Deshalb hat der Kärntner Landesverband bereits die Reißleine gezogen, alle ausständigen Spiele bis zur Winterpause aufs Frühjahr verschoben. Ein Weg, den der Wiener Verband allerdings nicht geht.
Am Dienstagabend tagte der Vorstand. Dabei wurde beschlossen, die ausständigen Meisterschaftspartien sowie die dritte Runde des Landescups unter den gültigen Corona-Bestimmungen auszutragen. Betroffen ist das Wiener Unterhaus von der Stadtliga angefangen bis hin zu den Hobbyligen der DSG-Meisterschaften. Die Regionalliga Ost befindet sich bereits in der Winterpause. Einzig die Reserve- und U23-Meisterschaften wurden vorzeitig beendet, die Spiele ins Frühjahr verschoben. Ein Abbruch der Meisterschaft soll jedenfalls verhindert werden.
Damit gilt allerdings auch bei Fußballspielen eine 2G-Pflicht, müssen Fußballer und Fußballerinnen geimpft oder genesen sein. Sollte in den letzten Tagen der Erststich erfolgt sein, gilt bis zum 6. Dezember eine Übergangsfrist. In dieser Zeit kann ein negativer PCR-Test vorgelegt werden.
Dies gilt allerdings nicht für Trainer und Trainerinnen sowie Betreuer und Betreuerinnen, wenn diese über den Verein sozialversichert sind. Dann gelten sie als Angestellte. In diesem Fall greift die Arbeitpslatzregelung, ist in Wien beim Betreten der Sporteinrichtung 2,5G verpflichtend vorgeschrieben.
Kompliziert wird es allerdings für die Nachwuchskicker und -Kickerinnen. Denn der "Ninja Pass", der ohnehin in der Schule benötigt wird, gilt lediglich an Wochentagen, nicht allerdings für das komplette Wochenende. An diesen Tagen müssen auch Kinder von zwölf bis 15 Jahren ebenfalls negative PCR-Tests vorlegen.
Doch wer ist für die Kontrolle von 2G am Fußballplatz zuständig? "Sicher nicht die Schiedsrichter", erklärte der Wiener Fußball-Verband (WFV) auf "Heute"-Nachfrage. Stattdessen sei der Veranstalter in der Pflicht. Bei Spielen der Wiener Stadtliga müsste also der Heimverein neben den eigenen Kickern sämtliche Gegenspieler sowie auch die Schiedsrichter kontrollieren. Denn auch für die Unparteiischen gilt 2G. Die Klubs müssten wohl Ordner aufstellen. "Beim Betreten der Anlage muss der Nachweis kontrolliert werden", erklärte der Verband das Prozedere weiter.
Bei den Vereinen herrsche jedenfalls große Verunsicherung. Stündlich würde es Anfragen von Klubs geben. Vor allem in Bezug auf die Nachwuchsteams seien noch viele Fragen offen, hieß es weiter. Wenn der Liga-Betrieb am Wochenende unter den neuen Richtlinien weitergeht, soll Klarheit herrschen.
Der Plan des Wiener Landesverband ist jedenfalls bis Anfang Dezember ausgelegt. Je nach Vorgaben des Landes könne sich die Lage allerdings schnell wieder ändern. Die letzte Runde der Wiener Stadtliga wird vom 26. bis 28. November ausgetragen, Der Wiener Landescup ist schließlich am darauffolgenden Wochenende angesetzt. Was passiert, wenn ein Klub nicht ausreichend Spieler zusammenbringt, ist allerdings nicht geklärt...