Versorgung gefährdet

12. Dezember 2017 14:19; Akt: 12.12.2017 15:56 Print

Italien ruft Notstand nach Gasexplosion in NÖ aus

Bei einer heftigen Explosion in einer Gasstation in Österreich ist mindestens eine Person gestorben. Die Gasversorgung in Europa ist gefährdet.

Bildstrecke im Grossformat »
Eine Explosion in der Gasstation in Baumgarten in der Gemeinde Weiden a.d. March (Bezirk Gänserndorf) am Dienstag, 12. Dezember 2017. Im Bild: Durch Hitze beschädigte Fahrzeuge am angrenzenden Parkplatz. Eine Gasleitung unter der Erde ist explodiert - die Ursache dafür ist noch unklar. Es ist die größte Gas-Katastrophe in der Geschichte Österreichs Eine unterirdische Pipeline detonierte Die Gasstation Baumgarten ist Österreichs größtes Verteilerzentrum für Erdgasimporte aus Russland und Norwegen So heftig war die Explosion, der Feuerball war kilometerweit zu sehen. Mit einer Jahreskapazität von 40 Milliarden Kubikmeter zählt die Gasstation zudem zu den wichtigsten Gasdrehscheiben Mitteleuropas, über sie wird vor allem Norditalien und Süddeutschland mit Erdgas versorgt Ein Kriseninterventionsteam ist vor Ort um weitere Personen zu betreuen. Feuerwehrsprecher Resperger berichtete von einer "ohrenbetäubenden Explosion" und einer heftigen Druckwelle. Die Gasstation ist die größte Übernahmestation für Erdgas in Österreich. Erdgas aus Russland, Norwegen und anderen Ländern wird hier übernommen, gemessen, geprüft und für den Weitertransport verdichtet. Blick auf die Unglücksstelle Die Bilanz bisher: 17 Leichtverletzte, ein Schwerverletzter, eine Person ist tot. Dichte Rauchschwaden über dem Katastrophengebiet. Die Feuerwehren zapften alle Hydranten an. Der Hauptbrandherd konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden. Die Gasversorgung ist laut einem Sprecher für Österreich gesichert. ARCHIVBILD ARCHIVBILD ARCHIVBILD ARCHIVBILD Rettungshubschrauber kreisen über der Gemeinde Baumgarten, Sirenen heulen, im Minutentakt rasen Feuerwehrfahrzeuge zur Unglücksstelle. Vertreter der Presse versammeln sich in Baumgarten. Die Explosion ereignete sich in einer Gasstation in Baumgarten in der Gemeinde Weiden a.d. March (Bezirk Gänserndorf). Pressekonferenz zur Explosion im Gelände der OMV in Niederösterreich.

Zum Thema
Fehler gesehen?

"Heute gab es einen Vorfall in einer Gasstation in Österreich, weshalb wir ein ernsthaftes Problem mit der Versorgung habe", sagt der italienische Wirtschaftsminister Carlo Calenda, wie italienische Nachrichtenagenturen berichten.

Italiens wichtigste Versorgungslinie für russisches Gas ist durch die vorübergehende Außerbetriebnahme der Station in Baumgarten unterbrochen.

Staatlicher Notstand

Weil die Sicherheit des italienischen Versorgungssystems nicht mehr gewährleistet sei, ruft der Wirtschaftsminister Carlo Calenda den staatlichen Notstand aus. Das berichten italienische Medien. Das Ministerium beruft sich auf die europäische Verordnung über den nationalen Notfallplan.

Der aktuelle Verbrauch könne zwar derzeit noch mit Hilfe der Reserven aus den italienischen Gasspeichern gedeckt werden. Ohne den Zufluss neuen Gases aus Russland kann die Versorgung aber nicht gewährleistet werden. Zudem wird nun eine zeitweilige Preisexplosion bis hin zu einer Verdoppelung befürchtet.

Fotos aus der Luft: So gewaltig ist die Zerstörung:

Luftaunahmen aus der OMV-Gasstation

Calenda wies zudem darauf hin, dass Italien zu sehr von russischem Gas aus einer wichtigen Pipeline abhängig sei. Er plädiert deshalb für eine zusätzliche Versorgungspipeline aus dem Aserbaidschan.

Versorgung in Österreich nicht gefährdet

Die Gasversorgung in Österreich ist durch den verheerenden Zwischenfall in Baumgarten derzeit nicht gefährdet. Ein Sprecher der OMV-Tochter Gas Connect, Andreas Rinofner, sagte gegenüber "heute.at", dass es bis auf weiteres keine Auswirkungen auf die Gaslieferungen geben werde.

Video: "heute.at"-Lokalaugenschein am Ort der Explosion -

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 12.12.2017 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    So leicht geht das?

    Ein Feuer in Gänserndorf und ganz Europa friert im Winter? Ich glaub ich stell doch lieber zusätzlich einen Holzofen auf. Wusste ich garnicht.

    einklappen einklappen
  • 1002Himmelszelt am 12.12.2017 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsamer "Unfall"

    Und, wer war der Urheber und was bezweckte der? Ah so, werden wir nie hören.

    einklappen einklappen
  • Wienerberg am 12.12.2017 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    zweifelhaft

    und die wahre Ursache wird man nie erfahren, schliesslich will man uns ja weis machen, das wir das sicherste Land sind.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • mcgyver am 12.12.2017 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Preiserhöhung

    "Die Gasversorgung in Österreich ist derzeit nicht gefährdet" Aber die Ausrede bzw. der Grund von zukünftigen Preiserhöhungen (Fernwärme, Benzin usw.) braucht nicht mehr gesucht werden!!!

  • Wienerberg am 12.12.2017 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    zweifelhaft

    und die wahre Ursache wird man nie erfahren, schliesslich will man uns ja weis machen, das wir das sicherste Land sind.

  • Alex am 12.12.2017 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    So leicht geht das?

    Ein Feuer in Gänserndorf und ganz Europa friert im Winter? Ich glaub ich stell doch lieber zusätzlich einen Holzofen auf. Wusste ich garnicht.

    • Hans am 12.12.2017 15:33 Report Diesen Beitrag melden

      Gut daran erinnert zu werden

      Ja, so leicht geht das. Und um das wieder in Gang zu bringen, braucht es echte Fachkräfte, Ingenieure und Monteure, die sich damit auskennen. Keine Soziologen, Juristen, Beamte, Hähnchengriller. Stellen Sie sich mal vor, diese Leute wären jetzt alle unzufrieden, krank, würden streiken oder gar auswandern ... Ich wette, bei Strom, Wasser und den Lebensmitteln ist es nicht anders.

    • da anton am 12.12.2017 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alex

      wir frieren nicht. 7 Grad plus Mitte Dezember. dank der Omv . :)

    • RobinH am 12.12.2017 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Alex

      : super unqualifizierte Antwort! Wien ist nicht Österreich und Österreich ist nicht ganz Europa - und überall dort hats +7 Grad im Winter

    • Alex am 13.12.2017 06:54 Report Diesen Beitrag melden

      @ RobinH

      Ich glaub ihnen is nicht bewusst was da gestern passiert is oder? So wie ich das sehe, hatten wir gestern unfassbares Glück, dass net mehr passiert is. Ich konnte das Feuer sogar von einem Dach in Mödling aus sehen, so groß war das. Das würde das ja nicht nur hunderte Millionen Haushalte betreffen sondern auch die Industrie und im Endeffekt auch die Infrastruktur. Nur weils gestern 7 Grad plus hatte heißt das nicht, dass es morgen nicht Minus 10 haben kann. Und glaubens mir, auch bei 7 Grad wird ihnen kalt werden zaus, außer sie san a Eisbär. Übrigens wars ein Kommentar und ka Antwort.

    einklappen einklappen
  • 1002Himmelszelt am 12.12.2017 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsamer "Unfall"

    Und, wer war der Urheber und was bezweckte der? Ah so, werden wir nie hören.

    • K. Zumtobel am 12.12.2017 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      Putin war schuld

      würde er uns kein Gas mehr liefern, dann wäre Baumgarten nicht in die Luft geflogen. So einfach ist das

    einklappen einklappen