Kriegsreporter:

13. September 2017 07:05; Akt: 13.09.2017 07:06 Print

"Schlepper telefonieren mit den Hilfsschiffen"

Der Schweizer Kurt Pelda wirft Hilfsorganisationen Naivität vor: Sie seien mitverantwortlich für das Schleppergeschäft auf dem Mittelmeer.

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Hilfswerke sind mitverantwortlich für die Flüchtlingsströme, die über das Mittelmeer kommen: Diesen Vorwurf äußerste Kriegsreporter Kurt Pelda am Montagabend in der SRF-Sendung "Schawinski". Man habe dafür gesorgt, dass sich immer noch mehr Flüchtlinge auf gefährliche Fluchtrouten begeben, so der Journalist.

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"Für 98 Menschen, die NGOs gerettet haben, sind zwei ertrunken", so Pelda. Rechne man das hoch, würden es schnell Hunderte, Tausende Tote – "mit diesen Zahlen müssen die Hilfsorganisationen leben".

Pelda kritisiert, die NGOs hätten das Businessmodel der Schlepper nicht erkannt. Schlauchboote müssten mittlerweile nur noch 20 Kilometer aufs Meer hinausfahren, bis sie Schiffe von Hilfsorganisationen, aber auch europäische Marineschiffe erreichten. Eine Grafik lässt erkennen, dass Flüchtlinge tatsächlich immer weiter südlich aufgegriffen werden (siehe Bildstrecke).

"Taxiservice" nach Lampedusa

Schon die europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache (kurz Frontex) kritisierte private Helfer scharf, den Schleppern in die Hände zu spielen. Frontex habe aber schnell realisiert, dass ihr Engagement zu noch mehr Flüchtlingen auf dem Mittelmeer führt, sagt Pelda. Mittlerweile sind ihre Schiffe weiter nördlich stationiert.

In die Bresche seien nun aber eben die Privaten gesprungen. "Sie können sich einen ausgebildeten Steuermann, GPS und Satellitentelefon sparen", so Pelda. Ein Mitarbeiter der libyschen Küstenwache spricht in der Sendung von einem regelrechten "Taxiservice" nach Lampedusa.

Schlepper telefonieren mit Rettungsschiffen

Frontex-Chef Fabrice Leggeri sprach sogar von einer richtigen Zusammenarbeit zwischen Privaten und Schleppern. Pelda hat solches zwar nicht selbst erlebt, war aber in Libyen vor Ort und bestätigt: "Mir haben Schlepper klar gesagt, dass sie manchmal mit den Schiffen telefonieren, manchmal auch mit der Leitstelle in Rom."

Mit speziellen Apps ließen sich die Hilfsschiffe zudem orten. So sehen die Schlepper, wenn wieder ein frisch getanktes Boot in Sizilien oder Malta ablegt und in Richtung Libyen fährt. Das seien dann die Nächte, in denen die Schlepperboote ebenfalls auslaufen, so Pelda. Kein Schlepper wolle, dass seine Kunden umkommen. "Die Schlepper dürfen auf die Naivität der Hilfswerke vertrauen", so Pelda.

Beweis für solche gemeinsamen Geschäfte sei etwa auch ein Strafverfahren in Italien, das gegen eine Hilfsorganisation läuft, die angeblich zugelassen hat, dass Schlepper ihre Schlauchboote und Motoren zurücknehmen durften.

"Schlepper leben von Europas Abschottung"

"Unser Prinzip der Solidarität und Hilfe wird ganz einfach allgemein kriminalisiert", wehrt sich Regina Catambrone von der privaten Rettungsorganisation MOAS. Natürlich müsse man Fehler aufdecken, wenn solche gemacht würden. Sie fordert eine präzisere Aufklärung solcher Fälle.

Auch Amnesty International stellt in der Sendung klar: "Das Geschäft der Schlepper lebt von der Abschottung Europas. Ohne Rettungseinsätze der NGOs fliehen nicht weniger Menschen, aber es sterben viel mehr."

Pelda widerspricht: Es seien weniger Leute gekommen und "logischerweise auch weniger Leute gestorben". Dass das Image der Hilfswerke kaputtgehe, "ist auch richtig". Die Hilfswerke, etwa MSF sollten sich auf das konzentrieren, was sie am besten können, nämlich auf Kriegsverletzte und Krankheiten in Afrika. "Rettungseinsätze auf dem Meer gehören nicht dazu."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 13.09.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Identitäre wiesen darauf hin

    dass NGOs mit Schlepper zusammen arbeiten und wurden dafür als "rechtsextrem" betitelt u d ihr Schiff festgehalten. Vor Wochen hat Italiens Regierung den NGOs das Auslaufrn ihrer Schiffe verboten. Frontex weist daraufhin und jetzt auch ein Kriegsreporter. Und dann stellt sich Grün, SPÖ und NEOs hin und fordern eine Erhöhung der Gelder für NGOs. Wer hier das X am Wahlzettel macht, unterstützt eine Schleppermafia und macht sich mitschuldig.

  • Kieberer1100 am 13.09.2017 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Flüchtlinge...

    Flüchtling ist man nur so lange bis man die Grenze zum NACHBARLAND überschritten hat. Ab da ist jeder von ihnen nur mehr auf der Suche nach Milch und Honig.

  • Walter am 13.09.2017 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Frontex abschaffen

    Die Frontex sollte eigentlich die Grenzen sichern. Stattdessen fischt sie Flüchtlinge aus dem Wasser und bringt sie in die EU !

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mona am 13.09.2017 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat gewarnt?

    Aber aber hatten die bösen rechten wieder mal recht?

  • fuhrinat am 13.09.2017 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flüchtlinge

    Mich wundert auch das man so weit flüchtet. Wenn ich das nächste Land betrete das sicher ist bin ich doch froh

    • Arnoldo am 13.09.2017 17:49 Report Diesen Beitrag melden

      Vom Flüchtling zum Eroberer

      Weil die meisten keine Kriegs- sonder Wirtschaftsflüchtlinge sind und auch Islamische Eroberer die , wie selber sagen "Europa wird und gehören"

    einklappen einklappen
  • eine wienerin am 13.09.2017 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Irrsinn

    was sich das abspielt. Wenn ich mir vorstelle, daß das so weitergeht . . . : - /

  • Como am 13.09.2017 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Sofortige Sperre

    Das Mittelmeer muss mit militärischen Mitteln gesperrt werden und jeglicher Kontakt mit den NGOs abgebrochen werden. Die tragen gemeinsam mit den Schleppern die größte Schuld - traurig aber wahr, dass die (selbsternannten Retter) NGOs mit Verbrechern kooperieren.

  • Censorship am 13.09.2017 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Einstellung der öffentlichen Förderung?

    Na was für eine Neuigkeit, wenn Schlepper NGOs "Flüchtlinge" teilweise noch in den Hoheitsgewässern aufgabeln und anstatt die Schiffbrüchigen 10Km zurückzubringen lieber 200 Km nach Europa fahren.... So leid es mit tut, die NGOs sind ebenso Kriminelle, wie jene Österreicher, die Flüchtlinge mit dem Auto illegal über die Grenzen brachten... Eventuell bedarf es wirklich einmal einer drakonischen Bestrafung solcher Leute...