Teure ORF-Gebühr? So viel zahlen wir im Vergleich

Ein Volksbegehren will der ORF-Gebühr den Garaus machen. Unsere interaktive Grafik zeigt, wie viel unsere Nachbarn für den Rundfunk bezahlen.
Die zwingenden ORF-Gebühren und Abgaben sollen "ersatzlos

abgeschafft werden". So verlangt es ein Volksbegehren der CPÖ, das seit heute Montag zur Eintragung bereitliegt.Auch in anderen Ländern Europas steht die Rundfunkgebühr unter Beschuss: In Deutschland macht sich die rechtspopulistische AfD für ein Gebühren-Aus stark. Und die Schweizer haben im März nach einem emotionalen Abstimmungskampf eine Volksinitiative abgelehnt, die eine komplette Abschaffung der Empfangsgebühren für Radio und Fernsehen verlangte.

Doch: Wie tief müssen die TV-Zuschauer und Radio-Hörer in den jeweiligen Ländern in die Tasche greifen? Und wie sieht es in den anderen europäischen Staaten aus?

Österreich deutlich über dem EU-Schnitt

135 Euro gibt ein durchschnittlicher EU-Haushalt laut einem Report der European Broadcast Union pro Jahr für den Rundfunk aus. Mehr als doppelt so viel zahlen die Österreicher: Die GIS schlägt mit rund 284 Euro pro Haushalt und Jahr zu Buche – wobei sich der genaue Betrag von Bundesland zu Bundesland unterscheidet.

CommentCreated with Sketch.67 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Am höchsten sind die Gebühren aktuell in der Steiermark mit 320 Euro pro Jahr, am niedrigsten in Oberösterreich und Vorarlberg mit 251 Euro.

Zwei Drittel gehen an den ORF

Noch mehr lassen sich die Schweizer, Dänen und Norweger ihr öffentlich-rechtliches Fernsehen kosten. Spitzenreiter war zum Erhebungszeitpunkt im Januar 2016 die Schweiz mit 413 Euro pro Jahr und Haushalt – wobei ein Systemwechsel 2019 eine deutliche Gebührensenkung mit sich bringen wird. Dann zahlt jeder Haushalt umgerechnet noch 320 Euro. Wobei auch bezahlen muss, wer nicht im Besitz eines Radio- oder Fernsehgeräts ist.

Auch in Dänemark und Norwegen knacken die Rundfunk-Kosten die 300-Euro-Grenze. Die European Broadcast Union weist in ihrem Bericht allerdings daraufhin, dass die Gebührensysteme in den verschiedenen Staaten sehr unterschiedlich ausgestaltet sind. So kommt etwa in Schweden das gesamte Geld im Gebührentopf den öffentlich-rechtlichen Sendern zugute, während in Österreich nur zwei Drittel des Geldes an den ORF fließen. Die restlichen Einnahmen gehen an Bund und Länder.

(jbu)

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