Sarrazin-Gespräch

15. März 2019 07:47; Akt: 15.03.2019 09:20 Print

Strache wettert gegen "islamische Kindergärten"

In 150 islamischen Kindergärten in Wien sollen "mit Hasspredigten die Kinder zu Märtyrern erzogen werden", kritisierte der Vizekanzler am Donnerstagabend.

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Autor Thilo Sarrazin am Donnerstag, 14. März 2019, im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation des Buches "Feindliche Übernahme" in Wien. (v.l.n.r.) Autor Thilo Sarrazin, EU-Mandatar Harald Vilimsky, FPÖ-Stadtrat Maximilian Krauss, Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Autorin Laila Mirzo im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation des Buches "Feindliche Übernahme" in Wien. Autor Thilo Sarrazin am Donnerstag, 14. März 2019, im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation des Buches "Feindliche Übernahme" in Wien. (v.l.n.r.) Autor Thilo Sarrazin, EU-Mandatar Harald Vilimsky, FPÖ-Stadtrat Maximilian Krauss, Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Autorin Laila Mirzo im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation des Buches "Feindliche Übernahme" in Wien. Autor Thilo Sarrazin am Donnerstag, 14. März 2019, im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation des Buches "Feindliche Übernahme" in Wien. (v.l.n.r.) Autor Thilo Sarrazin, EU-Mandatar Harald Vilimsky, FPÖ-Stadtrat Maximilian Krauss, Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Autorin Laila Mirzo im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation des Buches "Feindliche Übernahme" in Wien. (v.l.n.r.) Autor Thilo Sarrazin, EU-Mandatar Harald Vilimsky, Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Autorin Laila Mirzo im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation des Buches "Feindliche Übernahme" in Wien. (v.l.n.r.) Autor Thilo Sarrazin, EU-Mandatar Harald Vilimsky, FPÖ-Stadtrat Maximilian Krauss, Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Autorin Laila Mirzo im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation des Buches "Feindliche Übernahme" in Wien. Autor Thilo Sarrazin am Donnerstag, 14. März 2019, im Rahmen einer Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation des Buches "Feindliche Übernahme" in Wien.

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Bei der Buchpräsentation des umstrittenen Autors Thilo Sarrazin am Donnerstagabend diskutierte dieser mit der FPÖ und ihren höchsten Vertretern.

Vizekanzler Heinz-Christian Strache war da, sowie EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky. Der Wiener Stadtrat Maximilian Kraus (ebenfalls FPÖ) moderierte das Gespräch, an dem auch Laila Mirzo, die als Islam-Expertin vorgestellt wurde, teilnahm. Sie stimmte im Laufe des Abends in die scharfe Kritik der Runde an Islam, Islamismus und Islamisierung mit ein.

"150 Kindergärten"

Strache konzentrierte seine Kritik zunächst auf Wien. Da gebe es bereits "150 islamische Kindergärten, wo mit Hasspredigten die Kinder zu Märtyrern erzogen werden sollen", meinte er.

Als schlechtes Beispiel nannte er die Türkei. Man sehe dort, wie schnell sich ein Staat muslimisch radikalisieren könne. Die Türkei, da kritisierte Vilimsky auch die EU, dürfe auf keinen Fall beitreten. Die Europäische Volkspartei (EVP) und die Europäischen Sozialdemokraten (SPE) schimpfte er dafür, sich beim Abbruch der Verhandlungen mit der Türkei nicht einig werden zu können.

"Dunkle Mächte"

Vilimsky schürte in Bezug auf die EU-Wahl im Mai auch Verschwörungstheorien: Es gebe eine "Fraternisierung mit dem Islam bei vielen Gruppen innerhalb der europäischen Institutionen", man könne aber noch eine "Kehrtwende" schaffen. Mutmaßlich bevor eine "Feindliche Übernahme" stattfinden würde, so heißt auch Thilo Sarrazins neues Buch.

Überhaupt sah Vilimsky dunkle Mächte am Werk. Diese seien "dunkler und stärker" als in Österreich (wo man bereits erfolgreich gegen den politischen Islam vorgehe), aber "die Chance ist da". Er will bei der Wahl "zweitstärkste Kraft" werden. Die Einwanderung will Vilimsky "auf null reduzieren" und diejenigen, die sich nicht integrieren wollen, "in ihre Ursprungsländer zurückbekommen". Er betonte: "Wir wollen keinerlei Form des Islamismus dulden."

Muslimische Gesellschaft

Sarrazin erzählte den Teilnehmern und dem Publikum über den Inhalt seines Buches. In etwa "40 Jahren" werde die Bevölkerung mehrheitlich muslimisch sein, glaubt er, weil muslimische Familien mehr Kinder als die übrige Bevölkerung bekommen würden.

Dass Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes in Deutschland dieser Meinung widersprechen, bleibt unerwähnt. Einer Erhebung zufolge ist der Unterschied in der Geburtenrate bei Migrantinnen nicht dramatisch UND er passt sich von Jahr zu Jahr an das Niveau der "Einheimischen" an.

"Keine Religion des Friedens"

Während Strache und Vilimsky vorsichtig sind, bei Begriffen wie "Islamismus" und "politischer Islam" zu bleiben, ist Sarrazins Meinung klar: Er kritisiert gleich die ganze Religion.

Der Islam sei mehr als eine Religion, er sei eine politische Ordnung, die "Meinungsfreiheit und Demokratie behindert". Der Islam sei "beim besten Willen keine Religion des Friedens", glaubt er.

Eine (etwas merkwürdige) Einschränkung bringt er dann doch zustande: Man dürfe diese Aussage nicht auf einzelne Muslime beziehen, sondern nur auf die Mehrheit der Gläubigen. Solche, die eine aufgeklärte Form des Islam unterstützten, seien eine kleine Minderheit.

"Kernstück des Islams"
Als einzige Frau in der Diskussionsrunde fiel die Autorin dafür mit den radikalsten Aussagen von allen auf. Sie sieht im Islam keine Religion wie jede andere, sondern eine "politische Bewegung", die sich nun "Europa vornehmen" wolle. "Der orthodoxe Islam ist unvereinbar mit unserer Kultur", sagte sie. Und legte nochmal nach: "Terror und Gewalt sind keine Perversion des IS, sondern Kernstücke des Islam".

Sarrazin ein Feminist?

Sarrazins Heilmittel, um eine muslimische Gesellschaft zu verhindern, ist übrigens - etwas überraschend - der Feminismus. Er will die Emanzipation muslimischer Mädchen und Frauen in den Schulen fördern, denn "echte Gleichberechtigung würde den Zusammenbruch des Islam auslösen", erklärte er.

Nach Sarrazins Erklärungen dankte ihm Vilimsky für seine Arbeit. Die Diskussion dauerte in etwa zwei Stunden und wurde live auf Straches Facebook-Seite übertragen. Sehen Sie in unserem Video (oben) eine Zusammenfassung.

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(csc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Die neue Sabrina am 15.03.2019 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    und siehe da

    der HErr Hahn will dass die EU die Verhandlungen mit der Türkei wieder aufnimmt, ein Land welches sicherlich nicht Europäische Werte pflegt.

    einklappen einklappen
  • Christian am 15.03.2019 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wie sagte schon Schopenhauer:

    Wenn wir gegen Ungeheuer kämpfen, sollten wir darauf achten das wir nicht selbst zu solchen werden. Ich behaupte : Um so wenige eigene Opfer wie möglich zu haben, werden wir zu einem noch schlimmeren Ungeheuer werden müssen !!!

  • angelina am 15.03.2019 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    nein

    wenn man das weiter zulässt, wird das ein grosses problem und weit weg von integrazion... das ist nicht akzeptabel!

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mal ehrlich am 19.03.2019 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht integrieren?

    Verstehe noch immer nicht den Sinn von islamischen Kindergärten in Wien. Ich bin auch in Australien aufgewachsen und um mich zu integrieren war ich an australischen Schulen, die nicht unbedingt Römisch katholisch waren, habe das dortige Essen gegessen, die Sprache gelernt, australische Freunde gefunden und habe nie Rassismus in irgendeiner Art und Weise mir gegenüber erlebt. Es sind immer die, die sich nur eine Parallelgesellschaft aufbauen wollen ohne jegliche Anzeichen der Integration, die von Rassismus berichten.

  • hanna am 16.03.2019 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fr

    Islam Ich frage mich wozu brauchen wir in Österreich Islam Kindergärten? Es wäre die beste Integration wen sie in unsere Kindergärten gingen. Sie würden gleich unsere Sprache lernen.

  • Der/Puuuuuuuu am 16.03.2019 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Der Sportminister kenn sich aber super aus.

  • A Theist am 16.03.2019 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schafft die Religionen ab

    Gebt mir irgendeinen Beweis dass sowas wie ein gottähnliches Wesen(?) existiert. Nur dann haben Religionen eine Existenzberechtigung. Der Menschheit selbst haben Religionen (mit Ausnahme des Buddhismus vielleicht) nur unendliches Leid zugefügt. Religion ist nur eine primitive Sehnsucht von Sterblichen, die narzistischerweise nicht wahrhaben und akzeptieren wollen, dass ewiges Leben und das "Paradies" eine Mähr und eine riesige Lüge sind.

    • Desert Eagle am 16.03.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      Daß die Erde eine Kugel ist

      und sich um die Sonne bewegt, ist auch eine Lüge. Es gibt auch keine gut 100 Elemente, sondern nur vier, die Entstehung der Erde dauerte nur eine Woche und nicht knapp 5 Milliarden Jahre, und von Süßigkeiten wird man nicht dick.

    • E.T. am 16.03.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

      Alles abschaffen, geht das?

      Gebt mir irgendeinen Beweis dass sowas wie ein gottähnliches Wesen(?) NICHT existiert. Religion und Gottglaube 2 Paar Schuhe. Kein Beweis, aber immerhin nachdenkenswert: Sie bauen ein Haus? Was brauchen sie zuerst? Einen Plan, oder schmeißen sie die Ziegel einfach so aufeinander.(Mundls Gartenhaus ohne Tür). Die Natur entstAbschgaffen was nicht abgeschaft bwerden kannand aus dem Nichts? Oder gab es vielleicht doch vorher einen Plan? Wer erstellte diesen?

    • Ignazgortngschirll am 16.03.2019 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A Theistn

      Haben Sie irgendeinen Beweis das es Gott nicht gibt? Also lassen Sie die Menschen glauben an was immer die Menschen glauben wollen und sprechen Sie den Gläubigen Menschen nicht den Glauben ab. Die Mehrheit der Gläubigen Menschen tut dies e im Frieden. Es ist nur eine geringe Menge die dies mit der Waffe Hand tun. Genauso sollte man dann Ihrer Ansicht nach Politik, Sport(Hooligans), usw verbieten? Wo fängt das an wo hört Ihre Bevormundung denn auf?

    einklappen einklappen
  • Jasi am 16.03.2019 06:04 Report Diesen Beitrag melden

    Unfair

    Und jüdische kappal und umhänge? Und deren kindergärten und schulen? Wenn dann alles abschaffen ode alles lassen. Ist echt unnötig