Richtig oder falsch?

01. Dezember 2018 11:34; Akt: 01.12.2018 11:34 Print

7 hartnäckige Mythen über HIV und Aids aufgeklärt

Die Zahl der jährlichen Neuinfektionen in Österreich ist nach wie vor hoch. Zum heutigen Welt-AIDS-Tag klären wir auf.

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FALSCH! Die Zahlen sagen etwas anderes: Jedes Jahr stecken sich 400 bis 500 Menschen in Österreich an. Während Generationen, die heute über 40 und mit dem Thema groß geworden sind, haben heutige Jugendliche weniger Zugang dazu. Daher bleibt die Präventionsarbeit so wichtig. FALSCH! In Wahrheit ist das globale "Gesicht" von HIV eine junge Frau: 59% aller Menschen, die in der Sub-Sahara-Region Afrikas mit HIV leben, sind Frauen. In Südafrika sind Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren sogar einem achtfach höheren Risiko ausgesetzt, sich mit HIV zu infizieren, als ihre männlichen Altersgenossen. FALSCH! Denn HIV ist nicht Aids. Während HIV den Virus bezeichnet, ist Aids die Krankheit, die sich nach einer HIV-Infektion entwickelt. Von der Ansteckung mit dem Virus bis zum Ausbruch von Aids können bis zu 15 Jahre vergehen. FALSCH! Egal, ob ein Bussi auf die Wange oder ein sinnlicher Kuss mit der Zunge, HIV kann beim Küssen nicht übertragen werden. Das liegt daran, dass der Speichel im Gegensatz zu anderen Körperflüssigkeiten, wie Samen- oder Scheidenflüssigkeit, nicht infektiös ist. Auch, wenn einer von beiden an Zahnfleischbluten leidet, besteht kein Risiko, da das Blut mittels Speichel verdünnt wird und so eine Ansteckung verhindert. FALSCH. Eine HIV-positive Schwangere mit einer optimalen Behandlung durch antiretrovirale Medikamente ist einem Risiko von weniger als 2% ausgesetzt, das Virus auf ihr Kind zu übertragen. Das sind fantastische Nachrichten: Dank der antiretroviralen Medikamente wurde seit dem Jahr 2000 die Anzahl der Kinder, die weltweit mit dem Virus auf die Welt kommen, um 60% reduziert. Vergangenes Jahr erklärte sogar Kuba als weltweit erstes Land, dass die Mutter-Kind-Übertragung von HIV vollständig eliminiert werden konnte. FALSCH! Das Kondom ist zwar das erste Mittel der Wahl, da es hocheffektiv, nebenwirkungsfrei und günstig ist. Daneben gibt es aber weitere Möglichkeiten sich zu schützen: HIV-PEP ist eine "Pille danach" für HIV, um eine Ansteckung nach einer Risikosituation, wie einer Vergewaltigung, zu vermeiden. Mit der PrEP-Prophylaxe wiederum nimmt man vorbeugend HIV-Medikamente ein, um sich nicht anzustecken. Außerdem zeigen Studien, dass eine bestmögliche Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten das Risiko einer Übertragung des Virus bei Paaren, von denen eine Person HIV-positiv ist, um 96% verringert. FALSCH! In erster Linie kommt es darauf an, zu welchem Zeitpunkt die Erkrankung entdeckt wird. Wird die Erkrankung kurz nach der Infektion mit dem Virus entdeckt, hat der Betroffene sehr gute Chancen mittels einer medikamentösen Therapie, eine beinahe gleiche Lebenserwartung wie eine gesunde Person zu haben. Vor 20 Jahren sah das aber noch anders aus, damals verlief eine HIV-Infektion fast immer tödlich. Je später eine Infektion mit dem Virus festgestellt werden kann, desto mehr wird das Immunsystem geschädigt.

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Vor 35 Jahren - 1983 - wurde das HI-Virus erstmals beschrieben. Aber bis heute sind viele Menschen, auch in Österreich, immer noch ausreichend über die Thematik aufgeklärt.

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Die HIV-Übertragungsraten sind auf der ganzen Welt kontinuierlich hoch. Von den 36,7 Millionen Menschen, die weltweit mit HIV leben, kennen aber rund 40 Porzent ihren Status gar nicht. Auch in Europa ist sich jeder siebte HIV-positiver Menschen seines Immunstatus nicht bewusst - und das, obwohl es die technologischen und medizinischen Mittel für eine frühere, einfachere Diagnose gibt. Tests werden unter anderem gratis und anonym bei allen AIDS-Hilfestellen in Österreich angeboten.

Zum Welt-AIDS-Tag räumen wir mit den hartnäckigsten Mythen rund um HIV und Aids auf.

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(kiky)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Calimero am 01.12.2017 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig !

    Ein Selbst-Test für zu Hause ist in der EU bereits zugelassen, kommt in Deutschland wohl im kommenden Jahr auf den Markt. Er kann zu Hause durchgeführt werden und zeigt das Ergebnis innerhalb von 15 Minuten an. Aber: Der Test ist erst drei Monate nach einer möglichen Übertragung zuverlässig.

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  • Maier am 01.12.2017 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Aber bis heute sind viele Menschen, auch in Österreich, immer noch ausreichend über die Thematik aufgeklärt. Na dann ist ja gut.

  • Tine am 02.12.2017 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krankheiten

    Unsere importierten Facharbeiter werden dafür sorgen, daß die Zahl steigt und auch längst ausgerottete Krankheiten wieder aktuell werden!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Tine am 02.12.2017 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krankheiten

    Unsere importierten Facharbeiter werden dafür sorgen, daß die Zahl steigt und auch längst ausgerottete Krankheiten wieder aktuell werden!

  • Maier am 01.12.2017 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Aber bis heute sind viele Menschen, auch in Österreich, immer noch ausreichend über die Thematik aufgeklärt. Na dann ist ja gut.

  • Calimero am 01.12.2017 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig !

    Ein Selbst-Test für zu Hause ist in der EU bereits zugelassen, kommt in Deutschland wohl im kommenden Jahr auf den Markt. Er kann zu Hause durchgeführt werden und zeigt das Ergebnis innerhalb von 15 Minuten an. Aber: Der Test ist erst drei Monate nach einer möglichen Übertragung zuverlässig.

    • Gesundheit am 01.12.2017 14:09 Report Diesen Beitrag melden

      Mittel gegen EBV?

      Man sollte sich lieber mehr mit EBV befassen,diese Krankheit haben ca. 95% der Weltbevölkerung. Die meisten wissen das gar nicht.Diese Krankheit wird übrigens verdächtigt viele andere Krankheiten zu erregen.

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