Die Tat passierte in einer Aufnahmeeinrichtung in Brescia. Dort missbrauchte der Mann aus Bangladesch das Mädchen sexuell. Erst durch die daraus resultierende Schwangerschaft konnte die Polizei den Täter ermitteln. Das örtliche Gericht verhängte schließlich eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren.
Die Europaabgeordnete Lara Magoni von der Regierungspartei Fratelli d’Italia zeigte sich fassungslos über das milde Urteil. Wie die Zeitung "il Giornale" berichtet, sagte sie: "Ein zehnjähriges Mädchen wurde vergewaltigt und schwanger. Gewalt von solch unmenschlicher Grausamkeit, dass es einem den Atem raubt. Und dennoch verurteilt die Justiz den Täter zu lediglich fünf Jahren Haft. Das Urteil in Brescia macht mich fassungslos."
Im Vorfeld hatte der zuständige Richter die Anklage von sexueller Nötigung auf sexuelle Handlungen mit einer Minderjährigen umgewandelt. Durch dieses Vorgehen und ein beschleunigtes Verfahren fiel das Strafmaß geringer aus als von der Staatsanwaltschaft gefordert. Eigentlich waren sechs Jahre und acht Monate beantragt worden. Nach der Haftstrafe von fünf Jahren wird der Mann aus Italien ausgewiesen.
Magoni nannte das Urteil in einer Parlamentsdebatte eine „Beleidigung des Leids des Opfers und einen Schlag ins Gesicht all jener, die an die Gerechtigkeit glauben“. Sie fragte: "Aber wie können wir angesichts der Vergewaltigung eines Kindes überhaupt von mildernden Umständen sprechen? Wie können wir alles auf ein symbolisches Urteil reduzieren, während dieses kleine Mädchen ein Trauma in sich trägt, das sie ein Leben lang begleiten wird?"
Der Übergriff ereignete sich im Sommer 2024 in einem ehemaligen Hotel in San Colombano di Collio. Das Gebäude dient als Aufnahmezentrum. Das Mädchen lebte dort gemeinsam mit ihrer Mutter, beide stammen aus Subsahara-Afrika.
Nach starken Bauchschmerzen wurde das Kind ins Spital gebracht. Dort stellten die Ärzte fest: Die Zehnjährige ist schwanger. Die Ermittlungen und die Aussagen des Mädchens führten schließlich zur Festnahme des Täters.