Politik

"Hühnerweitflug war für einen guten Zweck"

Am Rande des fünften Telekom-Prozesstages rechtfertigt sich Ex-Minister Reichhold (FPÖ) für den Running Gag des Vortages.

Heute Redaktion
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Mathias Reichhold mit Huhn.
Mathias Reichhold mit Huhn.
Bild: picturedesk.com

Ein Minister habe dem Telekom-Vorstand Fischer im Jahr 2002 darum gebeten, doch eine Kärntner Hühner-Weitflug-Meisterschaft zu sponsern. Das verriet der angeklagte Fischer am Dienstag im Telekom-Prozess.

Wer der Minister war, fanden später Journalisten heraus. Es war der damalige Verkehrsminister und Geflügelbauer Mathias Reichhold (FPÖ), der auch den Ehrenschutz für die eigenartige Veranstaltung übernommen hatte.

Charity-Veranstaltung

Geld gab es keines von der Telekom, Reichhold erklärte sich und die Veranstaltung am Mittwoch gegenüber der "APA": "Das war kein Selbstzweck, sondern eine Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der Opfer der damaligen Flutkatastrophe", betonte er.

Wegen des Jahrhundert-Hochwassers, der wahrscheinlich größten Flutkatastrophe in der Geschichte des Landes, sei damals auch die Steuerreform verschoben worden: "Jeder hat irgendeine Veranstaltung gemacht, um den Leuten zu helfen", sagte Reichhold.

Bei vorigen Editionen des Wettbewerbs war übrigens behinderten Kindern geholfen worden: "Das war der Ausgangspunkt für diese Veranstaltung. Der Reinerlös ist Kindern zugute gekommen. In dem Jahr ist er dann den Flutopfern zugute gekommen."

"Wir haben nicht anderes getan, als Spenden gesammelt."

Besser als Privatjet

"Wir haben nicht anderes getan, als Spenden gesammelt", rechtfertigte sich Reichhold. Er werde da wohl auch die Telekom oder Hochegger nach Geld gefragt haben. Dass er den Prozess aufmerksam verfolgt, zeigt der kleine Seitenhieb: "Wahrscheinlich wäre es für das Image der Telekom besser gewesen, sie hätte dort eine Spende gegeben, als einen Privatjet zu finanzieren", so der Ex-Minister.

Fünfter Prozesstag

Derweil ging am fünften Prozesstag in Sachen Telekom die Befragung Rudolf Fischers zu Ende.

Er sprach beispielsweise über eine ehemalige Mitarbeitern von Ex-Minister Gorbach, die bei der Valora "geparkt" wurde. Sie habe nicht recht viel gemacht, es war eine "klassische Hilfestellung für eine ehemalige Mitarbeiterin aus dem Kabinett, damit sie in Ruhe einen Job finden kann". Ihr Gehalt bezahlte die Telekom.

Peter Hochegger konnte dann doch noch Erhellung in das Aufgabengebiet der "geparkten" Dame bringen: In der Valora Solutions habe sie ein klein wenig für Grasser gearbeitet, der damals auch dort arbeitete.

Schuldbekenntnis

Zusammenfassend sagte Fischer nochmals, dass er sich in folgenden Punkten schuldig bekennt: Zahlungen an die FPÖ-Politiker Gaugg, Gorbach, Reichhold, an Telekom-Personalvertreter Franz K., für die Bezahlung eines Golfevents ind er Ramsau 2008 und Meischbergers Honorar im selben Jahr.

Parallelen zum Buwog-Prozess

Die Telekom-Causa wies am Mittwoch auch Parallelen zum Buwog-Verfahren auf. So kam auch wieder Meischbergers Liechtensteiner Bankberater Christoph W. vor. Außerdem wurde bekannt, dass Fischer - so wie Meischberger auch - von der Hypo Liechtenstein zur Liechtensteinischen Landesbank wechselte. Zusätzlich hatte er auch in der "Inoffiziellen Filiale" der Hypo Vorarlberg, dem Hotel am Stephansplatz mit Bankern zu tun. All das kennen wir schon aus dem Buwog-Prozess. (red)