Einmal über die Grenze und plötzlich kostet der Liter Super 95 spürbar weniger. Genau das erlebte ein "Heute"-Leser bei einer Motorradtour durch die Slowakei. Der Preisunterschied lässt ihn fassungslos zurück.
Vor wenigen Tagen war der Motorradfahrer in Österreich und der Slowakei unterwegs. Die Preise an den Tankstellen hielt er mit seiner Kamera fest. Bei heimischen Diskontern kostete an diesem Tag Super 95 rund 1,91 Euro pro Liter. Bei Markentankstellen kratzte der Preis bereits an der Zwei-Euro-Marke.
Dann kam er nach Piešťany und traute seinen Augen kaum. Bei einer No-Name-Tankstelle kostete der Liter Super 95 dort 1,723 Euro. Das sind gegenüber den rund 1,91 Euro in Österreich knapp 19 Cent weniger.
Bei einer 50-Liter-Tankfüllung würde der Preisunterschied bereits 9,35 Euro ausmachen.
Doch es ging noch weiter. Auf seiner Tour stoppte der Leser auch bei einer "teuren" Autobahntankstelle im Großraum Bratislava. Und selbst dort war Super 95 günstiger als zuvor bei österreichischen Diskontern.

Auf der Preistafel standen 1,869 Euro pro Liter. Zum Vergleich: Bei den von ihm beobachteten Diskont-Tankstellen weit abseits der Autobahnen in Österreich waren es rund 1,91 Euro.
Dass ausgerechnet eine Autobahntankstelle in der Slowakei günstiger war als eine Billig-Tankstelle in Österreich, sorgt beim Leser für Kopfschütteln.
"Heute" fragte bei der OMV nach. Der Konzern verweist zunächst darauf, dass die Preise an österreichischen Tankstellen von mehreren Faktoren abhängen. "Der Verkaufspreis für Diesel und Benzin an österreichischen Tankstellen entsteht im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf einem internationalen, grenzüberschreitenden Markt. Die Preise für Benzin und Diesel hängen zudem nicht direkt von den Notierungen für Rohöl ab, sondern folgen Produktnotierungen von (insbesondere) Preisinformationsdiensten Platts und Argus. Im Rahmen der Mechanismen einer freien Marktwirtschaft hat eine Angebotsverknappung Auswirkungen auf die Preisgestaltung."
Auch die hohe Abhängigkeit von Importen spiele eine Rolle. Laut OMV werden rund 65 Prozent des österreichischen Dieselbedarfs durch Importe aus ausländischen Raffinerien gedeckt. Bei Benzin lag der Anteil 2024 bei rund 41 Prozent.
Für den konkreten Vergleich mit der Slowakei nennt die OMV einen weiteren entscheidenden Punkt: unterschiedliche gesetzliche Vorgaben und Abgaben: "Preisunterschiede zu Nachbarländern wie der Slowakei sind darüber hinaus nicht unmittelbar vergleichbar, da unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen und Besteuerungen gelten - so wird die CO2-Bepreisung etwa in Österreich erhoben, in der Slowakei hingegen nicht. Gerade in einem volatilen Marktumfeld wie dem aktuellen, können sich solche Unterschiede zeitweise verstärken und kurzfristig danach wieder deutlich geringer ausfallen."