Kurz und Strache einig

28. November 2017 17:30; Akt: 28.11.2017 19:24 Print

"Deutsch vor Schulantritt ist Voraussetzung"

Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache haben Details zum Bildungspaket enthüllt: Ta­ferl­klass­ler sollen schon vor Schulbeginn Deutsch sprechen können.

ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache haben erste Details zum Bildungspaket enthüllt. (Quelle: Video3)
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Am heutigen Dienstag, um 12 Uhr, trafen sich die Chefverhandler Kurz und Strache, um das Bildungskapitel zu finalisieren. Erste Details sind ja bereits durchgesickert - so sollen in den Volksschulen wieder Schulnoten eingeführt werden.

Eigentlich wollten Kurz und Strache vier Stunden später, um 16 Uhr vor die Presse treten, um Details des Bildungspaketes zu präsentieren. Nach der akademischen Viertelstunde Verspätung war es dann schließlich so weit: "Heute" übertrug und tickerte die Pressekonferenz live (siehe unten).

Deutsch vor Schuleintritt

Einig ist sich Türkis-Blau besonders beim vielfach betonten Thema "Deutsch vor Schuleintritt". In einem verpflichtenden zweiten Kindergartenjahr soll Kindern, welche nicht gut genug Deutsch sprechen, nachlernen. Vor einer Aufnahme in eine Volksschule soll ihr Sprachniveau in einem Gespräch getestet werden. Zusätzlich dazu sollen verpflichtende Nachmittagskurse, bzw. Sommerkurse eingeführt werden.

Lesen, Schreiben und Rechnen als Grundkompetenzen sollen außerdem viel stärker in den Fokus rücken. Strache bezeichnete die österreichischen Kinder als "Rohdiamanten", welche auf ihrem Bildungsweg mit ausreichendem Wissen und Kompetenzen für ihren Zukunftsweg ausgestattet werden müssten.

"Sehr Gut" bis "Nicht Genügend"

Als Bewertungsgrundlage soll wieder das altbekannte, fünfstellige Notensystem von "Sehr Gut" bis "Nicht Genügend" dienen und so klare Auskunft über den Bildungsstatus der Kinder geben. Ergänzend dazu soll eine verbale Bewertung erfolgen, das sei "positiv zu sehen" und "sinnvoll", merkte VP-Chef Kurz an.

Generell wolle die künftige Koalition auch den Sektor Lehre und Fachausbildung getreu dem Motto "Land der Meister" ausbauen und stärken, so Strache. Auch die Weiterentwicklung von BHS und HTL werde in Abstimmung mit der Wirtschaft vorangetrieben.

Wird BIFIE geschlossen?

Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, wolle Türkis-Blau auch das 2008 gegründete Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des Bildungswesens, kurz BIFIE, schließen, nachdem es in der Vergangenheit immer wieder wegen Unstimmigkeiten und Datenlecks in die Schlagzeilen geraten war.

Des weiteren soll ein verpflichtender Ethik-Unterricht für all jene eingeführt werden, die sich vom Religionsunterricht abmelden. In allen Bundesländern sollen außerdem spezielle Ausbildungszentren für Hochbegabte nach dem Vorbild der Karl-Popper-Schulen geschaffen werden, heißt es in dem Bericht.

Der weitere Fahrplan

Vielleicht fährt Sebastian Kurz bereits als Bundeskanzler zum nächsten EU-Gipfel am 14. Dezember – dazu müssen die Verhandler von VP und FP allerdings das Tempo erhöhen.

Einigen sich die beiden Parteien bis zum Wochenende nach dem 8. Dezember auf ein Koalitionspapier, könnte die Angelobung in der Hofburg rund um den 11. Dezember erfolgen – und Kurz wäre Mitte Dezember bereits als jüngster Kanzler aller Zeiten beim EU-Gipfel.

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(red/rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • genug am 28.11.2017 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    kuck Mutti

    mit blau läuft es wesentlich professioneller ab als mit rot. und unsere großen nachbarn könnten sich eine scheibe runterschneiden. bislang.

  • Christian am 28.11.2017 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Suddern

    Alle suddern wegen ÖVP und FPÖ. Haben noch nichts gemacht und sind immer die bösen. Lasst sie Mal machen. Schlimmer kann es nicht werden.

  • Van Degen am 28.11.2017 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Na endlich

    Na endlich ich glaube für eine gewisse Bevölkerungsgruppe wird der bisherige Lenz in der sozialen Hängematte ohne jemals deutsch gelernt zu haben vorbei sein. Schwarz-Blau die beste Entscheidung.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 29.11.2017 06:48 Report Diesen Beitrag melden

    Problematische Parallelkultur

    Solange wir mit unserem vertrottelten Sozialsystem Leute aus aller Welt anlocken, wird es das Problem der Parallelkulturen geben. Machen wir uns nichts vor - die Leute sind nur hier, um vom Wohlstand zu profitieren. Unsere Kultur und Sprache sind ihnen herzlich egal.

    • Kritischer Geist am 29.11.2017 11:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Max Mustermann

      Mehr noch: Unsere Kultur und Sprache ist für "Rechtgläubige" die Kultur und Sprache von Ungläubigen, auf die man herabblickt. Zwar kommen Millionen illegaler Einwanderer nach Europa weil die ganze islamische Welt weiß, dass nicht-muslimische Länder weit mehr zu bieten haben als muslimische. Aber die Abneigung gegen Ungläubigen sitzt den meisten tief in den Knochen. Warum sich also anpassen, wenn es man auch ohne Anpassung Geld fürs Nichtstun überwiesen bekommt?

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  • M Uzun am 29.11.2017 00:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus austria

    6 jahrige kind wegen deutsch pflicht 2 jahre später schul beginn mit 8 jahre wenn alles gut gelaufen mit 12 jahr volksschull abschluss wenn 1 klasse wieder holen muss Mit 13 Volksschule Abschluss..!!ist es viel zu spät ein anderes Lösung müssen geben Sowie Beispiel die Kinder nicht deutsch gut beherrschen nach schule zusatz deutsch Unterricht verpflichten wäre mein sicht besser.

    • gerraldo am 29.11.2017 03:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M Uzun

      Eltern und Erwachsene generell könnten schon mal mit gutem Beispiel vorangehen und ordentlich Deutsch lernen! Was meinen sie dazu?! Aber leider wird in den Familien weiterhin nur in der Muttersprache gesprochen, statt zu sagen "Wir sind in Österreich und hier wird Deutsch gesprochen, also sprechen auch wir Deutsch!"

    • Mar am 29.11.2017 06:41 Report Diesen Beitrag melden

      Tin

      Sie haben die wesentlichen Punkte darin nicht verstanden. Wenn ein Kind nicht gut Deutsch kann, kann es dem Unterricht nicht folgen... Daher bringt es herzlich wenig, die nicht erlernten Deutschkenntnisse erst nach dem Pflichtschulabschluss mit 15 od 16 Jahren nachzuholen! Weiters müssen Deutsch sprechende Kinder vor dem damit einhergehenden absinkenden Schulniveau bewahrt werden.

    • Dani am 29.11.2017 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mar

      DANKE... ohne fundierte Deutschkenntnisse hat Einschulung wenig Sinn.

    • Kritischer Leser am 29.11.2017 08:49 Report Diesen Beitrag melden

      Missverständnis

      Sie haben da etwas missverstanden: 2-Jahre Kindergartenpflicht von 4 bis 6 Jahren!!! Was sie da beschreiben ist schlichtweg falsch!

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  • Österreicher am 28.11.2017 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Deutsch nicht notwendig

    Nicht Notwendig,Deutsch braucht man heute in Österreich sowieso nicht unbedingt. Ich als Österreicher habe mich meinen Ausländischen Kumpels angepasst und rede jetzt deren Muttersprache.

  • gzu am 28.11.2017 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grüne fpö

    prinzipiell absolut sinnvoll, dass normale schulen Deutsche sprachkenntnisse voraussetzen. mich wundert es dass darüber überhaupt diskutiert werden muss. das bedeutet integration jeglichen zu Recht (nicht illegal) fremdsprachigen ausländers bereits im kindergarten alter. Super Idee, und fraglich wie es finanziert wird. bin weiß gott kein strache/kurz fan, aber wenn sie das schaffen, haben sie rot/grüne aufträge umgesetzt. respekt!

    • helena am 28.11.2017 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @gzu

      prinzipiell richtig, nur leider wieder mal Türkis/blauer populismus... oder wollen sie einen 6jährigen mit sprachdefiziten nicht einschulen? mal wieder blaues Geschwätz ohne lösungsansatz.... der weg in den regierungsbruch spätestens 2019

    • Dani am 28.11.2017 23:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @helena

      Klar kann er eingeschult werden, SOLL er eingeschult werden. Aber beginnend mit einem Jahr Deutschunterricht. Besser der Sprache mächtig und somit erst bildungsfähig mit 7 in der ersten Klasse beginnen als mit 6 Jahren, deutlichen Sprachdefiziten, irgendwie durchgeschliffen von Lehrern dann dastehen und im Hilfsarbeiter Werdegang zu landen. Fakt ist, ohne ausreichend Deutschkenntnisse ist nunmal eine gute Ausbildung und Integration halbherzig und somit fehlgeschlagen

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  • Hubert Huber am 28.11.2017 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverständlichkeit

    Ich dachte immer, dass es selbstverständlich sein muss deutsch zu können und zu verstehen , dass man eingeschult werden kann. Die geplanen Maßnahmen sind absolut nur überfällig.