Buwog-Prozess Tag 9

10. Januar 2018 11:59; Akt: 10.01.2018 17:20 Print

"Bombe" geplatzt: Teilgeständnis widerlegt?

Paukenschlag am 9.Tag des Buwog-Prozesses. Grasser-Anwalt Ainedter will bewiesen haben, dass Hocheggers Aussagen nicht stimmen können.

Bildstrecke im Grossformat »
Grasser-Anwalt Manfred Ainedter ließ am Nachmittag seine "Bombe" platzen. Anwalt Amir Ahmed und Anwalt Michael Dohr vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und des Linzer Terminal Towers, am Mittwoch, 10. Jänner 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Die Angeklagten (v.l.) Ex-Immofinanz-Vorstand Christian Thornton, Karl Petrikovics und Peter Hochegger vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und des Linzer Terminal Towers, am Mittwoch, 10. Jänner 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Der Angeklagte Peter Hochegger vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und des Linzer Terminal Towers, am Mittwoch, 10. Jänner 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Angeklagter Karl-Heinz Grasser vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und des Linzer Terminal Towers, am Mittwoch, 10. Jänner 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Angeklagter Ex-Immofinanz-Vorstand Christian Thornton und Anwalt Lukas Kollmann vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und des Linzer Terminal Towers, am Mittwoch, 10. Jänner 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Anwalt Leonhard Kregcjk vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und des Linzer Terminal Towers, am Mittwoch, 10. Jänner 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Angeklagter Karl-Heinz Grasser vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und des Linzer Terminal Towers, am Mittwoch, 10. Jänner 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Anwalt Herbert Eichenseder vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und des Linzer Terminal Towers, am Mittwoch, 10. Jänner 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Die Staatsanwälte Alexander Marchart und Gerald Denk vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und des Linzer Terminal Towers, am Mittwoch, 10. Jänner 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Der Angeklagte Gerald Toifl, der Angeklagte Georg Starzer und Anwalt Herbert Eichenseder vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und des Linzer Terminal Towers, am Mittwoch, 10. Jänner 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die "Bombe", wie Grasser-Anwalt Manfred Ainedter es bezeichnete, platzte am Mittwoch um 14.50 Uhr. Er projiziert ein Dokument an die Wand, das beweisen soll, dass Hocheggers Teilgeständnis nicht stimmen kann.

Umfrage
Glauben Sie an die Unschuld der im Buwog-Prozess Angeklagten?
8 %
83 %
3 %
6 %
Insgesamt 6193 Teilnehmer

Es geht um das Treffen zwischen Meischbergers Bankberater W. aus Liechtenstein und Hochegger im Jahr 2005. Dort soll ihm W. laut Hochegger verraten haben, dass die drei Konten, auf die die Buwog-Provision floss, Grasser, Meischberger und Plech gehören. Hochegger sagt, das war im September.

Das ist die Essenz seines Teilgeständnisses, die eben auch Grassers Schuld beweisen soll.

"Man kann nicht zeigen, was es noch nicht gibt"
Das Dokument, das Ainedter nun zeigt, beweist aber seiner Meinung nach, dass zwei der Konten (die angeblich Meischberger und Plech gehören) erst später eröffnet wurden. Am 6. Dezember 2005 und im Oktober 2005. Das, was Hochegger durch den Bankberater W. gesehen haben will - nämlich Kontonummern und die Namen "Natalie" und "Karin" - kann er also gar nicht gesehen haben, argumentiert Ainedter. "Man kann Ihnen doch nichts zeigen, was es noch nicht gibt", sagt Ainedter.

Datum vielleicht falsch, Aussage nicht?
Hocheggers Replik: "Faktum ist, dabei bleibe ich, dass ich diesen Zettel vorgelegt bekommen habe. (...) Es könnte sein, dass der Termin, bei dem ich den Zettel sah, später stattgefunden hat (als er zunächst aussagte, Anm.)" Es bleibt abzuwarten, wie sich die Sache weiter entwickelt.

Doch auch die Stunden davor waren von einigen Highlights geprägt:

Rüffel am Anfang
Schon zu Beginn des Prozess sorgte Grasser-Anwalt Ainedter für Aufsehen. Die Schöffen haben der Richterin berichtet, dass er sie in der Pause angesprochen hätte und durchblicken hat lassen, dass er Details aus deren Privatleben kennt. Dafür wird er von der Richterin ermahnt, das darf er nicht. Ainedter bezeichnet das als halb so wild: "War nur Smalltalk", sagt er dazu.

Hochegger plaudert aus dem Nähkästchen
Für Erheiterung sorgte später Hocheggers Beschreibung eines Gespräches zwischen ihm und Meischberger. Das fand statt, als durchsickerte, dass er ein Geständnis ablegen will, am 15. Dezember, hier im Gerichtssaal.

"Peter, das kannst du nicht machen!"
Als Meischberger einen Tweet von Falter-Chefredakteur Florian Klenk sah, der über ein mögliches Geständnis Hocheggers spekulierte, ging Meischberger zu ihm und sagte: "Peter, das kannst du nicht machen, wo wir jetzt so gut liegen". Hocheggers Antwort: "Es gibt kein Wir. Jeder ist für seine Vergangenheit verantwortlich."

"Peter, das gewinnen wir!"
Grasser begegnete Hochegger am ersten Tag des Prozesses noch optimistisch. Er schüttelte ihm die Hand und sagte ihm - nach Hocheggers Beschreibung: "Peter, das gewinnen wir."

Chaotische Befragung
Vor dem Paukenschlag glich das mit Spannung erwartete Fragenfeuerwerk von Grasser Anwälten gegen Hochegger eher einem chaotischen Streit mit dem Staatsanwalt. Dieser war mit der Fragestellung von Norbert Wess nicht zufrieden, zum Schluss wurde sogar die Richterin laut.

Die Ausführungen von Ainedter und Wess (die nach langen Rede irgendwann in konkreten Fragen mündeten) zielten vor allem darauf ab, Hocheggers Glaubwürdigkeit zu erschüttern. Dazu wurden ihm Aussagen aus seiner Vergangenheit vorgehalten, wo er die angeblichen Involvierung Grassers schon erwähnen hätte können, aber nicht tat. Der Befragt ließ sich dadurch aber nicht von seiner Aussage abbringen und wirkte streckenweise genervt von den Fragen, die er - seiner Meinung nach - bereits ausreichend beantwortet hat.

Lesen Sie alle Details dieses spannenden Prozesstages im Live-Ticker nach:

Zum Liveticker im Popup

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

(csc)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AuchneMeinung am 10.01.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Normalerweise gehört ein solcher

    Advokat, genauso wie ein befangener Richter, seiner Aufgabe, entbunden. Schon alleine nur die Vorstellung, Schöffen zu kontaktieren, entsteht eine zu vermutende Absicht! Der Prozess wird vermutlich eh platzen. Wenn noch ein paar Schöffen ausfallen, ist der jetzige Prozess Geschichte. Dann geht das Ganze, in wer was ich für wieviel Monaten/Jahren wieder von Vorne los. Herr A. macht jedenfalls mit seiner Verhaltensweise seinem Berufsstand keinen Bärendienst. In Wahrheit will man weiterhin auf Zeit spielen, wer weiß vielleicht ergeben sich dann andere Dinge.

    einklappen einklappen
  • Max Mustermann am 10.01.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das hat aber gedauert heute

    Na schau - endlich!!!! Leoparden- und Pythonlook. Die Bardamen im Café Helga würden vor Neid erblassen.

  • Reini A. am 10.01.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Rufschädigung

    Herr Ainedter schädigt sich gerade selbst seinen Ruf. Bahnt sich hier vielleicht der nächste Prozess an, bei dem der Grasser- Anwalt ganz vorne sitzt? Etwa wegen Beihilfe und Bestechung?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Seitenblick am 11.01.2018 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    Turm schlägt Bauer

    Bauer auf C6. Turm schlägt Bauer. Jede Wette dass Hochegger ein ähnliches Schicksal erleidet wie Elsner. Die Bauern werden geschickt geopfert und sitzen ein, während die im Dunkeln frei gehen und sich die Beute teilen. Ein glattes Bauernopfer. Möchte wirklich gern wissen wie das gelaufen ist. Auf den Rechtstaat hoffe ich jedoch nicht. Den hat es im Fall BAWAG auch nicht gegeben. Der tatsächliche Dieb wird nicht mal einer genauen Befragung unterzogen. Die Richterin kriegt dann wahrscheinlich einen Ministerposten und gut isses. Jeder weiß es Keiner tut was dagegen.

  • Shaveskeer am 10.01.2018 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Shabeskeer

    Die grossen österreicher ,und die vorzeige italiener

  • Reini A. am 10.01.2018 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlung

    Und wie wird Herr Ainedter bezahlt? Mit Grassers Korruptionsgeldern?

  • The Toster am 10.01.2018 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant...

    Die Posts hier: da steht ein ex-FPÖ'ler vor Gericht, und schon Funktioniert hier schon die Taktik der FPÖ-Anwälte, die das österreichische Rechtssystem beschmutzen! Mit ihren Anzügen versuchen sie Abzulenken vom Wesentlichem, stoßen, meiner Meinung nach, gefährliche Drohungen gegen die Unabhängigen Schöffen aus, um sie dadurch Beeinflussen wollen, und für was interessiert ihr euch? Für die nebensächlichen Anzüge...

  • Reini A. am 10.01.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Rufschädigung

    Herr Ainedter schädigt sich gerade selbst seinen Ruf. Bahnt sich hier vielleicht der nächste Prozess an, bei dem der Grasser- Anwalt ganz vorne sitzt? Etwa wegen Beihilfe und Bestechung?

    • Seitenblick am 11.01.2018 06:32 Report Diesen Beitrag melden

      Ministerposten für die Richterin

      Ainedter wird diesen Prozess seinen Stempel aufdrücken. Die Richterin wird Ministerin. Wollen wir wetten?

    einklappen einklappen