Bilanz zu Tempo 140

15. November 2018 10:01; Akt: 19.11.2018 13:01 Print

"Wir machen zu Realität, was Wirklichkeit war"

Verkehrsminister Hofer und die ASFINAG ziehen eine erste Bilanz zu den Tests auf den Autobahnstrecken, wo 14o km/h erlaubt sind. Die Ergebnisse im Detail

Verkehrsminister Norbert Hofer im Interview mit "heute.at"
Zum Thema
Fehler gesehen?

Auf der Autobahn A1 (Westautobahn) sind seit dem 1. August 2018 zwei Teststrecken, auf denen 140 km/h erlaubt sind, in Betrieb. 88 Kilometer lang ist der Abschnitt in Niederösterreich von Melk nach Oed. 32 Kilometer lang ist jener auf oberösterreichischer Seite zwischen dem Knoten Haid und Sattledt.

Umfrage
Ihre Meinung zu Tempo 140?
74 %
14 %
12 %
Insgesamt 3629 Teilnehmer

Nun zog Verkehrsminister Nobert Hofer (FPÖ) eine erste Zwischenbilanz – und kündigte an, im nächsten Jahr bundesweit auf weiteren Strecken Tempo 140 zu erlauben.

Das sind die drei wichtigsten Aussagen aus der Pressekonferenz:

1
Kaum höheres Tempo

"Das Interessante ist, dass die Geschwindigkeit in Wirklichkeit kaum zugenommen hat", sagte Verkehrsminister Hofer. Mit detaillierten Auswertungen wartete Josef Fiala, Chef der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG), auf.

Die faktischen Geschwindigkeitsmessungen hätten ergeben, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem ersten, dem zweiten und dem dritten Fahrstreifen auf der Teststrecke in Niederösterreich um 2 bis 4 km/h gestiegen sei, so Fiala vor den Medien. In Oberösterreich sei die Durchschnittsgeschwindigkeit auf 3 bis 3 km/h gestiegen, so Fiala.

"Das Interessante ist, dass die Geschwindigkeit in Wirklichkeit kaum zugenommen hat"

"Das heißt, die faktische relative Geschwindkeitsänderung ist gering." Nach "Verordnung des 140ers auf dem dritten Fahrstreifen fahren 95 Prozent weniger als 146 km/h, auf dem zweiten Fahrstreifen 95 Prozent weniger als 137 km/h und 95 Prozent auf dem ersten Fahrstreifen weniger als 135 km/h fahren", so der ASFINAG-Chef.

2
Erste Bilanz positiv

Auch Verkehrsminister Hofer zog im Interview mit "heute.at" eine positive Bilanz. Nicht nur habe die Geschwindigkeit seit Einführung von Tempo 140 kaum zugenommen. Auch bei Lärm- und Umweltbelastung seien nur "ganz, ganz geringe Zunahmen zu verzeichnen" (konkret: 0,6 Dezibel beim Lärm). Aus seiner Sicht sei die Bilanz also positiv.

3
Weitere Tests nötig

Allerdings hätten sich die ersten Tests auf dreispurige Autobahnen beschränkt, räumte Hofer ein. Nun gelte es, auch zwei- und vierspurige Autobahnen in die Tests einzubeziehen. "Auf welchen Strecken wir weiter testen werden, entscheiden wir in den nächsten Wochen."

An die Adresse der Kritiker sagte Hofer, “dass wir mit diesen 140 km/h zur Realität machen, was schon vorher Wirklichkeit war". Denn es sei schon vorher so schnell gefahren worden.

"Wir machen zur Realität, was schon vorher Wirklichkeit war."

Hofer kündigte weiters die Suche nach neuen Teststrecken für Tempo 140 in den nächsten Monaten an. Er wolle etwa wissen: "Wie sieht es auf einer zweispurigen und auf einer vierspurigen Strecke aus?" Konkret infrage kommende Regionen konnte Hofer noch nicht nennen.

4
Das sagen die Kritiker

"Hofer ignoriert die Gesundheit und Sicherheit der Bürger."

Verärgert zeigt sich SPÖ-Umweltsprecher Klaus Feichtinger wegen der Ergebnispräsentation von Verkehrsminister Hofer in Sachen Tempo 140. „Alle vernünftigen Politiker dieser Welt bemühen sich, die Klimaziele zu erreichen und versuchen, den Schadstoffausstoß von Kohlendioxid und Stickoxiden zu reduzieren. Nur der österreichische Verkehrsminister nicht. Der ignoriert alle Warnungen und gefährdet damit die Gesundheit und Sicherheit unser Bürgerinnen und Bürger“, so Feichtinger.

Und so diese Speed-Limits gelten im Rest Europas:

>>>> Welche Strafen drohen, wenn Sie in europäischen Ländern zu stark aufs Gaspedal drücken, lesen Sie hier.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(Red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EyeofOT am 15.11.2018 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    A2 Südautobahn

    Ich weiß nicht wie die Autofahrer auf der A1 fahren... aber auf der A2 egal ob Richtung Wien oder Richtung Graz, fahren alle mindenstens 140 km/h (ich natürlich auch), wer 130 fährt...wird schnell gedrängt, wenn derjenige sich natürlich nicht and das Rechtsfahrgebot hält. Deswegen wäre es besser gewesen wenn die diesen Test auf der A2 machen würden.

    einklappen einklappen
  • Fritz Mitterberger am 15.11.2018 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiter

    In Österreich wird diskutiert und über der Grenze in Deutschland kann man Gas geben. I finde das jeder selbst weiß wie schnell kann ich fahren. Da werden Autobahnen gebaut und saniert und die meisten Abschnitte sind mit 100 beschränkt. Typisch Österreich. Lg einer der viel auf der Straße unterwegs ist

    einklappen einklappen
  • DaKoarl am 15.11.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Vorab soviel Widerstand für nichts

    Fazit ist also: Bei erlaubten 140KMH ändert sich die durschnittlich gefahrene Geschwindigkeit der Autofahrer kaum. Ich leite nun davon ab das man in seiner Komfortzone zwischen 130 und 145 KMH bewegt nur das man keine Angst vor einer Strafe haben muss. Würde sagen Weg frei für 140 auf allen Autobahnen Österreichs.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Patriot5611 am 15.11.2018 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Hofer der Loser

    Der ewige Loser sollte lieber den Rückwärtsgang einlegen und sich schnellstens aus derRegierung vertschüssen, alles was der angreift ist zum Scheitern verurteilt, ein geborener Verlierer.

  • Stefan am 15.11.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Genau das ist es was jeder Bürger braucht. 140km/h auf der Autobahn. So unwichtige Dinge wie Sicherheit und Schutz, dafür zu sorgen dass man sich Nachts überhaupt noch auf die Strasse traut sind ja Nebensache. Ein Haufen Weltfremder Ignoranten sitz bei uns in der Regierung.

  • Sciencer am 15.11.2018 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    So macht man mit NICHTS Schlagzeilen. Die 10 km/h sind doch völlig wurscht. Wie oft haben Sie schon Fahrzeuge, die Sie überholt haben, wieder neben sich gehabt? Oder Autos, die an Ihnen vorbeigefahren sind - mit mehr als 10 km/h Unterschied - wieder eingeholt haben? Auto fahren hat - aus meiner Sicht - nichts (mehr) mit Tempobolzerei zu tun, sondern mit Gelassenheit und Gleichmäßigkeit. Die paar Minuten auf oder ab sind doch im Vergleich zu einem Leben gar nichts. Wer zu blöd ist, Termine korrekt zu planen, soll was anderes machen als rasen. Schneller denken z.B.

  • alexanku am 15.11.2018 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsame Argumentation

    Mit derselben Begründung könnte man auch eine Aufhebung der 10km/h Vorschrift beim Annähern an ungeregelte Kreuzungen auf Radwegen begründen. Eine angemessene Geschwindigkeit wäre hier sinnvoll & es würde auch der gelebten Wirklichkeit entsprechen.

  • Harry Hirsch am 15.11.2018 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Blaue Unfähigkeit

    Der Möchtegernpräsident kümmert sich wieder mal um die ganz wichtigen Sachen, einfach total unfähig, eigentlich ein Wahnsinn welch komplett unfähiges Team diese blaue Chaoten haben, nur zum Schämen.

    • Penelope am 15.11.2018 16:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Harry

      Angesichts des anhaltend niedrigen Niveaus deiner Wortspenden mache ich mir eher Gedanken bezüglich der intellektuellen Fähigkeiten Rot-Grüner Chaoten...

    • Genug am 15.11.2018 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      Penelope:

      Empfehle mehr Selbstreflexion für ihre verzichtbaren Wortmeldungen. Grüsse an die Kollegen in der Spam-Factory IB

    • Penelope am 15.11.2018 18:55 Report Diesen Beitrag melden

      Na zumindest habe ich es nicht...

      ...nötig ständig mit Beschimpfungen und Beleidigungen daherzukommen sondern kann meine Aussagen mit belegbaren Zahlen und Fakten untermauern; aber Gott sei Dank wird es ja bald neue Gesetze gegen derartige Formen von ansonsten inhaltsleeren Hasspostings geben. Übrigens habe ich bereits wiederholt klargestellt dass ich weder einer Partei noch sonstigen Gruppierung angehöre und zu allem Überdruss sogar in einem großen roten Unternehmen arbeite ;) Aber bist ja eh immer derselbe mit den immergleichen Verleumdungen, Harry Hirsch, Peter Pansen, Teer und Federn und noch 15 andere Synonyme.

    einklappen einklappen