Gesundheit

Trotz Booster: So fühlt sich ein Omikron-Durchbruch an

Sieben 3-fach-geimpfte Deutsche infizierten sich in Südafrika mit Omikron. Über welche Symptome sie klagten und warum die Impfung trotzdem wirkt.

Sabine Primes
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Trotz der Durchbrüche gilt: Die Impfung schützt!
Trotz der Durchbrüche gilt: Die Impfung schützt!
Getty Images/iStockphoto

Sieben deutsche Reiserückkehrer haben sich in Südafrika trotz Booster-Impfung mit der Omikron-Variante des Coronavirus angesteckt. "Durchbruchsinfektionen gibt es sehr viele. Was wir nicht wussten ist, dass auch eine Booster-Impfung mit Biontech/Pfizer das nicht verhindert", sagt Wolfgang Preiser, Mitglied des Forschungskonsortiums, das die Variante entdeckt hat, dem "Tagesspiegel". Diese Infektionen sind die ersten berichteten Durchbruchsinfektionen mit der Omikron-Variante bei Personen, die bereits ihre Auffrischungsimpfungen erhalten haben.

Man dürfe daraus nicht den falschen Schluss ziehen, dass die Impfung nicht wirkt. "Im Gegenteil: Das zeigt nur, dass auch die bestmögliche Impfung offensichtlich nicht ausreicht, um eine Infektion zu verhindern – was wir ja schon geahnt haben", so Preiser.

Junge, geimpfte Menschen ohne Vorerkrankungen

Alle sieben hatten mindestens zwei ihrer drei Impfungen mit einem mRNA-Vakzin erhalten. Sechs Personen von ihnen erhielten bei ihrer Auffrischungsimpfung das Vakzin von BioNTech, eine Person das von Moderna. Sechs Personen sind unter 30 Jahre alt und eine Person 39 Jahre alt.

Laut Studie hatte keine der sieben infizierten Personen relevante Vorerkrankungen und keine wurde zuvor bereits positiv getestet. Vier von ihnen machten ein medizinisches Praktikum in verschiedenen lokalen Krankenhäusern, die drei anderen Urlaub. Bei ihrer Ankunft in Südafrika in der ersten November-Hälfte waren alle negativ getestet worden.

Leichter Verlauf, keine Hospitalisierung

Alle Patienten wurden in häuslicher Isolation untergebracht und führten täglich ein Symptomtagebuch, um den Krankheitsverlauf zu dokumentieren. Alle Personen hatten Symptome, die mit COVID-19 vereinbar sind. Die ersten Symptome waren Halsschmerzen (85,7 Prozent), Müdigkeit (71,4 Prozent), Kopfschmerzen (57,14 Prozent), trockener Husten (42,9 Prozent), Druck in der Brust, Druck in den Nebenhöhlen, Schnupfen und Übelkeit. Nächtliche Schweißausbrüche kamen bei einem Patienten innerhalb der ersten drei Tage nach Auftreten der Symptome vor. Geruchs- und Geschmacksstörungen wurden nur vorübergehend (an Tag 3) bei einem Patienten beobachtet. Fieber wurde von 14,3 Prozent der Patienten angegeben.

Schutz vor schwerem Verlauf trotzdem gegeben

Keiner der sieben Deutschen hatte mit einem schweren Verlauf der Infektion zu kämpfen oder musste während des Beobachtungszeitraums ins Krankenhaus eingeliefert werden. "Man kann jetzt natürlich sagen: Das sind doch ohnehin junge Leute. Aber man kann schon davon ausgehen, dass zumindest ein schwerer Verlauf verhindert wird", so Preiser.

Ihren Booster hatten alle zwischen 5 und 10 Monaten nach der zweiten Impfstoffdosis erhalten. Die Durchbruchsinfektionen traten ein bis zwei Monate danach auf. Diese Serie legt nahe, dass selbst drei Dosen von mRNA-Impfstoffen möglicherweise nicht ausreichen, um Infektionen und symptomatische Erkrankungen mit der Omikron-Variante zu verhindern. Die Erkenntnisse sind nun als Preprint erschienen. 

Zuvor hieß es vonseiten BioNTech/Pfizer noch, dass eine Booster-Dosis den Antikörper-Spiegel ausreichend erhöhe, um auch die Omikron-Variante zu neutralisieren. "Heute" hat berichtet.