Die Inflation ist in Österreich auf einem Rekordhoch, doch die Politik hat derzeit keine nennenswerten Antworten auf die angespannte wirtschaftliche Lage. Ein 4-Punkte-Plan der Bundesregierung wurde groß angekündigt, doch die Ergebnisse ließen zu wünschen übrig.
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Während Bundeskanzler Karl Nehammer den Menschen in Österreich ans Herz legt, schlichtweg arbeiten zu gehen, um gegen die Armut im Land anzukommen, sorgen die Aussagen bei Wahl-Wiener Gerhard M. (56, Name von der Redaktion geändert*) für Kopfschütteln. Der ehemalige Bundesheerler bezeichnete sich früher noch als "stolzen Österreicher" und hisste an Staatsfeiertagen die rot-weiß-rote Fahne. Heute liegt sie zusammengerollt im Keller.
„"Herr Kanzler: Wo ist mein Job?"“
Der 56-jährige Aviatiker verlor vor Monaten seinen Arbeitsplatz in der Luftbranche und ist seitdem auf Jobsuche. Bei den Aussagen des Kanzlers stellen sich ihm die Nackenhaare auf: "Die Wortwahl vom Nehammer ist eine Frechheit und eine Watsche für die willigen Arbeitssuchenden. Ich habe 163 Bewerbungen abgeschickt! Ein Drittel der Unternehmen antwortet gar nicht, der Rest schickt reihenweise Absagen. Herr Kanzler: Wo ist mein Job?"
Der Wiener überlege mittlerweile, ob er nicht eine Feststellungsklage gegen den Bundeskanzler einbringen solle, damit er diese Worte nicht mehr anwenden kann: "Bei 23.440 Euro im Monat kann ich mit voller Hose auch gut stinken."
Um auf dem Arbeitsmarkt noch eine Chance zu haben, sah sich Gerhard gezwungen, Geld in die Hand zu nehmen und ein Studium im Ausland zu beginnen. Dieses muss er aus seiner eigenen Tasche bezahlen – für ein Stipendium ist er nämlich zu alt.
Dem nicht genug, stürzen den 56-Jährigen auch noch die Teuerungen in finanzielle Schieflage. Aktuell bekomme er vom AMS 1.600 Euro. Allein die Miete beträgt 1.100 Euro und die monatlichen Fixkosten belaufen sich auf 1.700 Euro. Wie es weiter gehen soll? Das weiß der 56-Jährige nicht, denn sein erspartes Geld schmelze dahin: "Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig."