Ministerin Schramböck

06. Februar 2019 13:47; Akt: 06.02.2019 13:51 Print

Firmen mit Papamonat "nicht weiter belasten"

Dass ein Papamonat für alle – wie Sozialministerin Hartinger-Klein zunächst angekündigt hatte – kommen wird, scheint immer unwahrscheinlicher.

"Papamonat ist zu teuer", meint die Wirtschaftsministerin Schramböck. (Bild: imago stock & people)

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Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) hat sich gegen einen Rechtsanspruch auf den "Papamonat" ausgesprochen – zumindest solange es nicht gleichzeitig eine Entlastung für die Wirtschaft gibt.

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Soll es einen Rechtsanspruch auf einen Papamonat geben?
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15 %
3 %
Insgesamt 754 Teilnehmer

"Die Unternehmen wollen Arbeitsplätze sichern. Wenn wir in Österreich ohnehin ein hohes Niveau an Leistungen haben, und das sieht man ja an den Lohnnebenkosten, dann können wir die Firmen nicht weiter und weiter belasten. Was wir sicher tun können, ist darüber diskutieren, ob wir etwas einführen und wo anders dafür entlasten", erklärte Schramböck.

Abgesehen davon zweifelt die Ministerin an, ob es sinnvoll ist, in Österreich etwas einzuführen, was in abgewandelter Form ohnehin europaweit umgesetzt wird. Gemeint ist die EU-Richtlinie , wonach Väter europaweit Anspruch auf zehn Tage Vaterschaftsurlaub bekommen sollen. Die Zeit wird in Höhe des Krankengeldes abgegolten.

Entweder EU-Richtlinie oder Papamonat

"Das Sozialministerium hat ja die EU-Richtlinie verhandelt. Da ist der Papamonat schon ein bisschen ein Widerspruch, das geht sich irgendwie nicht aus. Entweder mache ich vier Wochen oder die Umsetzung der EU-Richtlinie", so die VP-Ministerin. Zeitgleich bekrittelte Schramböck ein "zu viel der Bürokratie" innerhalb der EU. Es gebe in Europa größere Probleme zu lösen, als festzuschreiben, wie viele Tage Vaterschaftsurlaub in Anspruch genommen werden dürfen.

Die EU-Richtlinie sei dennoch bereits festgelegt und wird somit kommen. "Aber wir müssen dann andere Dinge finden, wo wir entsprechend entlasten."

(Im Video: Hartinger-Klein will Papamonat für alle)

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) hatte am Sonntag in der ORF-Pressestunde angekündigt, dass ein Rechtsanspruch auf den Papamonat kommen würde. Tags darauf wurde sie vom Koalitionspartner ÖVP eingebremst. Man sei in Gesprächen und werde den Vorschlag regierungsintern klären, hieß es.

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(ek)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Monika B. am 06.02.2019 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Wie immer halt, was Gutes groß Ankündigen und dann nicht durchziehen. War ja klar das, dass den schwarzen nicht passen wird. Eine reine Unternehmerregierung ist das. Keiner der beiden bekommt meine nächste Stimme. Ich will keine Partei die nur für die Unternehmer da ist und ich will auch keine Partei die um jeden Preis regieren will und dabei ihre Wahlversprechen der Reihe nach bricht.

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  • Censorship am 06.02.2019 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Reine Show....

    Erneut gegen Arbeitnehmer... Selbst erlebt, Männer, die sich den "Papakarenz", dazu zähle ich den Papamonat, nehmen, sind die ersten, die bei einer Reduzierung des Personals raus fliegen...

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  • Vorstadtmama am 06.02.2019 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schade..

    Im Gegensatz zum Vizekanzler und der Sozialministerin hat unsere Wirtschaftsministerin noch keine Kinder und hat daher keine Ahnung, wie stressig die ersten Monate für die ganze Familie sind. Die meisten Firmen kommen den Jungvätern eh entgegen und gewähren Urlaub zum richtigen Zeitpunkt.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Wm am 07.02.2019 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Die Wirtschaft sagt nein, das wars oder glaubt wirklich jemand solange eine gewisse Partei an der Macht ist stimmt die gegen wirtschaftliche Interessen. Hört auf mit den Träumereien

  • Ilse am 07.02.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Eindeutig

    Da hat die Ministerin Recht, die OMV schaffte nur 2 Milliarden Gewinn.

  • Erwin am 07.02.2019 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    doch nur Steigbügelhalter

    Wozu ist die FPÖ in der Regierung wenn sie eh nichts entscheiden darf?

  • Heinz am 07.02.2019 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Eindeutig

    Die Wirtschaft muss entlastet, Hr. Pierer konnte nur 436000 an Hr. Kurz spenden.

  • Tini am 07.02.2019 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    EU-Richtlinie?

    wir sind in der EU und es gibt eine EU-Richtlinie, dann setzt doch die 10 Tage Vaterschaftsurlaub um, besser als gar nichts.