150 Feuerwehrmänner stemmten sich am Montag gegen ein Feuerinferno auf einem Hof (samt bekannter Käserei) in Oberndorf (Scheibbs): Die Familie Enner ist wohlauf, viele Tiere starben.
Bis in die Abendstunden dauerten bzw. dauern die Löscharbeiten bei der weit übers Mostviertel bekannten Hofkäserei Enner in Oberndorf an der Melk (Bezirk Scheibbs): Ein Wirtschaftsgebäude war in Flammen aufgegangen, auch das Wohnhaus und die Stallungen wurden beschädigt ("Heute" berichtete).
Familie bei Verwandten
Die Familie, Eltern und drei Kinder, konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, jedoch kam für viele der rund 40 Rinder jede Hilfe zu spät. "Elf Rinder wurden zu einem befreundeten Bauern gebracht", so Feuerwehrsprecher Franz Resperger. Ein Feuerwehrmann erlitt leichte Verbrennungen.
Für die Familie ist der Brand eine finanzielle Katastrophe. Denn der Schaden an dem erst errichteten Haus ist groß. Der Familienbetrieb stellt seit zwei Generationen ausgezeichneten Käse, Joghurt, Melktaler Bällchen, Schoafkaskugeln, Schafrollino und zahlreiche andere Produkte her. Der Käse bzw. die Produkte sind auch stets am Wochenmarkt in Sankt Pölten vertreten. Unzählige Male wurden die Enner Produkte bei Messen prämiert (sechs Kaser-Mandl in Gold, 15 Mal Gold bei der Wieselburger Ab Hof Messe, davon drei Mal mit 100 Punkten, 2 Mal Landessieger bei Genuss-Krone und viele andere Auszeichnungen).
Das sagt der Familienvater
Thomas Enner sagte am Montag am Telefon zu "Heute": "Es ist natürlich furchtbar, ich weiß gar nicht was ich sagen soll, das Feuer ist noch nicht mal gelöscht. Der Schafstall mit 200 Schafen konnte gerettet werden, der Rest ist eigentlich hin."
Walter Seiberl, Bürgermeister von Oberndorf: "Es ist für die Familie ein schwerer Verlust. Vor allem geht es jetzt darum, betrieblich zu überleben. Der Schaf- und Mischkäsebetrieb wurde in zwei Generationen aufgebaut, die Familie ist auf vielen Märkten präsent. Der gesamte Gebäudekomplex – Produktionsbetrieb, Stallungen und Wohngebäude – ist stark beschädigt. Teile des Gebäudes sind bis auf die Grundmauern zerstört. Die Familie ist vorerst bei Verwandten untergebracht."
Nach dem Brand müssen jetzt die kaputten Habseligkeiten der Familie entsorgt werden. "Erst dann kann man an eine Sanierung, Wiederanschaffungen und Wiederaufbau denken", so der Ortschef.
Der Link zur Homepage der Familie Enner: www.enner.at
(Lie)