich gab es mehr Frischluft aus der Eintrittsöffnung vor der Windschutzscheibe.

Die Antriebstechnik wurde mit Ausnahme eines optimierten Vergasers unverändert gelassen, es blieb also bei 1.493 cm3 beim 1500er-Käfer und bei 44 DIN-PS, die bei 4.000 Umdrehungen anfielen. Auch am Drehmoment von 10,2 mkg (100 Nm), das bei 2.000 Umdrehungen anstand, änderte sich nichts. Warum auch, schließlich hieß es nicht umsonst: "Und läuft, und läuft, und läuft …." Gerade die Amerikaner waren begeisterte "Beetle"-Fans und so gelangte ein gewichtiger Anteil der Export-Käfer in die USA.

Emotionale Bindung
So wurde auch der abgebildete hellblaue VW 1500 in Arizona ausgeliefert und verblieb sein Leben lang im Besitze des Erstkäufers. Dass jener eine emotionale Bindung zu seinem ersten Auto entwickelte, lässt sich schon davon ableiten, dass er eine aufwändige Restaurierung in Auftrag gab.

Bei der Aufarbeitung des Käfers von 1968 wurde an nichts gespart. Alleine die Arbeiten an der Karosserie kosteten zusammen mit einer Komplettlackierung mehr als 60'000 Dollar.

Dazu kamen Ausgaben für die Überholung der gesamten Mechanik und die Aufarbeitung des Interieurs.

Am Schluss kamen Rechnungen von rund 140'000 Dollar zusammen, dazu müsste wohl auch noch der Wert des Käfers davor addiert werden. Seit der Restaurierung hat der Käfer keine 100 Meilen zurückgelegt, befindet sich also quasi in neuwertigem Zustand.

Nun kommt der VW 1500 unter den Hammer und dies sogar ohne Mindestpreis. USD 35.000 bis 50.000 hat die Firma RM/Sotheby's, die das Auto am 17. Januar 2019 in Arizona versteigern wird, als Wert geschätzt.

Weitere Informationen und Bilder gibt es auf www.zwischengas.com.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

Themen
Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PeterKarl am 06.01.2019 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der VW war echt super .

    1300cm2 und mindestens 15 Liter Super auf 100 km. Von Motoren hatte VW damals schon keine Ahnung.

    einklappen einklappen
  • Knut Randauch am 06.01.2019 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ich denke voll Wehmut an

    meinen 54er, die erste Serie mit EINEM Heckfenster. Ich bekam ihn 1976. Unter anderem besaß er in Exportausstattung schon 30 PS (!), 2. und 3. Gang synchronisiert, 1-Kreis-Hydraulikbremsen und eine verstärkte Lichtmaschine mit sagenhaften 160 W. Statt der Tankuhr gab es eine Meßlatte mit Literskala und einen Tankverschluß, zu groß für eine Hand. Schließlich tankte man damals noch aus Kübeln. Der Oktanzahlbedarf lag bei 75 ROZ. Ein Benzinhahn mit Reservestellung und eine Gasrolle waren auch noch üblich. Leider habe ich den Wagen hergegeben, aber er ist immer noch in Betrieb.

  • Crashcar am 06.01.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    DAS...

    ...war noch ein VW. Eine Qualität, von der heutzutage keinerlei Spuren mehr vorhanden sind. Da verrosten die Heckklappen schon im Prospekt. Und die Leuchten kann man als Aquarium verwenden... Tststs.....Alles schon gesehen. In mehreren Generationen des Jetta, Bora, Passat, Golf.... Aber man darf das auch ruhig positiv sehen...Von der Werkstattseite aus... VW hat es tatsächlich geschafft, dass die Werkstätten dauerhaft hochpreisigen Hochbetrieb haben:)

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Bert.K am 06.01.2019 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Da hat Jemand eine so stark emotionale Bindung zu seinem ersten Auto das er es um rund 140 000 $ restaurieren läßt und läßt es dann versteigern obwohl der Wert mit nur 35 000 - 50 000 $ geschätzt wird . Ich denke nicht das dies ein gewinnbringendes Geschäft wird .

  • vw am 06.01.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    alte zeit

    vw in allen fahrschulen, als lernfahrzeuge bzw als polizeiautos. das waren noch zeiten. fahrtüchtig waren vw, aber saukalt im winter. mir fehlen sie nicht, obwohl das cabrio war im sommer sehr luftig und angenehm...

    • Knut Randauch am 07.01.2019 08:42 Report Diesen Beitrag melden

      Ich hatte drei.

      Baujahr 1954, 1970 und 1984 (der war fabrikneu aus Sombreroland). Aber die Heizung funktionierte bei allen dreien. Der 70er existiert nicht mehr, aber die anderen beiden fahren noch.

    einklappen einklappen
  • Knut Randauch am 06.01.2019 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ich denke voll Wehmut an

    meinen 54er, die erste Serie mit EINEM Heckfenster. Ich bekam ihn 1976. Unter anderem besaß er in Exportausstattung schon 30 PS (!), 2. und 3. Gang synchronisiert, 1-Kreis-Hydraulikbremsen und eine verstärkte Lichtmaschine mit sagenhaften 160 W. Statt der Tankuhr gab es eine Meßlatte mit Literskala und einen Tankverschluß, zu groß für eine Hand. Schließlich tankte man damals noch aus Kübeln. Der Oktanzahlbedarf lag bei 75 ROZ. Ein Benzinhahn mit Reservestellung und eine Gasrolle waren auch noch üblich. Leider habe ich den Wagen hergegeben, aber er ist immer noch in Betrieb.

  • Wald4tler am 06.01.2019 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was besseres hat es nie gegeben

    Der Käfer ist das beste Auto mit dem Golf II das es jemals gab

    • Nörgler am 06.01.2019 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wald4tler

      Dem kann ich nur zustimmen. Ich fahre den ganzen Sommer über mit meinem Käfer, er bringt mich im Vergleich zu meinem 2014' Sharan IMMER, wenn auch langsamer zuverlässig von A nach B.

    einklappen einklappen
  • Crashcar am 06.01.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    DAS...

    ...war noch ein VW. Eine Qualität, von der heutzutage keinerlei Spuren mehr vorhanden sind. Da verrosten die Heckklappen schon im Prospekt. Und die Leuchten kann man als Aquarium verwenden... Tststs.....Alles schon gesehen. In mehreren Generationen des Jetta, Bora, Passat, Golf.... Aber man darf das auch ruhig positiv sehen...Von der Werkstattseite aus... VW hat es tatsächlich geschafft, dass die Werkstätten dauerhaft hochpreisigen Hochbetrieb haben:)