Wien bekommt eine Ausstellung, die zeigt, wie aus einem umstrittenen Großprojekt ein echtes Stück Lebensgefühl wurde: Im Wien Museum dreht sich ab Donnerstag, 26. März, alles um die Donauinsel – 21 Kilometer Freiraum mitten in der Stadt.
Was heute als Badeparadies, Sportzone und Party-Hotspot gilt, begann ursprünglich als nüchtern geplantes Schutzprojekt. Zwischen 1972 und 1988 wurde die Insel gemeinsam mit der Neuen Donau errichtet, um Wien vor Hochwasser zu bewahren. Dass sich hier an heißen Sommertagen einmal über 200.000 Menschen tummeln würden, hatte beim Startschuss 1969 niemand auf dem Schirm.
Damals war das Projekt politisch hoch umstritten, Ideen wie Hochhäuser, ein Zentralbahnhof oder sogar ein Truppenübungsplatz standen im Raum – doch sie wurden verworfen. Stattdessen setzte sich mit dem Rückenwind der Umweltbewegung eine naturnahe Gestaltung durch.
Heute ist die Donauinsel ein echtes Multitalent: Sie schützt tausende Haushalte vor Überschwemmungen, sorgt für Abkühlung in der immer heißer werdenden Stadt und bietet gleichzeitig Raum für Erholung, Sport und Kultur. Vom entspannten Picknick bis zum Mega-Event wie dem Donauinselfest ist hier alles möglich.
Die Ausstellung im Wien Museum erzählt nun erstmals umfassend die Geschichte dieser außergewöhnlichen Insel: von den ersten Hochwasserschutzplänen über die konfliktreiche Bauphase bis hin zu ihrer heutigen Rolle als grüne Lebensader einer wachsenden Millionenstadt. Auch aktuelle Entwicklungen kommen nicht zu kurz – neue Badeplätze und Freizeitangebote machen die Insel laufend attraktiver und zeigen, dass sie sich ständig weiterentwickelt. Die Ausstellung geht bis 30. August 2026