Hartinger-Klein

23. März 2019 15:40; Akt: 23.03.2019 15:40 Print

Fünf-Punkte-Plan gegen arbeitslose Flüchtlinge

Die Zahl anerkannter Flüchtlinge, die in Wien arbeitslos gemeldet sind und somit auch Mindestsicherung beziehen, soll mithilfe mehrerer Maßnahmen reduziert werden.

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Am Freitagnachmittag hat sich Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) mit dem Wiener Sozialstadtrat Peter Hacker und dem AMS-Chef Johannes Kopf zusammengesetzt, um Maßnahmen zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit von Asylberechtigten auszuarbeiten. Am Samstag wurden die Ergebnisse vorgelegt.

Beide Seiten betonten, dass der Vermittlungserfolg des AMS entscheidend von der Qualifizierung der Betroffenen abhänge, sowohl hinsichtlich der Sprachkenntnisse als auch der berufsspezifischen Qualifikationen. Dementsprechend seien die Maßnahmen gesetzt worden.

Diese fünf Schwerpunkte wurden festgelegt:

1. Ausbau der berufsspezifischen Deutschkurse in Kooperation mit Betrieben samt Prüfung des Bedarfs in einzelnen Branchen, um auch auf die Anforderungen der Wirtschaft einzugehen

2. Forcierung der Pflichtschulabschlüsse, um den Einstieg in Lehrberufen zu erleichtern. Darüber werden mit Bildungsminister Faßmann Gespräche geführt.

3. Besonderer Schwerpunkt auf arbeitslose Frauen – Deutschkurse mit individueller Vorabberatung

4. Vorbereitungen für die Organisation der überregionalen Vermittlung von Asylberechtigten und Subsidiär Schutzberechtigten in die Land- und Forstwirtschaft sowie Definition der erforderlichen Rahmenbedingungen (Transport, Nächtigung, Unterkunft)

5. Umsetzung des gemeinsamen Projekts des AMS Wien und der MA 40 der Wiener Jugendunterstützung mit dem Fokus auf Arbeitsmarktintegration von 15- bis 25-Jährigen

"Unser gemeinsames Ziel ist es, die Arbeitslosigkeit in Wien in allen Bereichen zu reduzieren – das gilt selbstverständlich auch für die Asyl- und Subsidiär Schutzberechtigten", so Hacker. Ministerin Hartinger-Klein meinte: "Gerade in einer Zeit der Hochkonjunktur muss es möglich sein viele Arbeitslose in Beschäftigung zu bringen."

Ausnutzen des Systems verhindern

Die FPÖ-Sozialministerin hatte vor einigen Tagen mit einem Vorstoß aufhorchen lassen: Sie sprach sich für eine "Arbeitspflicht" für Asylberechtigte aus. Diese könnten in der Forstwirtschaft oder der Landwirtschaft "als Erntehelfer oder im Kampf gegen den Borkenkäfer im Wald" eingesetzt werden. Der Vorstoß erntete viel Gegenwind – auch aus den eigenen Reihen.

"Ich sehe derzeit keine Notwendigkeit dafür", meinte etwa Justizminister Josef Moser (ÖVP) dazu. Dem stimmte auch Bundeskanzler Sebastian Kurz zu, verteidigte genauso wie Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Innenminister Herbert Kickl (beide FPÖ) aber die Aussagen von Hartinger-Klein. "Unser System kann nicht dafür gemacht sein, dass es Menschen unterstützt, die schlicht und ergreifend nicht arbeiten wollen", so Kurz. Die Arbeitslosigkeit müsse bekämpft werden und eine Stellenverweigerung mit entsprechenden Sanktionen geahndet. Das passiert ja bereits, immerhin ist das Ablehnen von Arbeitsangeboten mit einer Kürzung des Arbeitslosengeldes verknüpft.

Einheitlicher Stundenlohn für Asylwerber

Für Asylwerbende hingegen hat Innenminister Herbert Kickl am Samstag einen neuen Plan vorgestellt. So möchte er den Stundenlohn von Flüchtlingen für sogenannte Remunerantentätigkeiten – also Hilfstätigkeiten wie Landschaftspflege – auf ein Maximum von 1,50 Euro beschränken.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sepp am 23.03.2019 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sanktionen

    Das klingt ja alles recht und schön, dass sich die Sozialministerin mit dem Wiener Sozialstadtrat und dem AMS-Chef zusammengesetzt hat, aber ob das in Wien auch umgesetzt wird, was da ausgearbeitet wurde, bezweifle ich. Die Wiener machen sowieso was sie wollen, da kann sich nicht einmal die Regierung durchsetzen. Dem gehört endlich mal ein Riegel vorgeschoben mit harten Sanktionen. Wo simma denn?

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  • Gerhard Proske am 23.03.2019 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Maßnahme

    Die einheimischen Arbeitssuchenden hätten sich auch über so eine zielführende Fürsorge gefreut

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  • Werner Mauser am 23.03.2019 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wien ist anders - welch geniale Werbung

    Dann wünsche ich einmal alles Gute, und warte gespannt auf das Ergebnis.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 26.03.2019 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Punkt schieß alle anderen ab...

    Punkt Eins - Es ist unmöglich legal nach Österreich zu gelangen, AUSSER mit dem Flugzeug...

  • ein Bürger am 24.03.2019 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit

    Jeder der arbeitet, egal wo er herkommt, soll einen ordentlichen Lohn bekommen, alles andere ist Sklaverei.

  • Arbeitsloser am 24.03.2019 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Was müsste Hartinger-Klein tun?

    Österreichische Arbeitslose suchen dringend einen Job, sie wollen arbeiten und sie sprechen Deutsch. Die letzten Jahre (unter SPÖVP) wurden alle Schulungsmaßnahmen für Österreicher gestrichen. Stattdessen wird das Geld den Asylwerbern hinten reingestopft, wohlwissend, dass sie so gut wie nie einen Job bekommen werden. Die Wirtschaft sucht nämlich Facharbeiter. Das AMS fördert stattdessen Billigarbeitskräfte und ihre SPÖ-nahen Vereine. Das kann nicht funktionieren. Fördern Sie Österreicher. Gewähren Sie Kurse und Umschulungen zB auch vom Wifi.

    • Waldmensch am 24.03.2019 21:57 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht

      Red keine Märchen,alle Schulungsmaßnahmen wurden gestrichen unter der SPÖ-ÖVP?? Beleg das mal das will ich sehen.Ich war vor 3-4 Jahren in paar Kursen und in einem Sozialbetrieb (diese gehören aber aufgelöst)

    • Censorship am 27.03.2019 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Waldmensch

      Nicht gestrichen, aber völlig sinnfreie Pseudokurse veranstaltet.. Wie z.B. der 5 "Wie schreibe ich einen Lebenslauf" Kurs, ein "Stapelfahrerkurs" für Leute die 6 Monate vor der Pension stehen, der 53 "PC Führerschein" Kurs... Weiterbildung jedoch, wird jedoch massiv behindert...

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  • aborigini am 24.03.2019 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht erst unsere Arbeitlosen

    Ich denke, die Regierung soll erst einmal schauen, dass sie UNSERE Arbeitslosen wieder unterbringen

  • Amlacher am 24.03.2019 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher ansatz

    Ich bin leider seit 10 Jahren Arbeitslos. Gehe weder schwarzarbeiten noch verkaufe ich drogen oder töte oder bedrohe Menschen. Ich breche auch in keine Wohnung ein und kann auch mir keinen Besuch meiner erkrankten Tochter leisten die in Deutschland wohnt da ich sonst alle ansprüche für die Zeit verlieren würde und dadurch die Wohnung .( Ich bekomme gerade genug um zu überleben) Mich stören keine arbeitslosen Menschen nur das sie dann das als ausrede benutzen um Verbrechen zu begehen und für mich gesehen unangemessene forderungen zu erzwingen.

    • Censorship am 27.03.2019 09:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Amlacher

      Ich wünsche ihnen dennoch, dass sie endlich DIE Antwort bekommen, auf die sie solange warten, unter den hunderten unbeantworteten Bewerbungen... Es ist sehr schwer ab 40 einen Job zu bekommen, ab 50 wird es so wahrscheinlich, wie ein Lottogewinn... Drücke ihnen die Daumen... ;)

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