Kanzler Kurz sei gefordert

15. August 2018 14:16; Akt: 15.08.2018 14:17 Print

Islam-Gemeinschaft über FPÖ-Werbung empört

Die IGGÖ fühlt sich von einer FPÖ-Kampagne persönlich angegriffen. Laut Präsident Olgun haben die Freiheitlichen "eine rote Linie überschritten".

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) zeigt sich erschüttert über die Social-Media-Werbung der FPÖ zum Thema Sozialsystem-Missbrauch. Vizekanzler Heinz-Christian Strache hatte am Donnerstag (9.8.) via Facebook angekündigt: "Stoppen wir die Ausbeutung unseres Sozialsystems".

Umfrage
Denken Sie, dass ein Foto auf der E-Card vor Sozialbetrug schützen könnte?
17 %
81 %
2 %
Insgesamt 2869 Teilnehmer

Einem Missbrauch der E-Card möchte die FPÖ durch ein Foto auf der Karte ab 2020 vorbeugen. "Das Foto auf der e-card schützt unser Sozialsystem vor Sozialbetrug", wird als Zitat von Strache auf dem entsprechenden Sujet angeführt. Außerdem zu sehen ist darauf ein Beispiel einer solchen E-Card mit Foto. Das Bild zeigt – zwar verschwommen, dennoch klar erkennbar – eine Frau mit rotem Kopftuch. Das sorgt bei der IGGÖ für Empörung.

Untragbare Provokation

"Vizekanzler Heinz-Christian Strache verwendet, um das Thema Sozialbetrug zu behandeln, ein Foto mit einer eindeutig als Muslimin erkennbaren Person und suggeriert damit, dass Musliminnen und Muslime pauschal Sozialbetrüger seien. Diese bewusste Provokation gegenüber der muslimischen Community in Österreich ist untragbar und eines Vize-Kanzlers sowie der Bundesregierung nicht würdig", sagt Olgun, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, in einer Aussendung am Mittwoch.

Weiter führt er aus: "Hundertausende Muslime zahlen pünktlich und verlässlich ihre Steuern sowie Abgaben und leisten tagtäglich einen wertvollen Beitrag für das gesellschaftliche Leben in Österreich."

Kanzler Kurz müsse so etwas unterbinden

Für Olgun sei das Schweigen dazu äußerst enttäuschend und ein Zeichen dafür, dass "Islam-Bashing in großen Teilen der Gesellschaft salonfähig geworden" ist. "Für uns steht aber jedenfalls fest, dass eine rote Linie überschritten wurde."

Bundeskanzler Sebastian Kurz fordert die IGGÖ deshalb auf, Stellung zu beziehen: "In dieser Situation sehe ich Bundeskanzler Sebastian Kurz in der Pflicht, derartige Untergriffigkeiten seiner Regierungskollegen zu unterbinden", so Olgun.

Auf diesen Beitrag bezieht sich die Kritik:

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Phönix am 15.08.2018 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    IGGÖ empört!?

    Warum? Bisher hat es doch immer geheißen, das Kopftuch ist kein "Ausdruck des Glaubens". Und plötzlich: Das Bild zeigt zwar verschwommen, dennoch klar erkennbar eine Frau mit rotem Kopftuch. Das sorgt bei der IGGÖ für Empörung. Wie jetzt? Wendehalspolitik?

  • Mia am 15.08.2018 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Olgun,

    es ist die Wahrheit was Strache sagt, die reine Wahrheit. Also bitte nicht so gekünstelt aufregen.

    einklappen einklappen
  • Bert am 15.08.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnwitz

    Das die immer gleich beleidigt sind . Warum fühlen die sich wohl dadurch angeprangert ? Wie heißt es so schön - Wie der Schelm denkt so ist er - Selbst wenn ein Foto von der Minnie Maus zu sehen wäre täten sie sich angesprochen fühlen .

Die neuesten Leser-Kommentare

  • pascal am 22.08.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    eine erdbebenähnliche Erschütterung

    Mich erschüttert es überhaupt nicht, dass die IGGÖ jetzt so erschüttert ist. Je erschütterter, desto besser. Die Dachorganisation der ohne jede Notwendigkeit nach österreich importierten Muslime ist genauso europainkompatibel wie die Million Parallelösterreicher muslimischer Religionszugehörigkeit. Nicht nur die e-card sollte ihnen falls missbräuchlich verwendet entzogen werden, sondern die Doppelbürgerschaft und vor allem sämtliche Sozialzuwendungen. "Sozial" ist ja ein aufgelegter Widerspruch im Hinblick auf Menschen, die Ungläubige als Untermenschen einstufen.

  • Hans am 16.08.2018 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Dann machen wir das Fass richtig auf!

    Die IGGÖ lehnt sich sehr weit aus dem Fenster. Ihr sollte bewusst sein, dass die Mitversicherung von Familienangehörigen, die in der Türkei leben, jetzt in die Diskussion kommen muss. Das ist in Österreich kaum bekannt, dass diese Regelung in einem Staatsvertrag festgelegt ist. Deutschland hat einen ähnlichen Vertrag abgeschlossen. Dadurch zahlt Europa die Krankenversicherung der halben Türkei mit. Also gut, liebe IGGÖ, diskutieren wir endlich mal darüber!

    • pascal am 22.08.2018 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      Hans

      Der ganze Ankaravertrag sollte von der EU aufgekündigt werden. Zur Erinnerung: es handelt sich um den 1963 abgeschlossenen Assozierungsvertrag zwischen der Türkei und der damaligen EWG, der dieses asiatische Staatsgebilde in vieler Hinsicht einem Vollmitglied gleichstellt. DAS wäre tunlich, und nicht die absurden Beitrittsverhandlungen.

    einklappen einklappen
  • Wolf am 16.08.2018 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    Merkwürdige Argumentation

    Merkwürdig ist die Argumentation, man leiste Abgaben und einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag. Wodurch und für welche Gesellschaft wertvoll? Das Leisten von Steuern und Abgaben ist eine geregelte Pflicht, die bei Nichteinhaltung rechtlich zu ahnden ist!

  • Güzkö am 15.08.2018 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Der Vergleich macht sicher

    Was ist eigentl der Grund dass von den hunderttausenden türkischstämmigen in Ö über 20% arbeitlos sind. Das wären dann allein 50.000 bis 60.000 Personen von dzt ca. 340.000 Arbeitslosen in Ö. Sollte näher analysiert werden wie viel wird tatsächl. an Steuern bezahlt u. wieviel wird aus Steuern bezahlt. Soll Ist Vergleich

  • Pierre am 15.08.2018 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Zentralrat...

    ...der Dauerempörten meldet sich wieder einmal!