Neue Details

26. April 2019 11:37; Akt: 26.04.2019 12:10 Print

Steuerreform: Wenig-Verdiener werden entlastet

Es sind ein paar neue Details zur Steuerreform durchgesickert. Geringverdiener sollen entlastet werden, die Wirtschaft zeigt sich aber eher unerfreut.

Symbolbild (Bild: picturedesk.com)

Symbolbild (Bild: picturedesk.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach dem Ministerrat am Feiertag will die Regierung am 1. Mai die neue Steuerreform präsentieren. Vorab sind aber neue Details durchgesickert.

Wie die "Krone" berichtet, sollen Geringverdiener entlastet werden, die versprochene Senkung der Körperschaftssteuer kommt nun doch nicht - was der Industrie gar nicht gefällt.

Steuerreform konkret

Die Steuerreform wird in drei Etappen durchgeführt. Die erste Etappe kommt 2020 mit der Senkung der Sozialversicherungsbeiträge. Ein Jahr später sollen dann die Tarifstufen angepasst werden. Die letzte Etappe soll 2022 mit der Abschaffung der kalten Progression folgen.

Im ersten Schritt sieht Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) eine wichtige Entlastung vor allem für Geringverdiener. Auch jene, die gar keine Lohnsteuer zahlen, würden durch gesenkte Sozialversicherungsbeiträge eine "unmittelbar spürbare Einkommensverbesserung" haben. Dies soll am 1. Jänner 2020 in Kraft treten.

Neue Tarifstufen für die Lohnsteuer sollen dann 2021 folgen. Derzeit beginnt diese schlagartig mit 25 Prozent. Die ÖVP stellt sich hier einen Beginn mit 20 Prozent vor, in den weiteren Stufen soll es mit 30 und 40 Prozent weitergehen. Der Spitzensteuersatz von 55 Prozent bleibt bestehen. Den Entlastungseffekt beziffert man hier mit 4,5 Milliarden Euro.

Trotz der Steuersenkung soll auch die Staatsverschuldung weiter sinken: "Wir erfüllen auch erstmals alle EU-Vorgaben inklusive Maastricht-Kriterien", sagte Löger zur "Krone".

Industrie nicht glücklich

Der Industrie gefallen die durchgesickerten Pläne hingegen gar nicht. Die versprochene Senkung der Körperschaftssteuer soll nun doch nicht kommen. Sie beträgt derzeit 25 Prozent.

Statt einer generellen Senkung soll es nun eine teilweise Reduktion geben bis zu einer Gewinn-Grenze von 100.000 Euro. Das käme vor allem Klein- und Mittelbetrieben zugute. Auch die Einkommenssteuer soll sinken. Aufgrund der kleinteiligen Struktur der heimischen Wirtschaft würden immerhin 80 Prozent der Betriebe davon profitieren.

Große Industriebetriebe wie die Voest, OMV oder Infineon würden davon aber nichts haben. Und das deswegen rumort es jetzt.

Der Boss der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, ärgert sich darüber: "Wenn sich das bestätigt und nicht in letzter Minute geändert wird, halte ich das für einen schweren Fehler. Das wäre ja eine Mini-Entlastung und in Wahrheit eine standortpolitische Nullnummer", sagt er zum "Kurier".

Im Bundeskanzleramt bleibt man gelassen: "Die Industriellenvereinigung kennt die konkreten Überlegungen der Regierung nicht und kommentiert Dinge, bevor sie präsentiert sind", heißt es dort.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(csc)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hari am 26.04.2019 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ruder rumreissen

    2 Milliarden im Jahr weniger an die Eu zahlen damit mehr Geld für die Steuerr. Im Land bleibt, weil es d. eigen. Bevölkerung immer schlechter geht

  • Francis Lane am 26.04.2019 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    war klar

    war klar, das die unternehmen die eh meist in Steueroasen werken und jedes jahr immer größere Milliardengewinne machen, da was dagegen haben, das nicht noch mehr bekommen......

  • Bruno Bär am 26.04.2019 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungerecht

    Irgendwann wird es nur mehr ein paar tausend Leute geben, die überhaupt noch Einkommensteuer zahlen.. Die Steuer und Beitragszahler sind eine aussterbende Rasse wie die Dinosaurier

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Django am 27.04.2019 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Steuersatz für alle.

    Ich bin für EINEN Steuersatz bis zu einem Brutto Jahres Verdienst von - 50.000 Euro.

    • Fred von Jupiter am 28.04.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Django

      Ich bin dafür, dass 50.000 Euro im Jahr steuerfrei sind, darüber gilt ein Steuersatz von 95 Prozent.

    einklappen einklappen
  • Angel66 am 27.04.2019 02:15 Report Diesen Beitrag melden

    Strengt euch noch ein bisserl an!

    Also wenn die FPÖ/ÖVP es jetzt noch schaffen, dass sie die Österreicher wieder mit 55/60 in Pension schicken, und die Eingewanderten in den Arbeitsprozess dafür einführen, dann haben sie auf allen Längen für lange mehr geleistet als die Regierungen vor ihnen und natürlich voll für uns alle gewonnen! NUR - sie müßten es JETZT machen..nicht nur versprechen, denn dann kommen auch die Wähler ins Vertrauen! ERST die LEISTUNG, dann zahlt das Volk freiwillig mit der Stimme!

  • Denker am 26.04.2019 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Lohnsteuern Senken

    Unter SPÖ Kanzler Faymann kam es zu einer Lohnsteuersenkung, eine weitere ist bei der Wirtschaftslage locker machbar. Senkung der SV Beiträge ist ein Fragwürdiges Geschenk, denn dass Geld fehlt dann im Gesundheitssystem und Schwarz Blau wird wohl kaum mit Steuern für Millionäre und Milliardäre gegenfinanzieren . Ärztemangel kann tödlich sein.

    • Fred von Jupiter am 28.04.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Denker

      Aber nein! Im Gegenzug werden die Pensionen radikal gekürzt, bevor die geburtenstarken Jahrgänge 1960-1961 in Pension gehen dürfen.

    einklappen einklappen
  • Christian am 26.04.2019 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das wirklich umgesetzt wird....

    ...werden unsere Linken aber ziemlich angep.... sein ! Da bleibt bei der nächsten Wahl dann für sie nur mehr ein Bodensatz von ca. 30 % übrig ! Warum sollten ca. 70 % dann jemanden anderen als ÖVP und FPÖ wählen ? ;)

    • Fred von Jupiter am 28.04.2019 10:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Christian

      Glauben Sie wirklich, dass die Schwarzen den kleinen Leuten etwas schenken (siehe Familienbonus!)? Wie hoch ist die Steuerersparnis für Menschen, die jetzt schon keine ESt bezahlen? Wie wird die Reduzierung der SV-Beiträge wohl gegenfinanziert? Warum waren alle schwarzen Finanzminister seit Grasser nicht fähig, so eine "tolle Reform" durchzuführen?

    einklappen einklappen
  • lucifer am 26.04.2019 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    bescheidene frage

    und warum haben so etwas , oder noch besser und rascher, die ROTEN NICHT umgesetzt... zeit hätten sie ja wahrlich genug zur verfügung gestellt bekommen, einstmals,dazumals..