Siege gegen Großbritannien (5:2), Ungarn (4:2) und Lettland (3:1) haben Österreich bei der A-WM in Zürich von der Wiederholung der Viertelfinal-Sensation träumen lassen. Gastgeber Schweiz versetzte dem ÖEHV-Team am Mittwochnachmittag mehr als nur einen Dämpfer.
Die "Eidgenossen" schossen die Auswahl von Teamchef Roger Bader mit 9:0 vom Eis.
Im vierten Spiel innerhalb von fünf Tagen waren die Tanks bei den Österreichern sichtlich leer. Schon vor der Ungarn-Partie hatten einige Cracks kränklich durchgebissen. Gegen die Schweiz saßen nun die Topstürmer Dominic Zwerger (gegen Lettland am Kopf getroffen) und der angeschlagene Vinzenz Rohrer auf der Tribüne.
Teamchef Roger Bader: "Ob es jetzt eine 0:9-Partie war bei 16:20 Schüssen? Ich glaube nicht. Wahrscheinlich ist diese Mannschaft aber mehr als eine Klasse besser als wir. Dann auch noch mit Heimpublikum, eine super Stimmung. Das muss man auch mal anerkennen. Ich bin jetzt nicht sonderlich traurig. Spieler dieser Klasse spielen diese Spielzüge so schnell. Das war unser Hauptproblem. Wir sind dieses Tempo einfach nicht gewohnt. Aber nocheinmal: Ich bin jetzt da nicht sonderlich traurig. ich habe vier Linien durchspielen lassen und zwei Spieler geschont heute. Mehr gibt es dann heute auch gar nicht zu sagen."
Ob diese Niederlage Spuren beim Team hinterlässt? Bader: "Glaub ich nicht. Wir müssen drüber reden. Das Team hat bis jetzt ein fantastisches Turnier gespielt. Nach dem vierten Spiel in fünf Tagen waren wir auch sehr müde. Da werden wir keine große Kritik üben."
Lucas Thaler: "Natürlich ist das Ergebnis sehr hoch. Wir haben gegen eine richtig gute Mannschaft der Schweiz gespielt. Es schmerzt ein bisschen. Aber wir haben jetzt noch wichtige Spiele. Wir müssen das abhaken und nach vorne schauen."
Leon Kolarik: "Bei 0:9 hat man nicht wirklich viel Spaß. Wir haben das erste Drittel verschlafen. Sie waren viel schneller, körperlich stärker. Es war nicht unser bester Tag. Man hat die schweren Beine nach den drei Spielen gemerkt. Es ist ein Turnier, wir haben noch drei Spiele vor uns. Möglichst schnell abhaken."
Gregor Biber: "Wir sind nicht gut gestartet, sie haben es uns nicht einfach gemacht – viele Tore, die zu einfach gehen. Wir haben gewusst, dass sie eine der stärksten, wenn nicht die stärkste Mannschaft in der Gruppe sind."
Schweiz-Kapitän Roman Josi: "Es war sicher eine sehr gute Partie von uns, sehr kaltblütig heute. Es ist noch ein langer Weg und ein langes Turnier für uns. Mit dem Start und vier Siegen aus vier Spielen sind wir sehr zufrieden."
Schweiz-Star Nico Hischier: "Wir wollten genau so spielen. Das haben wir gezeigt, sind belohnt worden und haben auch nicht aufgehört. Es war sicherlich ein super Start von uns. Wir haben Österreich sicher nicht unterschätzt. Wir wussten, wenn wir Straight-Forward-Hockey spielen, werden sie Mühe haben."
Jetzt heißt es Wunden lecken. Am Samstag steigt gegen Deutschland das nächste Nachbarschaftsduell – eine richtungsweisende Partie, die Rot-Weiß-Rot trotz des Debakels gegen die Schweiz mit einem Sieg oder sogar schon einem Punkt so gut wie ins Viertelfinale befördern könnte.
Samstag, 23. Mai (20.20 Uhr): Österreich – Deutschland
Sonntag, 24. Mai (20.20 Uhr): Finnland – Österreich
Dienstag, 26. Mai (16.20 Uhr) USA – Österreich