Ende der Spekulationen

15. April 2019 15:46; Akt: 15.04.2019 15:49 Print

Autopsiebericht enthüllt, woran Julen wirklich starb

Fast zwei Wochen versuchten die Einsatzkräfte den abgestürzten Julen (2) noch lebendig zu retten – doch vergebens. Jetzt wurde der endgültige Autopsiebericht veröffentlicht.

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Musste sein zweites Kind zu Grabe tragen: José Rosellò an der Beerdigung seines zweijährigen Sohnes Julen. Victoria Garcia (l.), die Mutter von Julen, umringt von Polizei und Rettungskräften am frühen Samstagmorgen - kurz nach Bekanntwerden von Julens Tod. Familienangehörige von Julen in Totalán. Viele Menschen haben sich in der Nähe des Hauses eingefunden, nachdem der kleine Junge am frühen Samstagmorgen tot gefunden worden war. Ein Helikopter umkreist die Unglücksstelle. Am Abend wurde eine Mahnwache für den Buben abgehalten. Yulens Eltern beten, dass ihr Kind noch lebend gerettet werden kann. Mit diesen gewaltigen Bohrköpfen versuchen die Einsatzkräfte einen weiteren Schacht zu graben, um den kleinen Julen (2) zu retten. Nur rund drei Meter pro Stunde kommen die Bohrer im Erdreich vorwärts. Ein großer Felsbrocken verzögert die Grabungsarbeiten. Der neue Schacht muss zudem befestigt werden. Von seinem Boden sollen sich Bergarbeiter vorsichtig per Hand zur vermuteten Position des verschütteten Kindes vorgraben. Die maschinellen Grabungsarbeiten sollen bis Sonntagnachmittag (20. Jänner) fertiggestellt werden. Der staatlich beauftragte Ziviltechniker Angel Garcia erklärt Journalisten die Lage. Das ist das Loch in dem der kleine Julen (2) seit Sonntag gefangen ist. Seit Sonntag, 13. Jänner 2019, kämpfen mehr als einhundert Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettung in der südspanischen Provinz Malaga um das Leben des kleinen Julen. Der zweijährige Bub war beim Herumtollen in einen 110 Meter tiefen Brunnenschacht gefallen, als er mit seiner Familie im Gemeindegebiet von Tortala unterwegs war. Bei seinem Sturz stieß Julen noch einen gellenden Schrei aus, doch seitdem hat man nichts mehr von dem Buben gehört, denn der Schacht ... ... ist in einer Tiefe von rund 78 Metern durch nachgerutschten Sand blockiert. Dort wurden auch ein Häferl und ein Sackerl voller Süßigkeiten gefunden, die der Bub bei sich hatte. Die Rettung gestaltet sich als extrem schwierig: Das Bohrloch ... ... ist zu eng um einen Erwachsenen hinabzulassen und die Wände sind nicht befestigt. Jederzeit könnten weitere Erdmassen nachrutschen. Jetzt soll parallel ein weiterer Schacht gegraben werden, wie Polizeisprecher Bernardo Molto (im Bild) erklärt. Gleichzeitig versucht die Feuerwehr Erdreich rund um den Unglückschacht abzugraben. Minenarbeiter aus Asturien sind an der Suche beteiligt. Über 100 Retter sind im Dauereinsatz. Der Vater José in Tränen. Die Eltern sind verzweifelt: Bereits 2017 verloren sie einen drei Jahre alten Sohn. Auch Menschen, die die Familie nicht kennen, brechen in Tränen aus. Die ganze Region fiebert mit - und hofft auf Rettung. Dazu wurden Fachleute aus Nordspanien eingeflogen. Die Einsatzkräfte bohren seit Tagen an einem Tunnel quer zum Brunnen.

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Etwas mehr als drei Monate nach dem schrecklichen Unglück in der südspanischen Provinz Malaga liegt nun ein endgültiger Autospiebericht vor. Der kleine Julen (2) soll demnach unmittelbar nach seinem Sturz in den 72 Meter tiefen Brunnenschacht in Folge schwerer Kopfverletzungen verstorben sein. Er dürfte nur wenige Minuten überlebt haben.

Damit bestätigen die Gerichtsmediziner ihre erste Einschätzung, die nach der ersten Untersuchung des geborgenen Leichnams getroffen worden war.

Retter trifft keine Schuld an Tod

Gleichzeitig wird damit auch ein schlimmer Vorwurf entkräftet: Kritiker des Rettungseinsatzes, darunter der Architekt Jesus Maria Flores, hatten spekuliert, dass die Retter durch den Einsatz von Spitzhacken für Julens Tod verantwortlich sein könnten. Auch die Anwälte des Finca-Besitzers auf dessen Grundstück sich der illegale Schacht befindet, mit dieser These vor der zuständigen Richterin argumentiert.

Das sei aus zwei Gründen unmöglich, wie die "El Mundo" unter Berufung auf eine Quelle aus Justizkreisen schreibt. Zum Einen konnten bei der Obduktion keine entsprechenden Kopfverletzungen festgestellt werden. Und zum Anderen hätten die Retter erst rund vier Stunden nach Julens Absturz mit den Arbeiten mittels der Spitzhacken begonnen.

300 Retter im Einsatz

Fast zwei Wochen lang, von 13. bis 26. Jänner, hatten die Retter unter Aufbietung aller verfügbaren Kräfte versucht den kleinen Buben aus dem Brunnenschacht zu bergen. Julen war bei einem Spaziergang mit seinen Eltern im Gemeindegebiet von Totalán in das Loch gestürzt.

Weil dieses für jegliche Art von Bergung viel zu eng war, bohrten die rund 300 Einsatzkräfte einen Schacht parallel in die Tiefe zu der Stelle, an der das Kind vermutet worden war. Als in der Nacht auf den 26. Jänner schließlich der Durchbruch zum kleinen Julen gelang, war dieser bereits tot.

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    (rcp)

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    • eb am 15.04.2019 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Traurig

      Das war irgendwie klar.Seine Eltern hörten ihn kurz weinen und als er aufgehört hat war er gestorben.

    • Monika am 15.04.2019 21:46 Report Diesen Beitrag melden

      Traurig

      Es ist traurig, dass die Rettungskräfte überhaupt beschuldigt wurden. In meinen Augen eine absolute Frechheit!

    • sehr traurig am 15.04.2019 23:12 Report Diesen Beitrag melden

      mysteriös

      bei dem gezeigten, kleinen durchmesser muss ein kleinkind mit fest anliegenden armen hineinrutschen. für mich bleibt das ganze trotzdem mysteriös...

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    • sehr traurig am 15.04.2019 23:12 Report Diesen Beitrag melden

      mysteriös

      bei dem gezeigten, kleinen durchmesser muss ein kleinkind mit fest anliegenden armen hineinrutschen. für mich bleibt das ganze trotzdem mysteriös...

    • Monika am 15.04.2019 21:46 Report Diesen Beitrag melden

      Traurig

      Es ist traurig, dass die Rettungskräfte überhaupt beschuldigt wurden. In meinen Augen eine absolute Frechheit!

    • eb am 15.04.2019 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Traurig

      Das war irgendwie klar.Seine Eltern hörten ihn kurz weinen und als er aufgehört hat war er gestorben.