Auto mit Kumpels gestohlen

17-Jähriger lacht Richter nach Urteil ins Gesicht

Mehrere Jugendliche kurvten mit einem gestohlenen Auto durch Graz und filmten sich dabei. Der jüngste Lenker war gerade einmal 13 Jahre alt.
André Wilding
24.08.2026, 09:33
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Die Videos auf ihren Handys wurden mehreren Jugendlichen in Graz schließlich selbst zum Verhängnis. Tagelang sollen sie mit einem gestohlenen Auto durch die Stadt gefahren sein. Dabei filmten sie ihre Fahrten und erzählten anderen davon. Einer der Lenker war erst 13 Jahre alt.

Aufgeflogen war die Sache, nachdem ein Schüler laut "Kleine Zeitung" damit geprahlt hatte, mit einem Auto unterwegs zu sein. Mitschüler wurden aufmerksam, schließlich bekam auch ein Lehrer davon Wind. Danach stellte sich heraus, dass mehrere Jugendliche mit dem entwendeten Pkw Spritztouren unternommen hatten.

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Der 13-Jährige ist noch strafunmündig und musste sich deshalb nicht vor Gericht verantworten. Fünf weitere Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren landeten hingegen vor dem Grazer Straflandesgericht. Es handelt sich um zwei Österreicher, zwei Russen und einen Syrer. Alle fünf waren bereits zumindest einmal vorbestraft, berichtet die Tageszeitung.

Eigene Videos werden zum Beweis

Besonders hilfreich für die Aufklärung waren ausgerechnet die Aufnahmen der Jugendlichen selbst. "Ich bin froh, Jugendstrafrichter zu sein. Denn alle von Ihnen haben ein Handy. Dadurch haben wir Videos, die schön zeigen, wer am Steuer gesessen ist", wird Richter Florian Kubin in der "Kleinen Zeitung" zitiert.

Ein 14-Jähriger blieb zunächst trotz der Videos bei seiner Darstellung. Erst nach einer Beratung mit seinem Anwalt, der ihm erklärte, ein Geständnis wäre "schon schlau", änderte er seine Haltung. Am Ende bekannten sich alle fünf schuldig.

Bei der Polizei hatten die Jugendlichen zuvor versucht, ihre Beteiligung herunterzuspielen. "Ich bin nur mitgefahren", lautete eine Erklärung laut der Tageszeitung. Ein anderer gab an: "Ich wusste nicht, dass das Auto gestohlen ist."

Auch die Behauptung, man sei davon ausgegangen, dass der Wagen dem Vater des 13-Jährigen gehöre, überzeugte den Richter nicht. "Diese Erklärung ist nicht ganz sauber", erklärte Kubin laut "Kleine Zeitung".

Schlüsselbund führte zum Auto

Ausgangspunkt der Spritztouren war ein gefundener Schlüsselbund. Der Bruder eines Angeklagten hatte diesen entdeckt. Daran befand sich auch die Funkfernbedienung für den später verwendeten Pkw.

Die Jugendlichen fanden den dazugehörigen Wagen, sperrten ihn auf und fuhren damit mehrfach durch Graz. Eine der Fahrten führte sie auch durch den Plabutschtunnel, berichtet die Tageszeitung.

17-Jähriger muss ins Gefängnis

Ein 17-jähriger Russe hatte sich zusätzlich wegen eines anderen Vorfalls zu verantworten. Nachdem ihm wegen Fahrerflucht ein Moped behördlich abgenommen, abgesperrt und verwahrt worden war, knackte er das Schloss und holte sich das Fahrzeug zurück.

Das Gericht sprach alle fünf Jugendlichen schuldig. Vier erhielten bedingte Strafen von zwei beziehungsweise drei Monaten. Der 17-Jährige muss sechs Monate unbedingt in Haft.

"Warum?", reagierte er laut "Kleine Zeitung" lachend auf die Entscheidung. Der Richter erklärte ihm den Grund: "Weil Sie aus Ihren bisherigen Verurteilungen nichts lernen. Sie kamen das letzte Mal aus der Haft - und begehen kurz darauf gleich sechs neue Delikte."

{title && {title} } wil, {title && {title} } 24.08.2026, 09:33