Barbara Novak

10. Januar 2019 19:15; Akt: 10.01.2019 20:29 Print

"Herr Kanzler, beleidigen Sie nicht die Wiener"

Nach der heftigen Kritik von Bundeskanzler Kurz an der Wiener Landespolitik, feuert jetzt die SPÖ zurück: "Die Wiener haben es nicht verdient, herabgewürdigt zu werden."

Doorstep vor der Regierungsklausur mit Kanzler Kurz und Vizekanzler Strache (Quelle: APA/ORF)

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Bei einem Pressestatement vor der Regierungsklausur in Mauerbach übten Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) heftige Kritik an der rot-grünen Wiener Landesregierung. Denn diese hatte angekündigt, die geplante Reform der Mindestsicherung nicht umzusetzen.

In Wien gebe es laut Kanzler Kurz "immer mehr Menschen die in der Früh nicht aufstehen und arbeiten, sondern daheim sitzen bleiben". In Wien würden in vielen Familien nur noch die Kinder aufstehen, um zur Schule zu gehen, aber sonst niemand mehr, um arbeiten zu gehen, so ein Sager des Kanzlers: "Ich glaube nicht, dass das eine gute Entwicklung ist."

Die entsprechende Stelle finden Sie im Video oben ab Timecode 20:24.

Wien habe außerdem die doppelte Arbeitslosenquote als es bundesweit der Fall ist und eine dreifach höhere als Tirol, so Kurz. Und: Wien werde wohl nicht das erreichen, was es wolle, wenn die Kompetenz für die Mindestsicherung vom Land zum Bund wandere, weil Wien sie nicht umsetzen wolle.

"Massive Beleidigung" der Wiener

Die Kritik "schlechte Politik" gemacht zu haben, lässt die Wiener SPÖ aber nicht auf sich sitzen. Landesparteisekretärin Barbara Novak feuert zurück. Der Bundeskanzler unterstelle einem beträchtlichen Teil der Wiener Bevölkerung, faul zu sein und in der Früh nicht aufzustehen.

"Herr Bundeskanzler, beleidigen sie nicht die Wienerinnen und Wiener. Die Wiener Bevölkerung ist fleißig und sehr gewissenhaft", wettert die Landesparteisekretärin der SPÖ Wien, Barbara Novak, in einer Aussendung und weist Kurz' "massive Beleidigung" aufs Schärfste zurück: "Die Wienerinnen und Wiener haben es nicht verdient, vom österreichischen Bundeskanzler herabgewürdigt zu werden."

Glücksbringer für Regierung in Mauerbach

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ready? am 10.01.2019 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Wieso soll sparen statt prassen eine Beleidigung der Wiener sein? Die mehr als 12 Prozent Beschäftigungslosen und dazu mindestens nochmal so viele in Kursen, auch dabei weitere 10 Prozent die im Umfeld der Stadtregierung um Steuergeld arbeiten, sprechen eine deutliche Sprache über den Kurs der Stadtregierung. Dreifach höher als im bergigen Tirol ist ebenfalls ein Kunststück.

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  • Southpaw am 10.01.2019 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt!

    Ich bin Wiener, bin fleißig und gewissenhaft und fühle mich vom Herrn Bundeskanzler in kleinster Weise beleidigt!

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  • Bruno Bär am 10.01.2019 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsverlust

    Die Wahrheit ist manchmal halt unangenehm. Nur Alles schönreden und sich der Realität verweigern, ist zuwenig

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Liesinger am 11.01.2019 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    echte Wiener

    Sowohl Kanzler als auch Vizekanzler sind Wiener. Ganz im Gegensatz zum besonders in Wien eingebürgerten SPÖ-Wählerpotenzial.

  • Sonja am 11.01.2019 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Funktioniert nicht

    Die Wiener werden nicht herabgewürdigt sondern ihre Politiker . Jeder realistische , vernünftige , leistungstragende Wiener sieht ein , dass dieses System nicht auf Dauer funktionieren kann .

  • Vorstadtmama am 11.01.2019 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    fühle mich nicht beleidigt

    Was Herr Kurz sagt, stimmt mit meinen Beobachtungen überein. Es gibt immer mehr Menschen in meiner Umgebung, die von Transferzahlungen leben. Der Grund ist meiner Ansicht nach, dass die Wirtschaft hier in Wien buchstäblich eingeschläfert wurde. Immer mehr fleißige Wiener wandern in die westlichen Bundesländer ab oder pendeln nach Niederösterreich aus.

  • Franz Absberg am 11.01.2019 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Sparen nicht bei den Berufstätigen

    Nicht die Wiener werden beleidigt, sondern der Missbrauch der Sozialhilfe von einer Minderheit wird im Interesse der fleissigen Wiener Bevölkerung zu Recht thematisiert. Die fleissigen arbeitenden Menschen von deren Steuern der Missbrauch finanziert wird können nur dem Kanzler zustimmen.

  • Bertl Kral am 11.01.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    "Massive Beleidigung" der Wiener

    Ich fühle mich keineswegs beleidigt, sondern muss Kurz recht geben, obwohl Ich ihn nicht wähle. Man braucht in diversen Bezirken ja nur mit offenen Augen durchs Leben gehen um die Realität zu sehen ! Mit solch verzweifelten Rundumschlägen (auf anraten welcher Berater ?) werdet Ihr (Spö) keine Wahlen mehr gewinnen, sondern werdet noch froh sein, nicht gänzlich aus dem Rasthaus entfernt zu werden.