Motor

0,956 Sekunden von 0 auf 100 – "können es nicht fassen"

Einem Schweizer Studententeam ist es erstmals gelungen, ein Elektrofahrzeug in unter einer Sekunde von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen.

Newsdesk Heute
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    Mit ihrem selbst gebauten E-Rennwagen "Mythen" ist es einem Schweizer Studententeam erstmals gelungen, ein Elektrofahrzeug in unter einer Sekunde von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen.
    Mit ihrem selbst gebauten E-Rennwagen "Mythen" ist es einem Schweizer Studententeam erstmals gelungen, ein Elektrofahrzeug in unter einer Sekunde von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen.
    ETH/Alessandro Della Bella

    In 12,3 Metern und 0,956 Sekunden von null auf hundert: Mit ihrem selbst gebauten E-Rennwagen Mythen (Eigenschreibweise: "mythen") haben Studierende der ETH Zürich und der Hochschule Luzern den Beschleunigungsweltrekord für Elektrofahrzeuge in die Schweiz geholt. Der bisherige Weltrekord lag bei 1,461 Sekunden, aufgestellt im September 2022 von einem Team der Universität Stuttgart.

    Entsprechend groß ist die Freude beim Team, wie Yann Bernard, verantwortlich für die Motoren, im Interview mit "20 Minuten" erklärt.

    Herr Bernard, Ihr Team hat einen Weltrekord aufgestellt. Wie fühlt es sich an, Weltrekordhalter zu sein?

    Yann Bernard: Unbeschreiblich! Wir können es immer noch nicht fassen. Mit der Bestätigung von Guinness schreiben wir uns in die Geschichtsbücher ein. Wir sind das erste Team, das mit einem Elektrofahrzeug in unter einer Sekunde von 0 auf 100 km/h beschleunigt hat. Das Projekt hat viel von uns abverlangt. Wir alle haben unsere freien Wochenenden in der Werkstatt verbracht. Das Ziel erreicht zu haben, sogar unterboten zu haben, ist eine Genugtuung.

    Mit diesem sagenhaften Beschleunigungswert gewinnt man jedes Autoquartett.
    Mit diesem sagenhaften Beschleunigungswert gewinnt man jedes Autoquartett.

    0,956 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind mehr als 0,5 Sekunden schneller als der bisherige Rekord von einem Team der Universität Stuttgart. Was war der entscheidende Faktor dafür, dass Sie so viel schneller sein konnten?

    Anfangs haben wir uns zusammengesetzt und das Ziel festgelegt, den Rekord wieder zurück in die Schweiz zu holen. Wir haben eine Simulation aufgesetzt, uns verschiedene Konzepte angeschaut und bewertet. Mit einer Kombination aus den im Studium gelernten Methoden und viel Kreativität haben wir unser Auto aufgebaut. Entscheidend waren nachher sicher der komplett neue Antriebsstrang sowie auch der "Staubsauger", ein Aerodynamikkonzept, um den Bodeneffekt aktiv zu nutzen.

    Yann Bernard ist beim Mythen für die Motoren verantwortlich.
    Yann Bernard ist beim Mythen für die Motoren verantwortlich.
    Privat / 20min

    Liegt mit diesem Konzept in Zukunft noch eine schnellere Zeit drin oder muss das Auto dafür ganz neu gedacht werden?

    Sag niemals nie! Mit dem Konzept ist eventuell noch eine schnellere Zeit drin, jedoch kann nur die Praxis dies auch wirklich aufzeigen.

    Gibt es Interesse aus der Industrie für eure Technologie? Etwa von einem Automobilhersteller?

    Nicht spezifisch. Die Technologie kann nicht direkt in der Industrie verwendet werden, jedoch ist die generelle Entwicklung der Konzepte interessant für die Industrie. Mit solchen Projekten kann man die Grenzen des Machbaren erforschen.