"Nicht nur Opfer, sondern auch rücksichtslose Täter"

Vor genau 70 Jahren hat die österreichische Regierung die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben und damit die Zweite Republik aus der Taufe gehoben. Am Montag hat das offizielle Österreich in der Hofburg des historischen Ereignisses gedacht. Bundespräsident Heinz Fischer hat festgehalten, dass Österreich "nicht nur Opfer" des deutschen NS-Regimes war, sondern auch "rücksichtsloser Täter".
Vor genau 70 Jahren hat die österreichische Regierung die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben und damit die Zweite Republik aus der Taufe gehoben. Am Montag hat das offizielle Österreich in der Hofburg des historischen Ereignisses gedacht. Bundespräsident Heinz Fischer hat festgehalten, dass Österreich "nicht nur Opfer" des deutschen NS-Regimes war, sondern auch "rücksichtsloser Täter".
Zahlreiche Ehrengäste haben dem Staatsakt beigewohnt, darunter der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck, die österreichische Regierungsspitze mit SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann und ÖVP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner sowie der höchste kirchliche Vertreter, Kardinal Christoph Schönborn.

"Rücksichtslose Täter"

In seiner Rede hat Fischer gesagt, dass viele Landsleute das NS-Gedankengut mitgetragen haben und über den Anschluss 1938 nach dem Motto "Heim ins Reich" froh waren. "Viele Österreicher waren ohne Zweifel Gegner und auch Opfer des NS-Systems, doch ein deprimierend großer Teil waren Sympathisanten, Unterstützer und auch rücksichtslose Täter", so das Staatsoberhaupt. Dazu komme ein bewusstes Wegschauen sowie Opportunismus.

Demokratie am besten

Mit der Unabhängigkeitserklärung vom 27. April 1945 habe es nach Jahren einer "unmenschlichen Diktatur, eines entsetzlichen Krieges und des unfassbaren Holocaust" eine "Wiedergeburt" gegeben. Die Demokratie sei die "beste und menschenwürdigste Lebens- und Regierungsform", so Fischer.
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