Bub (5) stirbt in Flammenhölle

31. Juli 2018 17:39; Akt: 31.07.2018 18:54 Print

"Opa, bitte komm und hol uns!"

Am Telefon flehte der Fünfjährige seinen Uropa um Hilfe an: Doch bevor dieser eintraf, hatte ein Waldbrand das Haus in Kalifornien bereits verschlungen und die Familie getötet.

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Ed Bledsoe (70) war gerade unterwegs Besorgungen machen, als er einen Anruf seiner Ehefrau erhielt. "Komm zurück", flehte sie ihn an. Ein Waldbrand kam dem Haus der Familie in Redding, Kalifornien, immer näher. Ebenfalls in der Leitung, der fünfjährige Urenkel des Paares.

"Er hat immer wieder gesagt: 'Opa, bitte komm und hol mich'", erzählt der 70-Jährige im Interview mit "CNN" mit gebrochener Stimme. Immer wieder versagt ihm die Stimme.

Doch obwohl er sofort umkehrte, schaffte es Ed Bledsoe nicht rechtzeitig zurück. Die Straßen waren blockiert und auch zu Fuß war wegen der immensen Hitze kein Durchkommen möglich. Alles was blieb, war der Kontakt über Telefon. "Er sagte: 'Komm mich holen... das Feuer kommt durch die Hintertür. Komm bitte, Opa'."

"Emily sagt: 'Ich liebe dich, Opa.' Oma hat gesagt: 'Ich liebe dich'", sagte der verängstigte Bub noch: "Ich liebe dich ... komm und hol uns". Es waren die letzten Worte, die Ed Bledsoe mit seiner Familie wechseln sollte.

Seine Frau Melody (70) und ihre beiden Urenkerl James (5) und Emily (4) wurden von den Flammen eingeschlossen. Sie und drei weitere Menschen starben, als der außer Kontrolle geratene Waldbrand ein riesiges Gebiet vernichtete.

"Hätte meine Familie nicht zurücklassen dürfen"

Zwei Tage später wurden ihre Leichen in den Trümmern des Hauses gefunden. Melody Bledsoe hatte die Kinder noch in nasse Leintücher eingewickelt, doch vergebens.

Die Familie habe nicht gewusst, dass sich das Feuer ihrem Haus näherte, klagt der Witwer. Es habe keinerlei Warnung von den Behörden gegeben. "Ich kann aber niemandem außer mir selbst die Schuld geben", so der 70-Jährige. "Ich hätte meine Familie nicht zurücklassen dürfen."

Waldbrand verändert sogar das Wetter

Seit einer Woche verwandelt das "Carr Fire" einen Teil Kaliforniens in eine Flammenhölle. Es soll am 23. Juli durch ein technisches Gebrechen an einem Fahrzeug entstanden sein. Nach Angaben von "CNN" und "Washington Post" wurden bereits mehr als 700 Gebäude zerstört, eine Fläche in der Größe Wiens ist schon abgebrannt. Anhaltende Trockenheit, starke Winde und das schwierige Terrain haben maßgeblich zur massiven Ausbreitung des Brandes beigetragen.

Der Waldbrand ist derart heiß, dass es sogar ein eigenes Wettersystem um sich erschaffen hat, das Voraussagen über seinen künftigen Verlauf zusätzlich erschwert. Wie gravierend die Auswirkungen sind, zeigt auch das Augenzeugenvideo unten. Darauf ist zu sehen, wie sich Luftmassen immer weiter eindrehen und einen Feuer-Tornado bilden.

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sochal am 31.07.2018 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein allergrößtes Mitgefühl

    Da muss man fast zu weinen beginnen bei den Zeilen. Ich wünsche dem Großvater alle Kraft der Welt, wobei ich nicht glaube dass man so einen Schicksalsschlag verkraften kann.

  • vater am 31.07.2018 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar!

    Ich bin selbst OPA, wenn ich das hier lese bricht mir das Herz, kann die Tränen nicht verbergen, Mein aufrichtiges Beileid und den beiden Kleinen einen schönen Platz im Himmel mit vielen Engeln und allen anderen Toten eine gute himmlische Reise in die Ewigkeit

    einklappen einklappen
  • Anonym am 31.07.2018 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Ach du lieber Gott, in was für einer Lage der Mann sich befinden muss. So etwas ist eines der schlimmsten Dinge, wenn man seine Familie unter solchen Umständen verliert. Und die armen kleinen Kinder.. so ein Tod muss qualvoll sein :( Wünsche den Angehörigen vorallem dem Mann alle Kraft der Welt!!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Yvonne Degirmenci am 01.08.2018 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Beileid

    Ich kann ihn Opa verstehen wie es ihm geht. Habe auch 2 Kindern verloren und komm heute noch nicht klar damit . Alles gute und mein Beileid vielll kraft.

  • dez am 01.08.2018 06:41 Report Diesen Beitrag melden

    tuz

    is tragisch keine Frage, aber sollte man nicht Feuerwehr und so vorher anrufen.

    • Yvonne Degirmenci am 01.08.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

      Opa bitte komm und bleib

      Wahnsinn das ist das schlimmste was es gibt. Habe auch 2kinder verloren. Und komm heute noch nicht klar damit. Alles alles gute den OPA und ganz viel Kraft.

    einklappen einklappen
  • Andrea am 01.08.2018 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehr traurig

    Wäre er geblieben, hätte er vermutlich auch niemanden retten können und wäre sogar selbst dabei gestorben. Arg find ich es nur von den Behörden, dass es keine Warnungen gab.

  • Dirk pfleger am 01.08.2018 00:52 Report Diesen Beitrag melden

    Vater

    Oh mein Gott der arme. Solchen Menschen muss geholfen werden. Was der Mann durchmachen muss ist hart. Er hat meinen Respekt.

  • Dirk Pfleger am 01.08.2018 00:48 Report Diesen Beitrag melden

    Vater

    Oh mein Gott der arme. Solchen Menschen muss geholfen werden. Was das für einen einzelnen bedeutet unvorstellbar. Der Mann hat meinen Respekt. Was das für einen einzelnen bedeutet kann man nicht in Worte fassen.