Nokia 6.1 im Test

21. Juni 2018 11:00; Akt: 21.06.2018 11:54 Print

Der Einsteiger-Akkukönig sucht seinen Platz

Nach dem Nokia 7 Plus haben wir uns das neue Smartphone Nokia 6.1 zur Brust genommen. Das 279 Euro teure und starke Gerät sucht allerdings seinen Platz.

Bildstrecke im Grossformat »
Wie auch andere Modelle bietet das Nokia 6.1 das pure Android One ohne lästige Bloatware, dafür mit schnellen Updates. Abheben kann sich das Nokia 6.1 dennoch von seinen Nokia-Kollegen. Etwa durch das Aluminiumgehäuse, das eine Abwechslung zu den Kunststoff-Gehäusen in der unteren und den Glas-Gehäusen in den oberen Preisklassen darstellt. "Robust wie ein Panzer", bewirbt HMD das Gerät, was durchaus stimmt. Das Smartphone kann mehr einstecken als Konkurrenten, ist dafür aber auch anfälliger für Kratzer, klobiger, hat deutliche Kanten. Ein kleiner Hingucker ist die Zweifärbigkeit: Die abgefrästen Ränder sind mit einer anderen Farbe versehen, was das Smartphone edler wirken lässt. Die technischen Daten können sich ebenfalls durchaus sehen lassen. Im Inneren arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 630 Octa-Core-Prozessor mit wahlweise 3 oder 4 GB Arbeitsspeicher, der Akku ist 3.000 mAh stark, ... ... hinten knipst eine 16 Megapixel Kamera mit Zeiss-Optik oberhalb des Fingerabdruckscanners und vorne ist eine 8 Megapixel Selfie-Cam verbaut. Seine größte Stärke spiel das Nokia 6.1 beim integrierten Akku aus. Die "nur" 3.000 mAh täuschen, denn dank geradlinigen und unaufgeblähten Android One wird Leistung gespart. Wer das Smartphone intensiv nutzt, wird trotzdem bis zu drei Tage mit einer Ladung auskommen. Und dann ist das Gerät dank Schnellladung auch wieder rasch voll - 50 Prozent Ladung hat man innerhalb von 30 Minuten über den USB Typ-C-Anschluss (USB 2.0). Trotz Zeiss-Branding kann die Kameraqualität leider nicht mithalten. In dunklen Umgebungen sind zumindest im Automatikmodus kaum brauchbare Aufnahmen der 16 MP Hauptkamera möglich, der LED-Blitz hilft da nicht. Aber auch bei halbwegs gutem Licht sind Foto-Ausfälle dabei. Abhilfe schafft der angebotene Pro-Modus der Kamera, in dem mit den Lichteinstellungen gespielt werden kann. Bei Schärfe und Beleuchtung darf man sich deshalb keine Wunder erwarten, ... ... und auch bei Zoom-Aufnahmen merkt man den Qualitätsverlust. Auch wenn die Kameraleistung bescheiden, das Display keine Ausnahmeerscheinung und das Gehäuse gewöhnungsbedürftig ist, weiß das Smartphone auch zu punkten. Android One ist herrlich geradlinig, ein Kopfhöreranschluss ist vorhanden, der Akku hält extrem durch, die Leistung ist stark und die Lautsprecher sind etwa beim Musikhören mehr als in Ordnung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ebenfalls interessant.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit Ausstattung, die normalerweise der Oberklasse vorbehalten ist, weiß das Nokia 7 Plus mit einem Preis von 399 Euro extrem zu überzeugen. Darunter hat Nokia beziehungsweise die Dachmarke HMD Global einige Einsteigergeräte im Programm: Nokia 1, 2, 3 und 5(.1) bewegen sich zwischen 100 und knapp über 200 Euro. Und dann wäre da noch das neue Nokia 6.1 um 279 Euro.

Umfrage
Wollen Sie sich demnächst ein neues Smartphone zulegen?

Schon die Ausgangssituation ist für das 6.1 damit keine leichte. Einerseits gibt es zahlreiche günstigere hauseigene Alternativen für Einsteiger, andererseits gibt es für etwas mehr Geld bereits einen gewaltigen Techniksprung für Anspruchsvollere. Wie auch andere Modelle bietet das Nokia 6.1 das pure Android One ohne lästige Bloatware, dafür mit schnellen Updates.

Abheben kann sich das Nokia 6.1 dennoch von seinen Nokia-Kollegen. Etwa durch das Aluminiumgehäuse, das eine Abwechslung zu den Kunststoff-Gehäusen in der unteren und den Glas-Gehäusen in den oberen Preisklassen darstellt. "Robust wie ein Panzer", bewirbt HMD das Gerät, was durchaus stimmt. Das Smartphone kann mehr einstecken als Konkurrenten, ist dafür aber auch anfälliger für Kratzer, klobiger, hat deutliche Kanten, und ist trotz des "nur" 5,5 Zoll großen Full-HD-Displays (16:9-Format) in den Gehäusemaßen 148,8 x 75,8 x 8,6 Millimeter nur schwer mit einer Hand bedienbar.

Ein kleiner Hingucker

Ein kleiner Hingucker ist die Zweifärbigkeit: Die abgefrästen Ränder sind mit einer anderen Farbe versehen, was das Smartphone edler wirken lässt. Die technischen Daten können sich ebenfalls durchaus sehen lassen. Im Inneren arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 630 Octa-Core-Prozessor mit wahlweise 3 oder 4 GB Arbeitsspeicher, der Akku ist 3.000 mAh stark, hinten knipst eine 16 Megapixel Kamera mit Zeiss-Optik oberhalb des Fingerabdruckscanners und vorne ist eine 8 Megapixel Selfie-Cam verbaut. Der je nach Modell 32 oder 64 GB große interne Speicher kann per microSD-Karte erweitert werden.

Licht und Schatten: Zwar ist die Glasfront vorne bis auf die Laustsprecherausnehmung durchgängig und keine Navigationsleiste am unteren Bereich zu finden, dafür gibt es am oberen und unteren Rand dicke schwarze und unschön anzusehende Balken. Hier hätte man entweder die Displayinhalte ausdehnen oder die Gerätedimensionen verkleinern können. Beim Display selbst wird auf Hightech verzichtet, was in diesem Preissegment auch normal ist. 1.080 x 1.920 Pixel beträgt die vollkommen ausreichende Auflösung. Blickwinkelstabilität, Farben und Helligkeit sind gut, allerdings spiegelt das IPS-LCD-Panel im direkten Sonnenlicht stark.

Starke Leistung in der Klasse

Beim Speicher bleiben dem Nutzer weit weniger als die 32 oder 64 GB übrig, rund 12 GB belegt das Betriebssystem mit seinen Apps. Leistungsmäßig kann das Einsteiger-Smartphone dafür eine Stufe höher, in der Mittelklasse mitspielen. Ohne zu stocken werden selbst anspruchsvolle Spiele oder Apps ruckelfrei und schnell gestartet und ausgeführt. Was auch am Arbeitsspeicher liegt. 3 GB findet man in dieser Klasse bei der Konkurrenz da oftmals weniger, ein Modell mit 4 GB kaum.

Trotz Zeiss-Branding kann die Kameraqualität leider nicht mithalten. In dunklen Umgebungen sind zumindest im Automatikmodus kaum brauchbare Aufnahmen der 16 MP Hauptkamera möglich, der LED-Blitz hilft da nicht. Aber auch bei halbwegs gutem Licht sind Foto-Ausfälle dabei. Abhilfe schafft der angebotene Pro-Modus der Kamera, in dem mit den Lichteinstellungen gespielt werden kann, aber den verwöhnten Automodus-Knipser wohl weniger interessieren wird. Ein ähnliches Erlebnis liefert die 8 MP Frontkamera.

Akku ohne Ende

Seine größte Stärke spielt das Nokia 6.1 beim integrierten Akku aus. Die "nur" 3.000 mAh täuschen, denn dank geradlinigem und unaufgeblähtem Android One wird Leistung gespart. Wer das Smartphone intensiv nutzt, wird trotzdem bis zu drei Tage mit einer Ladung auskommen. Und dann ist das Gerät dank Schnellladung auch wieder rasch voll – 50 Prozent Ladung hat man innerhalb von 30 Minuten über den USB Typ-C-Anschluss (USB 2.0).

Fazit

Auch wenn die Kameraleistung bescheiden, das Display keine Ausnahmeerscheinung und das Gehäuse gewöhnungsbedürftig ist, weiß das Smartphone auch zu punkten. Android One ist herrlich geradlinig, ein Kopfhöreranschluss ist vorhanden, der Akku hält extrem durch, die Leistung ist stark und die Lautsprecher sind etwa beim Musikhören mehr als in Ordnung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ebenfalls interessant.

Und doch muss das Nokia 6.1 noch seinen Platz suchen. Denn für rund 100 Euro mehr gibt es mit dem Nokia 7 Plus das aktuell wohl unschlagbare Smartphone beim Preis-Leistungs-Vergleich. Oder aber mit Nokia 1, 2, 3 und 5 günstigere Varianten für jene, die keine Probleme bei technischen Abstrichen haben.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(rfi)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.