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19. Dezember 2018 15:13; Akt: 19.12.2018 22:28 Print

Schuldig! Hadishats Killer wegen Mordes verurteilt

+++ Der Prozess gegen Robert K. ist vorbei +++ Er hat den Mord an der 7-jährigen Hadishat gestanden +++ Urteil: Schuldig, Haft und Einweisung +++

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Robert K. soll die kleine Hadishat in der elterlichen Wohnung ermordet haben. Er will eine "allgemeine Wut" verspürt haben: Hadishat war nach seinen Angaben einfach da. Ihr Tod schockte ganz Wien: Die erst sieben Jahre alte Hadishat wurde am Samstag (12. Mai) getötet. Ihre Leiche wurde am Samstag (12. Mai) in einer Wohnhausanlage in der Heiligenstädter Straße in einem Mistkübel entdeckt. Das Mädchen wurde Freitagabend als vermisst gemeldet, nachdem es beim Spielen am Nachmittag plötzlich verschwunden war. Fieberhaft suchten auch Freunde und Verwandte nach dem Kind: Auch auf Facebook wurde ein Suchaufruf gestartet. Wie die Polizei mitteilte, wurde daraufhin von der Polizei im Bereich der Wohnhausanlage und Umgebung eine Suchaktion gestartet. Im Zuge dieser Suchaktion machten Polizisten am Samstagmorgen schließlich die schreckliche Entdeckung. Gegen 8.30 Uhr fanden die Beamten den Leichnam des vermissten Mädchens. Die kleine Hadishat mit tschetschenischen Wurzeln wurde in Plastik gewickelt und im Restmüll entsorgt. Laut Obduktion wurde das Mädchen durch einen Messerstich getötet. Noch am Samstag musste die Mutter ihre Siebenjährige identifizieren. Bei der Obduktion wurden keine Anzeichen auf ein Sexualdelikt festgestellt, so Polizeisprecherin Irina Steirer. "Ich weiß nicht, wie ich weiterleben soll", klagte die verzweifelte Mutter, Zarema G.. "Welche Bestie hat mir das angetan? Denn ein Mensch, der nur etwas Herz hat, kann so etwas nicht machen. Sie war so ein liebes Mädchen - unser Sonnenschein." "Ich kann einfach nicht fassen, was passiert ist. Ich will nicht glauben, dass meine süße Hadishat nicht mehr bei der Tür hereinkommen wird." "Hadish hat niemandem etwas getan. Warum bringt jemand ein unschuldiges Kind um und entsorgt es wie ein Stück Abfall?", so Mama Zarema und äußert einen schrecklichen Verdacht. "Es war bestimmt jemand aus diesem Hof - das spüre ich", hatte sie vermutet und sollte offenbar recht behalten ... In der Nacht auf Dienstag wurde ein Nachbar wegen dringenden Tatverdachts verhaftet. Im Bild: Die versiegelte Wohnungstür des Tatverdächtigen. Der Nachbar soll in einer ersten Einvernahme die Tat ohne jegliche Emotionen gestanden haben.

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Der Andrang am Wiener Landesgericht wird beim mit Spannung erwarteten Prozess des Jahres groß sein. 18 Reporter (einer pro Medium) sind zugelassen, dazu 30 Zuhörer aus dem Volk – diese Plätze für Gerichtskiebitze sind nicht reserviert, es gilt freie Platzwahl, so lange Sessel verfügbar sind.

Stehgäste sind aus feuerpolizeilichen Überlegungen nicht gestattet. Auch Hadishats Mama und ihr Bruder haben ihr Kommen angekündigt – "weil wir dem, der uns das angetan hat, in die Augen schauen wollen", wie sie ihrem Anwalt Nikolaus Rast anvertraut haben. Hadishats Bruder Rustam: "Unsere einzige Hoffnung ist, dass er seine gerechte Strafe bekommt. Da vertrauen wir völlig auf die österreichische Justiz."

"Jetzt eine Stimme weniger"

Besonders traurig: Hadishat hätte am Mittwoch ihren achten Geburtstag gefeiert. Ihre kleinen Geschwister wissen noch immer nicht, dass sie tot ist. "Denn wenn sie nach Hadishat fragen", so ihre Mama und ihr Bruder, "erzählen wir ihnen immer andere Geschichten, wo sie ist und erfinden irgendetwas. Wir wollen sie noch schonen. Irgendwann werden sie die Wahrheit selbstverständlich erfahren, aber bis dahin sollen sie halbwegs unbeschwert aufwachsen." Wie es der Familie nun geht? "Wir sind umgezogen – weit weg vom Tatort im Ditteshof. Und zuhause ist es ruhig geworden – es ist jetzt eine Stimme weniger. Wir denken oft an Hadishat – und bereuen, nicht noch viel mehr Erlebnisse mit ihr auf Fotos festgehalten zu haben. Sie fehlt uns so sehr." Mama Zarema: "In besonderen Nächten träume ich von Hadishat. Davon, dass sie auf meinem Schoß sitzt, mir Bussis gibt und wir miteinander lachen …"

Hier wurde Hadishats Leiche in Döbling gefunden

Mordfall Hadishat: Mädchenleiche in Döbling gefunden

Höchste Sicherheitsstufe

Die Sicherheitsvorkehrungen sind wegen wiederholter Blutrache-Drohungen aus der tschetschenischen Community enorm: Metalldetektoren (ähnlich den Geräten, die am Airport eingesetzt werden) kommen am Haupteingang und vor Saal 303 zum Einsatz, darüber hinaus sind Kräfte der Sondereinheit Wega im Einsatz:

Auch Staatsschützer des BVT und des LVT sind vor Ort, der Verdächtige Robert K. wird von einer Armada an Justizwachebeamten hermetisch abgeschirmt. Er darf nicht gefilmt oder fotografiert werden. Auch Spürhunde der Polizei werden durch das Gerichtsgebäude schwirren.

Die Anklage

Die Anklage von Staatsanwalt Andreas Mugler ist acht Seiten lang und listet sämtliche grausigen Details der erschütternden Bluttat an dem siebenjährigen Mädchen. Der Ankläger wird sie gleich zu Beginn des Verfahrens ab 9 Uhr (heute.at berichtet live) vortragen. Im Anschluss daran sprechen Liane Hirschbrich, die Verteidigerin von Robert K. und Nikolaus Rast, der Vertreter der Opferanwalt. Dann beginnt Richter Daniel Rechenmacher mit der Befragung des Angeklagten.

Fünf Sachverständige erörtern heute ihre Gutachten am "Landl". Das sind die Psychiater Peter Hofmann sowie Werner Gerstl, die Psychologin Dorothea Stella-Kaiser, der Gerichtsmediziner Nikolaus Klupp und die DNA-Expertin Christa Nussbaumer.

Das Urteil

Das Urteil soll am Mittwochabend fallen – wenn nicht zur Einholung eines "Obergutachtens" vertagt werden muss. Dies könnte drohen, da sich – wie berichtet – die beiden Psychiater Peter Hofmann und Werner Gerstl (er lieferte sein 166-Gutachten erst zwei Tage vor Prozessbeginn ab) in der Frage der Zurechnungsfähig uneinig sind. Hofmann kam zum Schluss, dass die Schizophrenie erst nach der Tat im Gefängnis ausgebrochen ist und durch die Isolation in der Haft eine komplizierende Persönlichkeitsstörung hinzugekommen ist, Gerstl hingegen glaubt dem Angeklagten, Stimmen zu hören, die den Auftrag zur Bluttat erteilt haben sollen. Laut seinem Dossier ist Robert K. seit seinem achten Lebensjahr schizophren.

Die Strafe

Die Strafdrohung reicht von 15 Jahren Haft plus Einweisung (wenn die Geschworenen glauben, dass Robert K. bei seiner Tat wusste, was er tat) bis hin zur Einweisung in eine psychiatrische Klinik, wenn sie zu dem Schluss kommen, dass er im Mai nicht zurechnungsfähig war. Für Robert K. gilt jedenfalls die Unschuldsvermutung.

Alle Artikel zum Kindermord in Döbling:

  • Diese Beichte des Killers schockt Hadishats Mutter

  • Familie von Hadishat (7) hat bereits neue Wohnung
  • Bleibt die Tatwaffe für immer verschollen?
  • Hadishats Killer will nicht mehr mit der Polizei reden
  • Hadishat klopfte um 15 Uhr an der Tür ihres Killers
  • "Beim Tee fragte mich Mama des Täters aus"
  • Täterprofil: "Massive emotionale Defizite"
  • "Er wollte auch schon seinen Bruder umbringen."
  • Familie von Hadishats Killer unter Polizeischutz
  • Hadishats Mutter will von Tatort wegziehen
  • Mit 2 kam er nach Wien, so wurde Robert K. zum Killer
  • Killer Robert K.: "Mutter tut mir leid, Hadishat nicht"
  • Mit 2 kam er nach Wien, so wurde Robert K. zum Killer
  • "Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort"
  • Mord an Hadishat: Es war der Nachbar!
  • Um Mitternacht klickten die Handschellen für den Killer
  • Polizeieinsatz bei Trauer für Hadishat im Dittes-Hof
  • Mord an Hadishat (7) – Das Protokoll des Verbrechens
  • Kleine Hadish (7) musste sterben – Jagd auf Täter
  • Hadishat (7) getötet: Suche mit Hunden nach dem Killer
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  • Kinderleiche in Döbling: Mädchen wurde ermordet
  • Kinderleiche identifiziert, Todesursache wird geklärt
  • Döbling: Mädchen (7) tot im Mistkübel gefunden
  • "Heute"-Chefreporter erklärt den Fall im Video

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    • Wolf am 19.12.2018 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Recht

      Ich hoffe die Geschworenen kommen auf die richtige Antwort und der bleibt für immer in Häfen!!!!

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    • Vota am 19.12.2018 08:04 Report Diesen Beitrag melden

      Schizophren

      Ich glaube auch dass er die Schizophrenie erst im Gefängnis bekommen hat, nachdem sein Vater oder Anwalt ihm dazu geraten hat und ihm erklärt hat wie er sich zu benehmen hat. Natürlich gilt die Unschuldsvermutung ;)

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    • Renate am 19.12.2018 04:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Frau

      eh schon jetzt klar. er hört stimmen,arm und unzurechnungsfähig

    Die neuesten Leser-Kommentare

    • Claus14 am 20.12.2018 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Platz für Öffentlichkeit

      Ich möchte danken für die gute Berichterstattung. Leider war trotzdem ich um 7:30 vor Ort war, kein Platz mehr für mich im Saal. Verstehe diese Gerichtsorganisation überhaupt nicht. Es wären Zählkarten gerecht gewesen. So einen kleinen Saal mit 30 Sitzplätze, davon 18 für Medienvertreter reserviert, wenn man weiß dieser Fall hat großes Öffentliches Interesse und man erwartet mehr Angehörige, ist wirklich schlecht. Ziel: Mehr Sicherheitsleute als Zuhörer? Dann schon bitte gleich die Öffentlichkeit ausschließen - fertig.

      • Ehklar am 20.12.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

        Nur ich

        Ein Prozess mit hohem Risiko für Beteiligte ist ja auch nicht für die Belustigung vieler Leute geeignet. Und je mehr Anwesende, umso größer das potentielle Risiko das es zu minimieren gilt.

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    • Alex am 20.12.2018 09:27 Report Diesen Beitrag melden

      Tja

      Van der Bello wird ihn wahrscheinlich zu Weihnachten begnadigen!

    • Karl am 19.12.2018 23:05 Report Diesen Beitrag melden

      Zumutbarkeit ab Ende des 13.ten Jahres

      Zuerst mal Danke für die dichte Berichterstattung ans heute Team. Ja und jetzt für 13 Jahre eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher, mit Behandlung. Wie geht es nach 'dreizehn Jahren weiter'. Unheilbar kaltblütig und unheimlich gefährlich, wird daraus ein brutales 14tes Jahr. Bitte um Berichterstattung.

      • audreyhepburn am 19.12.2018 23:17 Report Diesen Beitrag melden

        fussfessel laut moser

        Die Notwendigkeit einer weiteren Anhaltung bedarf lediglich einer jährlichen Einzelfallprüfung.

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    • Cornelia Menzel am 19.12.2018 22:55 Report Diesen Beitrag melden

      Hadishat

      Also ich finde dieses urteil richtig zuerst 13 jahre Haft und dann wird er eingewiesen ich hoffe lange genug Auch wenn er sich schuldig bekannte hat es nichts geholfen Und das der Täter eine Schussfeste Kleidung an hatte finde ich nicht ok Noch dazu war er wo abgesondert aber jetzt kommt er in haft da gibt es keine absondetung Ich wünsche der Familie alles liebe und viel kraft

    • audrey hepburn am 19.12.2018 22:46 Report Diesen Beitrag melden

      ich versteh das nicht

      ich verstehe nicht, da begeht einer die schrecklichste Tag und er bekommt nicht 15 Jahre sondern nur 13 Jahre und warum keine anschliessende Sicherheitsverwahrung? Wenn er 30 ist geht das Morden weiter?

      • Cornelia Menzel am 19.12.2018 22:57 Report Diesen Beitrag melden

        Hadishat

        Er kommt jetzt mal in haft 13 jahre und dann die einweisung der kommt so schnell nicht mehr raus Zuerst Haft dann einweisung

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