Hanf-Brownies

11. Dezember 2018 17:55; Akt: 11.12.2018 18:05 Print

"CBD darf in Kuchen nicht verwendet werden!"

Ein Verkaufsverbot für CBD-haltige Lebensmittel versetzt die Branche in Aufruhr. Das Ministerium nimmt auf Anfrage von "Heute.at" Stellung.

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Kämpferische Töne auf der Facebook-Seite von Aida: "Wir machen weiter!", schreibt die Traditions-Konditorei in mehreren Postings. Hashtag: "#CBD". Das Profilbild ziert ein saftiges Brownie mit giftgrüner Cannabis-Deko.

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Weshalb sich die Bäckerei gegen ein geplantes Verkaufsverbot wehrt und was das Ministerium dazu sagt – ein Überblick:

1
Verkaufsverbot für CBD-Food

Bereits am Sonntag schickte das Ministerium von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein eine Presseaussendung mit dem Titel "Verkaufsverbot von CBD-haltigen Lebensmitteln und Kosmetika" aus. Darin hieß es:

"Cannabinoid-haltige Extrakte, die zumeist als Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt gebracht werden, zunehmend aber auch in Lebensmitteln wie beispielsweise Süßwaren oder Kuchen eingesetzt und angeboten werden, fallen unter die 'Novel-Food' (Neuartige Lebensmittel) Verordnung der EU und dürfen daher nicht in Verkehr gebracht werden."

2
Dämpfer für junge Branche

Die Aussendung erwischt zahlreiche Unternehmen auf dem falschen Fuß. Denn Österreich wurde in den vergangenen Monaten von einem regelrechten CBD-Hype erfasst. Nicht nur spezialisierte Shops verkaufen Produkte mit dem nicht-psychoaktiven Hanf-Bestandteil (mehr unter Punkt 5), auch traditionelle Geschäfte setzen auf die Trend-Zutat.

So hat die Konditoreikette Aida erst im September CBD-Brownies ins Sortiment aufgenommen. Auf der Mariahilfer Straße findet sich ein Verkaufsautomat für CBD-Marihuana, selbst Pizza mit CBD-Zusatz kann in Wien geordert werden.

3
Anbieter schalten auf stur

Für die meisten Anbieter CBD-haltiger Lebensmittel kam die Aussendung komplett unerwartet. Viele wollten von einem Verkaufsverbot zunächst nichts wissen, Aida reagierte mit den eingangs erwähnten Postings. Und versah sie mit Hashtags wie #freecbd oder #420. Der Code steht im US-amerikanischen Raum für "Cannabis".

Auf Anfrage von "Heute" heißt es bei der Traditionsbäckerei, man verkaufe die Brownies vorläufig weiter. Es gehe nicht darum, sich gegen Gesetze zu stellen. Allerdings sei vieles noch unklar. Etwa, warum der Lebensmittelhandel über die Neuerung nicht informiert war.

4
Ministerium bekräftigt: Verbot gilt

Allerdings besteht kein Interpretationsspielraum, wie ein Sprecher des zuständigen Ministeriums auf Nachfrage von "Heute.at" festhält. "Es ist irrelevant, in welcher Menge CBD im Brownie eingesetzt wird. CBD darf in Kuchen nicht verwendet werden!"

Die Lebensmittelaufsicht werde die Anbieter nun "im Rahmen allfälliger amtlicher Kontrollen" auf die Rechtslage hinweisen und die Unternehmen über die weitere Vorgangsweise beraten.

Nicht betroffen vom Verbot sind herkömmliche Lebensmittel, die Hanf enthalten, wie zum Beispiel Bier oder Hanflimonaden.

5
CBD – was ist das überhaupt?

CBD, kurz für Cannabidiol, ist ein Bestandteil des Hanfs. Im Gegensatz zum berauschenden Tetrahydrocannabinol (THC) wirkt er nicht psychoaktiv. CBD erzeugt also keinen Rausch, sondern gilt als beruhigend und schmerzlindernd. Die Langzeitwirkungen sind allerdings noch schlecht erforscht.

In Österreich sind Cannabis-Produkte mit einem THC-Gehalt von über 0,3 Prozent verboten. Viele Anbieter haben sich in jüngster Vergangenheit auf Produkte spezialisiert, die kaum THC enthalten, sehr wohl aber CBD. Wie "Addendum" schreibt, hat der erste CBD-Shop in Österreich seine Tore erst vergangenes Jahr geöffnet. Seither ist der Markt regelrecht explodiert – die Zahl der entsprechenden Geschäfte wird auf mehrere hundert geschätzt. Wie es für sie weitergeht, ist derzeit noch unklar.

Laut "Heute"-Recherchen könnte es in der Sache jedoch bereits am Mittwoch einen nächsten Paukenschlag geben.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 11.12.2018 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    CBD ohwä

    Österreich braucht anscheinend kein Geld. Gute Steuern werden nicht genommen. Nein es wird auch noch verboten. Meistens kommt es mir vor als wäre die Welt einfach nur eine schlecht gemachte Stand UP Comedy Show. Niemand lacht außer diejenigen die über uns Lachen.

  • Rudi Möller am 11.12.2018 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte noch viel mehr verbote,alles verbieten was s

    Jaja...is schon recht...alles was ein naturheilmittel ist gehört sofort verboten. Denn die pharmaindustrie hat ja nix davon. Leute, bitte kauft doch lieber die chemiebomben mit nebenwirkungen noch und nöcher welche die heimische pharmaindustrie anbietet. Damit ihr noch mehr pillen gegen die nebenwirkungen kaufen könnt. Der einzige und wahre grund warum cannabis verboten ist. Denn gehts unserer industrie gut, gehts uns ja allen gut...sagt man halt. Obs wahr ist? Hmm...

    einklappen einklappen
  • Mani am 11.12.2018 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    was denkt ihr euch denn ......

    liebe leute blau/türkis ist an der macht, was habt ihr euch gedacht und der name hartinger-klein bürgt für qualität. mitleierweile kennt und hasst sie jeder arme österreicher und jetzt kommen noch die schmerzpatienten dazu.aber auch wenn sie ausgetauscht werden sollte weis jeder woher der wind weht.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mario am 12.12.2018 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    CBD Verbot

    Während die Ostblockstaaten der Reihe nach THC legalisieren, wird bei uns CBD verboten,das keinerlei berauschende Wirkung hat. Ach was solls ich geh jetzt mal zu Aida und hol mir einen "hochgradig gefährlichen" Brownie.

  • Harry Prünster am 11.12.2018 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Einer geht noch

    Da denkt man es geht nimmer absurder und dann kommt immer wieder Hartinger Klein ums Eck. FPÖ die neue Verbotspartei (außer bei Tschik, Alkohol und Gesangsbüchern, weil das ist gesund und fein)

  • Larl Vojtila am 11.12.2018 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    ... nau sicher....

    Soweit kommts noch dass ich mir Lebensmittel verbieten lasse.... den Verkauf kann man verbieten... das konsumieren nicht....

  • Menschenrechte Beachten am 11.12.2018 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht keinen Sinn

    Es tut mir leid, aber das ist idiotisch! WIESO verbietet der Staat etwas das natürlich wächst, keine Nebenwirkungen hat und niemand das Opfer ist? wer's nicht mag, soll's bleiben lassen, aber nehmt doch nicht die Medizin von denen die drauf schwören. wieso muss man gegeneinander arbeiten? Ich versteh es nicht. das ist kein sozialer Staat.

  • Olivia am 11.12.2018 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Entscheidung

    Richtig so den Novel food darf nur Nestlé, Cola usw... auf den Markt bringen, den das ist auch Gesund. Sie müssen das Gesundheitswesen schützen, das geht nicht mit geheilten Menschen.