Die Veranstalter haben heuer bereits zum 21. Mal einen Bericht zu den größten Gefahren für die Welt veröffentlicht. Dafür wurden laut "20 Minuten" über 1.300 Spitzenkräfte und Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und internationalen Organisationen befragt.
Das Ergebnis: Die Hälfte rechnet in den kommenden zwei Jahren mit einer turbulenten oder sogar stürmischen Welt – das sind um 14 Prozent mehr als noch im Vorjahr.
Weitere 40 Prozent glauben immerhin, dass es zumindest unruhig wird. Nur neun Prozent erwarten Stabilität, und gerade einmal ein Prozent rechnet mit wirklicher Ruhe.
An erster Stelle der Sorgenliste steht heuer die geoökonomische Konfrontation. 18 Prozent der Befragten sehen darin die größte Gefahr, die 2026 eine weltweite Krise auslösen könnte. Auch im Zweijahresausblick springt dieses Risiko um acht Plätze nach oben. Staatliche bewaffnete Konflikte landen für 2026 auf dem zweiten Platz, rutschen aber im Zweijahreszeitraum auf Platz fünf ab.
WEF-Präsident Børge Brende bringt es auf den Punkt: "Eine neue Wettbewerbsordnung entsteht, da die Großmächte versuchen, ihre Interessensphären zu sichern." Die Zusammenarbeit zwischen den Ländern sehe heute ganz anders aus als früher. Deshalb, so Brende weiter, bleibe es wichtig, auf Kooperation zu setzen. Das WEF in Davos sei dafür eine zentrale Plattform.
In der Zweijahresprognose gibt es einen deutlichen Sprung bei wirtschaftlichen Sorgen: Angst vor einem wirtschaftlichen Abschwung landet auf Platz elf, das Platzen von Vermögensblasen auf Platz 18.
Die steigende Unsicherheit rund um Schulden und mögliche Blasen am Finanzmarkt könnte laut den Autoren des WEF-Reports inmitten der geopolitischen Spannungen eine neue Phase voller Turbulenzen einläuten.
Auf Platz zwei der größten Gefahren für die nächsten zwei Jahre liegt die Angst vor Falschinformationen und gezielter Desinformation. Umweltrisiken, die noch im Vorjahr weit vorne lagen, rutschen zurück – von Platz zwei auf Platz vier. Umweltverschmutzung fällt sogar vom sechsten auf den neunten Rang.
Langfristig bleibt das Klima aber das Hauptthema: Die WEF-Elite fürchtet sich vor allem vor extremem Wetter, Artensterben und kritischen Veränderungen im Erdsystem. Drei Viertel der Befragten erwarten für die Umwelt eine stürmische oder gar chaotische Entwicklung – das ist der schlimmste Ausblick aller Kategorien.