In den OÖ-Ordensspitälern fiel am Mittwoch eine richtungsweisende Entscheidung: Rund 10.000 nicht-ärztliche Beschäftigte stimmten über den umstrittenen Kollektivvertrags-Kompromiss ab. Bis 12 Uhr konnte noch abgestimmt werden – jetzt ist das Ergebnis da.
Kurzer Rückblick: Monatelang wurde verhandelt, gestreikt, Druck aufgebaut. Der zentrale Konfliktpunkt: die geforderte Arbeitszeitverkürzung – ursprünglich war eine 35-Stunden-Woche gefordert. Doch genau hier gab es auch in der achten Verhandlungsrunde keine Einigung.
Stattdessen liegt nun ein Kompromiss am Tisch, den die Gewerkschaft vida selbst als "schmerzhaft" bezeichnete: 15 Stunden zusätzlicher Zeitbonus pro Jahr und 3,3 Prozent mehr Gehalt und Zulagen ab Juli. Für die Gewerkschaft ist das nur ein erster Schritt. "Wir sind noch lange nicht am Ziel", hieß es zuletzt nach den Verhandlungen.
Das letzte Wort hatten aber die Beschäftigten selbst: Sie stimmten eine Woche lang darüber ab, ob der Deal angenommen wird, oder nicht. Gewerkschaft und Arbeitgeber gingen im Vorfeld von einer breiten Zustimmung aus. Gegenüber "Heute" war aber zumindest aus Teilen der Belegschaft zu hören, dass es durchaus Widerstand gegen den Deal gab.
Kurz vor 13 Uhr dann das Ergebnis: 88,42 Prozent nahmen das Angebot an. "Das heißt: Von eurer Seite steht einem KV-Abschluss nichts mehr im Weg", heißt es in einer Mitteilung an das Personal, die "Heute" vorliegt.
"Die Verbesserung zeigt klar: Der Einsatz von uns Beschäftigten hat Wirkung gezeigt. Ohne diesen Druck hätte es dieses Ergebnis nicht gegeben", betont vida-KV-Verhandlerin Martina Reischenböck in der Nachricht.
Man habe "eine wichtige Grundlage geschaffen, aber wir sind noch nicht am Ziel". Sie pocht weiter auf eine Verkürzung der Arbeitszeit – "wenn nicht jetzt, dann in den kommenden Verhandlungen". Dafür brauche es einen "langen Atem und weiterhin starken Zusammenhalt. Und den haben wir!"