Das müssen Sie wissen

10. Januar 2019 08:32; Akt: 10.01.2019 20:52 Print

Wer den Schnee nicht räumt, muss zahlen

Schneeräumen muss sein: Wer seinen Pflichten nicht nachkommt, für den kann es unter Umständen richtig teuer werden.

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In Hochfilzen hat es vom 1. bis zum 15. Jänner 451 Zentimeter geschneit. Lofer in Salzburg versinkt im Schnee. Sperre der Felbertauernstrasse und des Felbertauerntunnels nach den starken Schneefall und der akuten Lawinengefahr (Bild aufgenommen am 14. Januar in Mittersill). Gegen 6.30 Uhr kam es zu einem Lawinenabgang auf die Walchsee Bundesstraße B 172 in Walchsee. Lawinenabgang auf der Tannheimer Bundesstraße B 199 in Nesselwängle. Lawinenabgang auf der Tannheimer Bundesstraße B 199 in Nesselwängle. Lawinenabgang auf der Tannheimer Bundesstraße B 199 in Nesselwängle. Die Lawinengefahr bleibt am Montag groß. Zahlreiche Straßen bleiben weiter gesperrt. Gegen 20 Uhr ging ein Schneebrett auf die Tannheimer Bundesstraße B 199 in Nesselwängle ab. Ein Lawinen-Gefahr Schild nach Lackenhof am Ötscher in Niederösterreich. Im Gebiet um Lackenhof sind in der letzten Woche 2 Meter Schnee gefallen. Heftiger Schneefall in der Ramsau am Dachstein. Winterliche Straßenverhältnisse in der Ramsau am Dachstein. Sankt Anton am Arlberg Ein Bagger befreit eine Straße in Niedertauern (Salzburg) von den Schneemassen. Extreme Schneefälle in den steirischen Nordalpen. St. Anton versinkt im Schnee. Riesige Schneemassen in Obertauern. Nachdem der Ort tagelang von der Außenwelt abgeschnitten gewesen ist - zudem herrscht Katastrophenalarm - war die Zufahrt für einige Stunden möglich. Auf den Dächern wird der Schnee herunter geschaufelt. Schwere Technik ist angerückt, um den Schnee abzutransportieren. Nach Angaben der Bewohner, kommt so ein Ereignis nur etwa alle zehn Jahre vor. Das Wartehäuschen dieser Busstation wurde zur Zuflucht vor den Schneemassen. Nur durch ein Loch kommt man mehr hinein - Bus fährt verständlicherweise aktuell keiner. Während auch die Menschen in Ramsau am Dachstein wie verrückt Schnee schaufeln müssen, ... ... toben sich die Stubentiger in der weißen Pracht richtig aus. Eine Frau mit ihrem Kind beim Schneeschaufeln, aufgenommen am Dienstag, 8. Jänner 2019 in der Ramsau am Dachstein. Ein Schneepflug bei der Schneeräumung aufgenommen am Dienstag, 8. Jänner 2019, in Ramsau am Dachstein. Auf der Tauplitzalm zeigt sich das Schneechaos auch von seiner malerischen Seite - zumindest solange die Sonne durchkommt. Die Schneesituation auf der Tauernautobahn A10 am Dienstag, 8. Jänner, 2019. Ein eingeschneites Fahrrad in Flachau am Mittwoch, 9. Jänner, 2019. Die Lawinensituation verschärfte sich schon am Dienstag in Österreich immer weiter: Am Montag waren in Filzmoos keine Lifte mehr in Betrieb. Mittlerweile versucht man krampfhaft Dächer von den Schneemassen zu befreien. Dabei sind die Schneehöhen gewaltig, wenn man einen 1,80 Meter großen Menschen im Vergleich sieht. Teilweise werden auf den Dächern mit Sägen regelrechte Schnee-Vier-Ecke herausgeschnitten. In Filzmos musste ein Autofahrer am 7. Jänner sein Vehikel erst wiederfinden und dann auch noch freilegen. Dieser Autofahrer in der Region Flachau hatte schon ein bisschen mehr Glück. Sein Wagen ist zumindest noch ausnehmbar. Winterwunderland in Filzmoos. Heftige Schneefälle in weiten Teilen Österreichs: im Bild eine Frau beim Schneeräumen in Saalbach Hinterglemm Tiefwinterliche Verhältnisse am Sonntag, 6. Jänner 2019, in Tirol. Davon ließen sich die Einheimischen aber nicht aufhalten. Eine Frau aus Biberwier (Bezirk Reutte) rückte gar in Shorts zum Schneeräumen aus. In Hochfilzen (Tirol) mussten sogar die Zugführer der ÖBB ihre Gleise suchen, die unter den Schneemassen verdeckt waren. Andere kämpften gegen Schnee und Eis auf den Dächern. Ein Mann bei der Schneeräumung am Dach eines Hauses in Hochfilzen. Ebenfalls in Hochfilzen standen Menschen plötzlich vor einer weißen Wand. In der Steiermark sorgte der heftige Schneefall für Behinderungen im Straßenverkehr. So musste etwa die Obertalstraße bei Schladming - wie viele andere - aufgrund von Lawinengefahr gesperrt werden. Auch die Untertalstraße im Untertal bei Schladming war aufgrund von Lawinengefahr gesperrt. Beim Land Steiermark wurde überlegt, bei den anhaltenden Schneefällen und steigender Lawinengefahr weitere Straßen zu sperren. Etwa die B23 im Gemeindegebiet von Neuberg an der Mürz (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag). Im Bild die Situation in Schladming. Ein Mann mit einer Schneefräse in einem Tunnel auf der Planai, aufgenommen am Samstag 5. Jänner 2019 auf der Planai in Schladming, Steiermark. Nach dem Tunnel-"Durchbruch" hatte er gleich auch selbst ein "Sahnehäubchen". Die Lawinensituation in der Obersteiermark bleibt angespannt. Im Bild ein Blick in die Landeswarnzentrale in Graz. In der Steiermark sorgt heftiger Schneefall für Behinderungen im Straßenverkehr. Im Bild die Situation in Schladming. In der Steiermark sorgt heftiger Schneefall für Behinderungen im Straßenverkehr. Im Bild die Situation in Schladming.

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Schneeräum- und Streupflicht – das müssen Sie wissen:

1
Wen trifft die Schneeräum- und Streupflicht?

Die Schneeräum- und Streupflichten nach der Straßenverkehrsordnung treffen grundsätzlich die Eigentümer von Grundstücken, welche im Ortsgebiet gelegen sind und an öffentliche Verkehrsflächen angrenzen. Der Eigentümer kann seine Verpflichtung aber durch Vereinbarung auf andere Personen übertragen.

2
Von wann bis wann muss geräumt werden?

Die Verpflichtung zu räumen besteht in der Zeit von 06.00 Uhr morgens bis 22.00 Uhr nachts. Die Gemeinden können aber durch Verordnung abweichende Zeiten festlegen.

3
Welche Flächen müssen geräumt bzw. gestreut werden?

Geräumt bzw gestreut werden müssen im Ortsgebiet gelegene und dem öffentlichen Verkehr dienende Gehsteige und Gehwege, die in einer Entfernung von nicht mehr als drei Metern von der Grundstücksgrenze gelegen sind, einschließlich der dazugehörenden Stiegenanlagen; ebenso Fahrbahnen ohne Gehsteige und Fußgängerzonen. Die Gemeinden können aber durch Verordnung Abweichendes festlegen.

(Video: Untertauern versinkt im Schnee)

4
In welchem räumlichen Ausmaß muss geräumt werden?

Gehsteige und Gehwege sind entlang der Grundstücksgrenze grundsätzlich in ihrer gesamten Breite zu räumen. Ist ein Gehsteig oder Gehweg nicht vorhanden, so ist der Straßenrand in einer Breite von einem Meter zu räumen und zu bestreuen. In Fußgängerzonen gilt dies für einen ein Meter breiten Streifen entlang der Häuserfront. Die Gemeinden können aber durch Verordnung Abweichendes festlegen.

5
Welche Folgen kann eine Verletzung der Schneeräum- und Streupflicht nach sich ziehen?

Eine Verletzung dieser Verpflichtung stellt eine Verwaltungsübertretung dar, welche mit Geldstrafe sanktioniert wird. Wenn durch die Verletzung der Räum- und Streupflicht jemand zu Schaden kommt, können darüber hinaus Schadenersatzpflichten die Folge sein.

(Video: Möglichkeiten der Schnee-Entsorgung)

6
Wie weit reichen diese Pflichten?

Art und Umfang der Pflichten sind im Gesetz nicht näher geregelt. Die Grenze der Räum- und Streupflicht bildet immer die Zumutbarkeit. Was konkret zumutbar ist, kann immer nur im Einzelfall beurteilt werden.

7
Muss auch der Mieter oder Pächter räumen bzw streuen?

Einen Mieter oder Pächter treffen diese Pflichten nur, wenn dies mit dem Vermieter vereinbart wurde. Ohne eine solche Vereinbarung bleibt die Verantwortung beim Vermieter/Verpächter als Eigentümer.

8
Wann entfällt die Verpflichtung für den Grundstückseigentümer?

Der Eigentümer kann seine Räum- und Streupflicht durch Vereinbarung auf Dritte übertragen. Solche Dritte können neben dem Mieter bzw. Pächter beispielsweise auch Hausbesorger, Hausverwalter oder andere Unternehmen (z.B. "Winterdienst“) sein. Wird eine solche Vereinbarung getroffen, haftet der Grundeigentümer nur mehr dann, wenn er die Räum- und Streuverpflichtung einem ungeeigneten oder untüchtigen Vertragspartner übertragen hat. Andernfalls haftet derjenige, dem diese Verpflichtung übertragen wurde, an Stelle des Eigentümers des angrenzenden Grundstückes.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sabrina am 10.01.2019 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    das könnten die

    Asylwerber schon mal machen ! Also ran an die Schaufeln !

    einklappen einklappen
  • wiesfrn am 10.01.2019 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Strafandrohung

    Der Gehsteig ist Eigentum der Gemeinde, egal ob Mieter oder Eigentümer der Liegenschaft werden gezwungen ,per Strafandrohung, den Gehsteig zu räumen, wer in der Gemeindewohnung oder am Stock wohnt ist fein raus. Ungleichheit. Man sollte die Kosten hierfür zumindest von der Steuer absetze können, man arbeitet da unter Zwang für die Gemeinde, wäre ein Fall für Verfassungsgericht

  • AuchneMeinung am 11.01.2019 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wiener Wohnen

    der "Eislaufverein"! Aber wehe, wenn du in ihren teils verschimmelten Wohnung nur 3 x am Tag lüftest. Dann kommen die "Sachverständigen", ehemaligen Bäcker, und erklären dir, dass Pflanzen im Zimmer, hingestellt Möbel und vorallem "das Lüften" Schuld am Schimmel ist. Man sollte diese Verein genauso behandeln, wie die einen behandeln. Anzeigen, und da hätte es heuer tonnenweise hageln müssen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • AuchneMeinung am 11.01.2019 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wiener Wohnen

    der "Eislaufverein"! Aber wehe, wenn du in ihren teils verschimmelten Wohnung nur 3 x am Tag lüftest. Dann kommen die "Sachverständigen", ehemaligen Bäcker, und erklären dir, dass Pflanzen im Zimmer, hingestellt Möbel und vorallem "das Lüften" Schuld am Schimmel ist. Man sollte diese Verein genauso behandeln, wie die einen behandeln. Anzeigen, und da hätte es heuer tonnenweise hageln müssen.

  • wiesfrn am 10.01.2019 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Strafandrohung

    Der Gehsteig ist Eigentum der Gemeinde, egal ob Mieter oder Eigentümer der Liegenschaft werden gezwungen ,per Strafandrohung, den Gehsteig zu räumen, wer in der Gemeindewohnung oder am Stock wohnt ist fein raus. Ungleichheit. Man sollte die Kosten hierfür zumindest von der Steuer absetze können, man arbeitet da unter Zwang für die Gemeinde, wäre ein Fall für Verfassungsgericht

  • Sabrina am 10.01.2019 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    das könnten die

    Asylwerber schon mal machen ! Also ran an die Schaufeln !

    • Crashcar am 10.01.2019 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz..

      ..genau. Geld bekommen die für's Nichtstun sowieso schon genug. Aber jede Wette: Schneeschaufeln ist gegen die Ehre und Religion.....

    • Wenzl am 10.01.2019 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sabrina

      Das ist eine gute Idee, arbeiten schadet nicht - so kommen die nicht auf blöde Gedanken.

    • ogopogo am 10.01.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

      Gute idee

      Wenn einer gesund ist, sollte es kein Problem. Arbeit baut Charakter.

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