Vier Pfoten fordert Aufklärung

27. Februar 2018 12:18; Akt: 27.02.2018 12:40 Print

Wie konnten tote Kühe tagelang im Dreck liegen?

In einem Stall in der Kärntner Gemeinde Hüttenberg wurden drei tote Rinder gefunden. Vier Pfoten fordert eine vollständige Aufklärung.

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Wie "heute.at" ausführlich berichtete, besteht in einem Kärntner Landwirtschaftsbetrieb der Verdacht auf Tierquälerei. Drei Rinder wurden tot in einem verdreckten Stall vorgefunden. Es wird vermutet, dass die Tiere verhungert sind. Behörden ermitteln bereits und müssen nun feststellen, was an dem Hof passiert war.

"Vier Pfoten verlangt im Fall der verendeten Kühe im Bezirk St. Veit in Kärnten Aufklärung. Die Stellungnahme des zuständigen Landesveterinärs, nach denen der Vorfall 'sicher nichts Abartiges' ist, ist inakzeptabel und zynisch", so die Tierschutzorganisation in einer Stellungnahme am Dienstag.

Außerdem fragt sich Kampagnenleiterin Martina Pluda, wie es normal sein könne, wenn Kühe tagelang tot im Dreck liegen. Immerhin sei laut Tierschutzgesetz jeder Landwirt verpflichtet, seine Tiere im Stall täglich mindestens einmal zu kontrollieren und zu versorgen. Abgesehen davon seien Tierkadaver bei der Tierkörperentsorgung abzugeben, da Seuchengefahr bestehe, wenn die Rinder im Stall verwesen.

Pluda stellt zudem in Frage, weshalb die Tiere auf den Bildern so abgemagert aussehen, wenn sie nicht verhungert sind. "Die Erklärung des Veterinärs, 'weil sie auf dem Bild seit 14 Tagen tot waren', erscheint uns sehr fragwürdig", so Pluda.

Aufregung um zu wenige Kontrollen

Auch der Verein Pfotenhilfe hat mittlerweile auf den rätselhaften Fall regiert. In einer Aussendung fordert die Organisation Tierschutzministerin Hartinger-Klein auf, die Kontrollverordnung zu verschärfen.

"Die FPÖ hat im Wahlkampf immer wieder das Bundestierschutzgesetz kritisiert. Jetzt hat sie in Person von Ministerin Hartinger-Klein das Tierschutzressort in der Hand und muss auf Worte Taten folgen lassen. Kontrollen in der Landwirtschaft alle 50 Jahre und überhaupt keine in Privathaushalten zu verordnen, macht das Gesetz zum zahnlosen Papiertiger", so Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler, die sich eine jährliche Kontrolle wünsche.

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>>> Tierquälerei: Schafe leben ohne Trinkwasser im Dreck

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • seven am 27.02.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    höhere Strafen

    Nicht nur bei Mord und Vergewaltigung auch bei Tierquälerei MÜSSEN die Strafen ums 10 fache erhöht werden.

    einklappen einklappen
  • azzurrogirl am 27.02.2018 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so wichtig

    Wir haben in Ö ja größere Probleme, z.B.: Rauchverbot, U-Bahn-Verlängerung und Fortsetzung der "Vorstadtweiber", da bleibt für Tierschutz keine Zeit mehr...

  • helmar am 27.02.2018 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die Frage ist

    Warum pachtet jemand, wie in einigen Berichten zu lesen, einen Stall wenn die Versorgung der Tiere nicht funktioniert? Warum schlägt der Verpächter des Stalles nicht Alarm wenn der merkt dass die Tiere nicht ausreichend versorgt wurden? Was hier passiert ist hätte einfach nicht passieren dürfen, ist aber passiert. Nur nach Strafen schreien bringt es auch nicht. Oft ist es die familiäre Situation in welcher die Alten bestimmen dass der Junge nicht beizeiten mit der Tierhaltung auf hört. Manchmal wäre es besser für Mensch und Tier.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Jemand am 28.02.2018 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    furchtbar...

    ...alle 50 Jahre eine Kontrolle so ein Schwachsin. BIO Betriebe werden jährlich kontrolliert, andere alle 3-4 Jahre!!! Aber warum bei so einen nichts auffällt lässt mich nur an den Kopf greifen, furchtbar. Die Auflagen werden immer strenger und teurer, warum kann so jemand machen was er will?!

  • Michael I. am 27.02.2018 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Geldgier statt Tierliebe

    Wer mit österr. Bauern schon mal privat z.B. als Mieter oder beruflich als Fachverkäufer zu tun hatte, hat des öfteren Geldgier und die berühmte verschlagene Bauernschlâue verspürt. Viele sind für die professionelle Führung des Betriebes entweder zu alt oder zu jung und leiden dazu unter einem Burnout Syndrom. Die ohnehin schwache Beziehung zu den " Nutztieren " bleibt wie hier oft auf der Strecke. Amtstuerärzte schützen ihre schwarzen Schafe aus welchen Gründen auch immer...

  • Michael Inhauser Mag. am 27.02.2018 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Geldgier statt Tierliebe

    Wer mit österreichischen Bauern z.B. als Mieter oder beruflich schon mal zu tun hatte weiss, dass viele wenig Bezug zu ihren Tieren haben und sich alles um Geld dreht. Viele Amtstierärzte sind ebenfalls verroht und schützen ihre schwarzen Schafe.

  • azzurrogirl am 27.02.2018 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so wichtig

    Wir haben in Ö ja größere Probleme, z.B.: Rauchverbot, U-Bahn-Verlängerung und Fortsetzung der "Vorstadtweiber", da bleibt für Tierschutz keine Zeit mehr...

  • helmar am 27.02.2018 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die Frage ist

    Warum pachtet jemand, wie in einigen Berichten zu lesen, einen Stall wenn die Versorgung der Tiere nicht funktioniert? Warum schlägt der Verpächter des Stalles nicht Alarm wenn der merkt dass die Tiere nicht ausreichend versorgt wurden? Was hier passiert ist hätte einfach nicht passieren dürfen, ist aber passiert. Nur nach Strafen schreien bringt es auch nicht. Oft ist es die familiäre Situation in welcher die Alten bestimmen dass der Junge nicht beizeiten mit der Tierhaltung auf hört. Manchmal wäre es besser für Mensch und Tier.