Politik

"Wadln virerichten" für Nehammer nicht duldbar

Heute Redaktion
13.09.2021, 14:43

Der neue Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hat den Fall Gaisch aus der Steiermark kommentiert. Weil er eine parlamentarische Anfrage beantworten musste.

Der Fall Gaisch, die "Wadl-Affäre", der Ausraster am Polizei-Notruf. Wie auch immer du dich an die Sache erinnerst, sie ist gerade wieder aktuell. Neo-Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bezeichnet die damals getätigten Aussagen als "nicht duldbar". Informiert wurde das BMI erst kurz vor dem Auffliegen der Causa.

"Wadln virerichten"

Der bizarre Mitschnitt aus der Grazer Polizeinotrufzentrale hat im November Schlagzeilen gemacht. Der Vize-Polizeichef der Steiermark, Alexander Gaisch, kam dadurch zu zweifelhaften Ehren. Er wollte ein illegales Feuerwerk melden und regte sich dabei sehr darüber auf, dass der Telefonist ihn nicht erkannt hat.

Das Telefonat mit dem Satz "Wenn Sie den stellvertretenden Landespolizeidirektor ned kennen, dann werd i ihnen am Montag einmal die Wadeln virerichten", hatte schwere Konsequenzen. Gaisch verlor seinen Posten, auch Ermittlungen wegen Verdachts der versuchten Nötigung wurden eingeleitet. Gaisch wurde in die steirische Regionalstelle des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA) versetzt.

BMI zwei Monate später informiert

Innenminister Karl Nehammer antwortete nun auf eine im Dezember gestellte parlamentarische Anfrage.

Interessant dabei: Das Innenministerium erfuhr erst zwei Monate nach dem Vorfall darüber. Das Telefonat fand am Abend des 6. September statt, die Meldung an das BMI erfolgte erst am 26. November. Ausgerechnet kurz vor der Veröffentlichung des Notrufs durch den "Falter".

Nehammer kommentiert das Verhalten Gaischs so: "Nein, solche Aussagen sind nicht duldbar."

Hier kannst du den Notruf in voller Länge hören:

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