110.000 Menschen sollen von Maskenpflicht befreit werden

110.000 Mitarbeiter der Supermärkte sollen von der Maskenpflicht befreit werden, wenn sie einen 2G-Nachweis erbringen.
110.000 Mitarbeiter der Supermärkte sollen von der Maskenpflicht befreit werden, wenn sie einen 2G-Nachweis erbringen.iStock
Mit einem offenen Brief richten sich Handelsverband und alle größeren Supermarktketten an die Bundesregierung. Anlass ist die Maskenpflicht.

Die österreichischen Supermärkte wittern eine grobe Ungleichbehandlung der eigenen Angestellten gegenüber jenen der nicht-systemerhaltenden Bereiche. Sie richten deswegen einen offenen Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), dabei warnen sie vor Verhältnissen wie in England.

Akuter Handlungsbedarf

"Nachdem die vierte Coronawelle Österreich erreicht hat, besteht aus Sicht der Lebensmitteleinzelhändler jedoch akuter Handlungsbedarf, um auch im Herbst und Winter die Versorgung garantieren zu können", schreiben der Handelsverband sowie die Chefs von Spar, Rewe (Billa, Penny, Adeg), Hofer, Lidl, Unimarkt und Mpreis. Denn: "Der Lebensmitteleinzelhandel sieht sich mit einem nie dagewesenen Personalmangel konfrontiert."

Zeitnah müsse man fast 10.000 Stellen besetzen, doch neue Mitarbeiter würde man kaum finden. In Großbritannien, wo es jeden Tag zigtausende Neuinfektionen gibt, komme es bereits zu "Einschränkungen in der Verfügbarkeit der Waren aufgrund des Personalmangels und der Quarantänebestimmungen". Man ersucht deswegen um eine Anpassung der 2. COVID-19- Maßnahmenverordnung für die 110.000 Mitarbeiter.

"Mitarbeiter:innen, die einen 2-G-Nachweis vorweisen können, sollen von der derzeit bestehenden FFP2-Maskenpflicht befreit werden", so die Forderung der Supermärkte.

Personalmangel verschärft sich

"Es ist für die Angestellten des Lebensmitteleinzelhandels nicht nachvollziehbar, warum sie gegenüber dem allgemeinen Handel benachteiligt werden. Durch diese Differenzierung verschärft sich der Personalmangel derzeit eklatant", erklären sie weiter. Doch das durchgehende Tragen einer eng anliegenden FFP2-Maske erschwere den Arbeitsalltag enorm.

Zudem würden laut AGES nur 0,6 Prozent der Ansteckungen im Handel stattfinden, obwohl dort 600.000 Beschäftigte tätig sind. "Wir ersuchen daher um eine rasche Angleichung der Verordnungsregeln für alle Angestellten im Handel und danken für Ihr diesbezügliches Handeln", heißt es abschließend im offenen Brief.

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