Die Wirtschaft jammert über fehlende Arbeitskräfte – doch viele Menschen, die arbeiten wollen, bekommen keine Chance. In Wien sind derzeit 124.877 Personen arbeitslos gemeldet, darunter 13.209 Jugendliche. Besonders betroffen: Langzeitbeschäftigungslose (70.635), über 50-Jährige (35.604) und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen (17.949) – ein Plus von fast 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Trotzdem: Die Zahl der Beschäftigten steigt. 942.000 Menschen arbeiten mittlerweile in Wien – ein Viertel aller Jobs in Österreich.
"Langzeitbeschäftigungslose, arbeitslose Jugendliche, Zuwander:innen auf Jobsuche und am Arbeitsmarkt oft übersehene Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sind eine wertvolle Ressource. Um diese Ressource zu heben, müssen wir den betroffenen Menschen Chancen und Perspektiven bieten", betont Regina Rieder, Vorstandsvorsitzende von arbeit plus Wien.
Die Sozialen Unternehmen helfen dabei, indem sie Menschen qualifizieren, beraten und beim Neustart begleiten. So entstehen neue Perspektiven.
Auch AMS Wien-Vizechefin Katharina Luger weiß: "Die Hilfe bei der Arbeitsmarktintegration für Menschen, die diese Unterstützung brauchen, ist eine der Kernaufgaben des AMS. Soziale Unternehmen sind dabei von zentraler Bedeutung, sie schlagen die Brücke zwischen Förderangeboten und realer Beschäftigung."
Denn moderne Personalpolitik heißt, Chancen statt Schubladen: Arbeitgebersollen Potenziale erkennen – auch wenn Lebensläufe nicht perfekt sind.
"Fachkräfte wachsen nicht auf den Bäumen, man muss sie ausbilden", stellt waff-Geschäftsführer Marko Miloradović klar. Mit Programmen wie "Jobs PLUS Ausbildung" erhalten Arbeitsuchende eine kostenlose Ausbildung und einen fixen Job – während Unternehmen bestens geschulte Fachkräfte gewinnen. Ähnliche Programme helfen Jugendlichen und älteren Arbeitslosen: Bei der Joboffensive 50plus oder der Joboffensive für Jugendliche übernimmt der waff monatelang Lohnkosten, damit Firmen leichter einstellen können.
"Wir statten die Arbeitsuchenden mit einem starken Argument aus, damit sie von den Unternehmen eingeladen werden und die Möglichkeit bekommen zu zeigen, was sie können. Für über 2.400 Wiener brachte es einen neuen Job und für viele Betriebe einen Gewinn für das Unternehmen", so Miloradović.
Immer wieder schaffen Menschen den Weg zurück in den Job – dank individueller Beratung, Training und sozialer Unternehmen, die gezielt auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. "Wer in Menschen investiert, gewinnt Fachkräfte. Wer hingegen bei den Angeboten kürzt, verschärft den Arbeitskräftemangel", warnt Rieder.
Bei der großen Jobmesse "Perspektive 2025" im MAK präsentierten sich am 14. Oktober 22 Soziale Unternehmen gemeinsam mit AMS Wien, waff und dem Fonds Soziales Wien. Arbeitsuchende konnten sich auf hunderte Jobs bewerben, Bewerbungsfotos machen lassen und ihre Lebensläufe professionell checken.