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12 Sekunden auf Parkplatz– Wiener kassiert 800 € Strafe

Der Ärger sitzt bei "Heute"-Leser Zeljko tief. Für ein kurzes Wendemanöver auf einem Parkplatz in der Donaustadt soll er nun 800 Euro bezahlen.

Maxim Zdziarski
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    Autofahrer aufgepasst: Hier kostet das Wenden mehrere hundert Euro.
    Autofahrer aufgepasst: Hier kostet das Wenden mehrere hundert Euro.
    Denise Auer

    In der Wiener Donaustadt sorgt ein Grundstücksbesitzer für Angst und Schrecken bei den Autofahrern. Seit Jahren straft er alle ab, die auch nur wenige Sekunden seinen zubetonierten privaten Parkplatz befahren, um dort zu Wenden. Das Problem dabei: Bei der Franz-Eduard-Matras-Gasse handelt es sich um eine Sackgasse.

    12 Sekunden kosten Wiener jetzt 795 Euro

    Die offene und freie Einfahrt auf den Parkplatz lädt also dazu ein, sie für das Wendemanöver kurzfristig auszunutzen. Und genau das wurde Leserreporter Zeljko Mitte Februar zum Verhängnis. Einige Wochen später bekam er für sein vermeintliches Vergehen die Rechnung per Post zugestellt: 795 Euro soll er an den Grundstücksbesitzer für den "entstandenen Schaden" bezahlen. Tut er das nicht, droht dem 32-jährigen Wiener sogar eine Besitzstörungsklage – "Heute" berichtete.

    "In dem Brief haben sie sogar Fotos von den Überwachungskameras beigelegt. Darauf ist eindeutig zu sehen: Das Umkehren dauerte genau 12 Sekunden", ärgert sich der Wiener. Er will nicht einsehen, dass er eine derart hohe Summe bezahlen soll. Auch ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried sieht das ähnlich. Die Vorgehensweise sei zwar rechtens, allerdings bei weitem nicht mehr verhältnismäßig.

    Heftige Kritik von ÖAMTC und Bezirks-Chef

    Zudem kritisiert er die vermeintlich angeführten Verfahrenskosten von 3.500 Euro, die bei einer Klage anfallen würden. "Diese Zahlen stimmen so einfach nicht und sind höchst unseriös", kritisiert Authried weiter. Seiner Einschätzung nach würde ein solches Verfahren zwischen 500 und 800 Euro kosten. Für den Juristen handelt es sich dabei um ein reines Druckmittel, damit betroffene Autofahrer die geforderte Geldsumme einzahlen.

    Wie ÖAMTC-Jurist Authried erklärt, können mutige Betroffenen versuchen eine kleinere Summe zu überweisen und zu hoffen, dass es zu keiner Klage kommt. Dafür gibt es natürlich keinerlei Garantie. "Rechtlich gesehen handelt es sich dabei um ein Vergleichsangebot, das Druck auf die Autofahrer ausüben soll. Man kann allerdings ein Gegenangebot unterbreiten", erklärt Authried im "Heute"-Talk. ÖAMTC-Mitglieder können sich jedenfalls bei der Rechtsabteilung melden: "Wir schauen uns jeden Fall genau im Detail an."

    Kritik kommt auch von Donaustadts Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ): "Mit einem Schranken bzw. einem Zaum hätten die Grundstückseigentümer effizienter das Befahren verhindern können, wenn es ihnen nur darum ginge. Dass die Autofahrer bewusst in die 'Falle' gelockt werden, ist in der Tat mehr als nur ärgerlich."

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