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256.600€! Dubioser Radweg sorgt in Hietzing für Ärger

In Wien-Hietzing wurde wochenlang ein neuer Radweg gebaut. Die Sinnhaftigkeit der Baumaßnahmen stellen nun die Anrainer in Frage. 

Maxim Zdziarski
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    Die Radweg-Gestaltung sorgt nicht unbedingt für Freude bei den Anrainern.
    Die Radweg-Gestaltung sorgt nicht unbedingt für Freude bei den Anrainern.
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    Mehrere Wochen lang war die Testarellogasse im 13. Wiener Gemeindebezirk aufgrund einer Baustelle komplett gesperrt. Autofahrer mussten auf die umliegenden Seitengassen ausweichen. Die Folge waren Staus und Hupkonzerte.

    Nun wurde klar, warum die Straße nicht befahrbar war: Es entstanden zwei (!) Radwege parallel zueinander – einer davon ist nur wenige Meter lang, engt die Fahrbahn drastisch ein und mündet schließlich mitten auf dem Fahrstreifen. Bedeutet: Radler müssen sich zwischen den Autos neu einordnen. 

    "Da waren wieder mal Experten mit der Planung beauftragt."

    Zudem gab es vor dem Umbau bereits einen markierten Radweg (siehe Fotostrecke) – dieser wurde nun um einige Meter verbreitert und mit mehreren tonnen Asphalt baulich angehoben. Dem nicht genug, wurden auch noch einige Parkplätze durch das Bauvorhaben liquidiert. Bei den Anrainern sorgt das naturgemäß für Ärger. "Da waren wieder mal Experten mit der Planung beauftragt. Mir kommen die Tränen", ärgert sich ein Wiener im "Heute"-Talk. 

    Radweg kostete 256.500 Euro

    "Heute" fragte bei Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP) nach, was es mit der fragwürdigen Neugestaltung auf sich hat. Bei der Neugetsaltung der Radwege beim Hietzinger Kai handle es sich um ein geplantes und durchgeführtes Projekt der MA 18 (Stadtentwicklung und Stadtplanung).

    "Die Trassenlegung wurden zentral von der MA 18 verordnet und durch die MA 28 durchgeführt", erklärt Kobald auf Anfrage. Laut ihr sind die Kosten des baulich abgetrennten Radweges "Hochsatzengasse", sowieso des Teilstücks in der Testarellogasse, mit 256.500 Euro beziffert. Für die Bezirksvorsteherin ist jedoch eines klar: "Wenn sich die Verkehrssituation als unpraktikabel herausstellt, muss unverzüglich nachgeschärft werden!“

    Kurzes Radwegstück soll Sicherheit erhöhen

    Eine Sprecherin der MA 18 erklärte die Notwendigkeit des Bauvorhabens: "Auf der Deutschordenstraße wurde ein neuer Schulcampus eröffnet. Im Vollbetrieb werden über 1.100 Kinder vor Ort zu Schule gehen." Daher mache es Sinn die Infrastruktur der Radwege zu verbessern. Das kurze Stück des Einrichtungs-Radwegs diene der "übersichtlicheren Verkehrsführung und damit einer höheren Verkehrssicherheit."

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