Erste Konsequenzen

30. Januar 2018 14:02; Akt: 30.01.2018 14:05 Print

Nach Abgastest-Skandal wirft VW nun Manager raus

Der Skandal um die umstrittene Studie über einen Abgastest mit Affen und Menschen zieht weiter Kreise. Volkswagen trifft erste personelle Konsequenzen.

Volkswagen steht in der Kritik. (Bild: picturedesk.com)

Volkswagen steht in der Kritik. (Bild: picturedesk.com)

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Die "Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" (EUGT) – eine von Volkswagen, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative – steht in Kritik, weil sie beim umstrittenen US-amerikanischen Lovelace Respiratory Research Institute (LRRI) eine Studie in Auftrag gegeben hat, im Rahmen derer Affen und Menschen über mehrere Stunden hinweg Abgase einatmen mussten. Die Tests sollten beweisen, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat.

Federführend war laut dem Studienleiter dabei VW. Der deutsche Autokonzern zieht angesichts des Skandals nun erste Konsequenzen und entlässt einen Manager. Thomas Steg, der für Außenbeziehungen und Nachhaltigkeit des Autobauers zuständig war, wird bis zur vollständigen Aufklärung der Angelegenheit von seinen Aufgaben entbunden. Das teilt Volkswagen am Dienstag in einem Statement mit. "Der Vorstand hat in seiner heutigen Sitzung das Angebot des Leiters der Konzern-Außenbeziehungen und Nachhaltigkeit, Dr. Thomas Steg, angenommen, ihn zu beurlauben", heißt es in dem Schreiben, das auf der Homepage von VW zu lesen ist.

"Wir sind dabei, die Arbeit der 2017 aufgelösten EUGT genau zu untersuchen und alle nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Herr Steg hat erklärt, die volle Verantwortung zu übernehmen. Dies respektiere ich", sagte der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen Aktiengesellschaft, Matthias Müller, am Dienstag. Die Untersuchungen der Vorgänge würden weiter mit Hochdruck vorangetrieben.

Die EU-Kommission hofft indes auf umgehende Antworten und zeigt sich über den Vorfall am Montagabend in Brüssel "schockiert". Man nehme zur Kenntnis, dass die deutschen Behörden den Fall nun untersuchen.

Mehr zum Thema:

>>> Affen für Abgas-Tests kosteten 2.800 Euro

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(ek)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Egon am 30.01.2018 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wann geht Matthias Müller?

    Er hat die Letztverantwortung! Hätte schon bei Aufkommen des Dieselabgasskandals hinausgeworfen werden sollen. Manche Menschen ververtauschen die Begriffe "Problem" und "Problemlösung".

  • Rechtliche Strafverfolgung am 30.01.2018 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kündigung

    Nur Kündigung? Der bekommt ganz sicherlich tolle Leistungen nach seiner Kündigung von VW nachgeschmissen, bzw. wurden die so rechtliche festgelegt. Diese Person soll strafrechtlich verfolgt werden. Weshalb ist es die NY Times, die es aufdecken? Haben wir nicht den Spiegel, der so etwas auch machen könnte. Habe immer mehr den Verdacht, dass die deutschen Medien die eigenen Konzerne nicht so richtig in die Mange nehmen, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht. Gibt keine unabhängige Presse bei uns :(

  • Renate aus Wien am 31.01.2018 05:37 Report Diesen Beitrag melden

    Boni

    Und bitte nicht auf die saftige Boni für die hohe Verantwortung blablabla nicht vergessen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • driver55 am 31.01.2018 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Abfertigungshöhe?

    Wie hoch sind die Abfertigungen der einzelnen Manager? Eine Offenlegung würde so manchen Käufer sicher von den Socken hauen!

  • Bertl Kral am 31.01.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Versuche an Menschen

    sind verwerflich, allerdings waren den Amis im jüngeren Atomzeitalter, und sogar jüngerer Zeit mittels Agrargiften oder Mikrowellenstrahlen,... wurscht ? Da wurden unzählige Soldaten und die Bevölkerung ungewollt und ohne es zu wissen, hoch gefährlicher Strahlungen ausgesetzt, um die Gefährlichkeit für die Menschheit erforschen zu können ! ALL solche Versuche sind verachtend und zu vermeiden, nicht nur wenn es andere Länder aus reiner Profifgier auch tun !

  • j.l. am 31.01.2018 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    fadenscheinig

    ich glaube nicht das die manager das ohne wissen der chefs durchgezogen haben, aber bauernopfer sind ja hoch modern. solche konzerne gehören geschlossen

  • Renate aus Wien am 31.01.2018 05:37 Report Diesen Beitrag melden

    Boni

    Und bitte nicht auf die saftige Boni für die hohe Verantwortung blablabla nicht vergessen.

  • Poidinger am 30.01.2018 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cheap Schewwi

    Das haben die Ami fein gemacht die grössten Dreckschleudern werden im eigenen Land erzeugt.