Eine Aussage aus Favoriten zur Einsatzbereitschaft der Polizei sorgt aktuell für Diskussionen. Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) berichtete von Beschwerden aus der Bevölkerung über lange Wartezeiten nach Notrufen.
Im Gespräch mit "Wien heute" schilderte Franz die Rückmeldungen aus dem Bezirk so: "Wenn ich die Polizeinotrufnummer 133 wähle, innerhalb von 45 Minuten bekomme ich einen Anruf: 'Wir haben keine verfügbaren Einsatzkräfte'."
Die Wiener Polizei weist die Darstellung in dieser Form zurück und betont, dass Notrufe je nach Dringlichkeit bearbeitet werden. Dafür gibt es insgesamt sieben Prioritätsstufen. Fälle wie Bedrohungen mit Waffen oder Messerattacken haben die höchste Einstufung, während etwa Ruhestörungen deutlich weiter hinten gereiht werden.
Bei besonders dringenden Einsätzen sei die Reaktionszeit kurz. Laut Landespolizeidirektion benötigen die Beamten "bei Einsätzen mit höchster Prioritätsstufe rund 3,5 bis 4 Minuten vom Einlangen des Notrufes bis zum Eintreffen der Beamten an der Einsatzörtlichkeit".
Wie schnell die Polizei in einzelnen Bezirken vor Ort ist, wird nicht gesondert ausgewertet. Klar ist jedoch: In Wien insgesamt gab es im vergangenen Jahr 474.243 Einsätze.
Besonders stark ausgelastet sind laut Polizei mehrere Stadtpolizeikommanden, darunter auch Favoriten. "Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass das Stadtpolizeikommando 10 neben den Stadtpolizeikommanden 20 und 15 zu den einsatzstärksten zählt", heißt es dazu.