Boss mit straffem Regiment

15 Millionen € Gehalt – für Glasner auch Schmerzensgeld

Nottingham vergoldet Oliver Glasner die Unterschrift mit einem Jahresgehalt von 15 Millionen Euro. Sein neuer Boss wird den Österreicher fordern.
Sebastian Klein
06.07.2026, 14:27
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Österreichs Startrainer Oliver Glasner hat einen neuen Job – nach tagelangen Gerüchten seit Montagmittag auch offiziell. Der 51-Jährige übernimmt als Cheftrainer bei Nottingham Forest und bleibt damit nach seiner erfolgreichen Ära bei Crystal Palace in der englischen Premier League.

Mit Palace holte Glasner sensationell drei Titel (Conference League, FA Cup, Community Shield). Ist der Schritt zu Nottingham, das bis zuletzt gegen den Abstieg spielte, nicht ein sportlicher Abstieg? Eine Zahl zeichnet ein anderes Bild: 15 Millionen Euro. So viel soll Glasner ab sofort jährlich verdienen.

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Das ist nicht nur eine kräftige Entscheidungshilfe für einen umworbenen Trainer. Diese Zahl sagt aus, wo sich Nottingham sportlich selbst sieht. Nicht in der unteren Tabellenregion, sondern im Kampf ums europäische Geschäft und Titel. Das unterstreichen auch Top-Stars im Kader wie Morgan Gibbs-White. Glasner soll nach einer Saison mit vier verbrauchten Trainern und ebenso vielen Strategiewechseln wieder zu den Größten der Liga aufschließen.

Das lässt sich Nottingham-Besitzer Evangelos Marinakis einiges kosten. Die astronomische Summe von 15 Millionen Jahresgehalt wirkt noch gigantischer, wenn man sie im Liga-Vergleich einordnet. Dann wird deutlich: Glasner zählt zu den absoluten Topverdienern in der finanzstärksten Liga der Welt. Mit Arsenals Meistercoach Mikel Arteta ist nach dem City-Abschied von Pep Guardiola nur mehr ein einziger Trainer vor Glasner.

Die Bestverdiener der Premier League

1. Mikel Arteta (Arsenal) 17 Mio. €
2. Oliver Glasner (Nottingham) 15 Mio. €
 -  Xabi Alonso (Chelsea) 15 Mio. €
4. Enzo Maresca (Man City) 14 Mio. €
 -  Roberto De Zerbi (Tottenham) 14 Mio. €
6. Andoni Iraola (Liverpool) 12 Mio. €
7. Unai Emery (Aston Villa) 11 Mio. €
8. Eddie Howe (Newcastle) 10 Mio. €
9. Michael Carrick (M.United) 7,5 Mio. €
10. David Moyes (Everton) 6 Mio. €

Glasner geht es beim Wechsel freilich nicht nur ums eigene Börserl. Der Oberösterreicher legte sich bei den "Eagles" offen mit der Klub-Führung an, weil immer wieder die besten Spieler (Michael Olise, Eberechi Eze, Marc Guehi ...) abgegeben und nicht adäquat und zudem verspätet ersetzt wurden. Der Sprung zu Forest mag beim rein tabellarischen Blick für Stirnrunzeln sorgen. Finanziell fischt Nottingham im Vergleich zu Palace aber in ganz anderen Gewässern.

Beispiel gefällig? Letzten Sommer stand der erwähnte Star Gibbs-White bereits vor dem Absprung. Marinakis machte die Causa zur Chefsache. Es dauerte nicht lange, da stand der Spielmacher neben dem Besitzer auf dem Rasen und verkündete in einem Video, das von Fans scherzhaft mit einer Geiselnahme verglichen wurde, die Verlängerung seines Vertrags.

Marinakis ist nicht nur im Umgang mit seinen Spielern wortgewaltig und durchsetzungsfähig. Mit dem 58-Jährigen erwartet Glasner in Nottingham kein pflegeleichter Chef.

Evangelos Marinakis (r.)
Reuters

Die hohe Fluktuation auf der Trainerposition haben wir bereits angeschnitten. Das hat nicht nur sportliche Gründe. So lehnte sich im letzten September Nuno Espirito Santo weit aus dem Fenster, als er sich offen mit Marinakis anlegte. Widerworte hört dieser nicht gerne. Der Schubser ließ nicht lange auf sich warten und Espirito Santo war seinen Job los, nachdem er den Klub gerade erst nach Europa geführt hatte. Der Gefeuerte übernahm übrigens im Saisonfinish West Ham und stieg ausgerechnet im Kampf Ex-Klub Nottingham und Tottenham ab.

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Für Glasner kommt der Blick in die Vergangenheit einer Warnung gleich. Sowohl was den Klub und dessen Spitze angeht, als auch die eigene. Glasner hielt mit seiner Meinung bei keiner seiner Stationen hinter dem Berg. Das führte nach Frankfurt auch bei Crystal Palace zum Zerwürfnis. Bei Nottingham braucht er einen guten Draht zu Marinakis, oder Glasner muss sich öfter kräftig auf die Zunge beißen. Ist in den 15 Millionen also das Schmerzensgeld einbegriffen?

Marinakis ist ein umstrittener Charakter. Er stammt aus einer Reeder-Dynastie und ist Medieninvestor. Sein Reichtum ermöglichte ihm ein Fußball-Imperium: Bei Nottingham Forest, Olympiakos Piräus und Rio Ave tanzt alles nach seiner Pfeife. Dass es um seine Geschäfte und sein Engagement im Fußball in den vergangenen Jahren auch immer wieder Negativ-Schlagzeilen gab, perlte bisher rechtlich an ihm ab. Vorwürfe der Spielmanipulation in Griechenland wurden beispielsweise aus Mangel an Beweisen fallen gelassen.

Was man dem Unternehmer nicht absprechen sollte, ist Ambition. Und zumindest diese Eigenschaft teilt er mit seinem neuen Trainer Glasner, der sich von Palace-Vorstand Steve Parish in den letzten Jahren deutlich mehr Ambition auf dem Transfermarkt gewünscht hätte.

{title && {title} } sek, {title && {title} } 06.07.2026, 14:27
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