Wienerin berichtet aus der Feuer-Hölle in der Türkei

Waldbrände in der Türkei bedrohen Urlaubsstrand
Waldbrände in der Türkei bedrohen UrlaubsstrandNews-Scout
An der türkischen Mittelmeerküste sind drei Menschen bei den Waldbränden ums Leben gekommen. Eine Wienerin berichtet über die Lage vor Ort.

Heftige Brände toben derzeit im Süden der Türkei. Besonders betroffen ist das Urlaubs-Paradies Antalya. Die Flammen bedrohen Wohnbezirke, mehrere Viertel wurden bereits evakuiert. Laut Mustafa Yigit, Landrat des Bzirks Manavgat, treiben Winde die Flammen in Richtung der Wohnbezirke. Mehrere Häuser wurden bereits zerstört. 

Feuer-Inferno tobt in türkischem Urlaubs-Paradies

Bei den tobenden Feuern in Antalya sollen drei Menschen getötet und 122 verletzt worden sein. 58 Menschen seien laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in Behandlung. Auch viele Tiere konnten den Flammen nicht entkommen. Zwischen Mittwoch und Donnerstag hat es insgesamt 41 Waldbrände in 13 Provinzen gegeben. 

Das Flammeninferno sieht derzeit Wienerin Barbara S. von ihrem Balkon. Die Pianistin lebt seit mittlerweile 27 Jahren in der Türkei. "Ich wohne in Belek, das ist etwa 40 Kilometer von Antalya entfernt. Die Rauchwolken ziehen bis über das Meer hinaus. Es schaut wirklich entsetzlich aus."

"Die Hilflosigkeit ist groß. Ich versuche den Leuten zu erklären, wie sie sich auf eine Evakuierung vorbereiten sollen."
Barbara S. lebt seit 27 Jahren in der Türkei
Barbara S. lebt seit 27 Jahren in der Türkeiprivat

Evakuierung via Facebook

Die Wienerin spielt am Flughafen für Reisende Klavier. Laut der Musikerin ist dort "die Hölle los." Trotz der Brände kommen  täglich Touristen und Touristinnen an. "Auch die Hotels sind ziemlich voll", so Barbara S. "Ich bin mit einigen, die sich hier niedergelassen haben im ständigen Austausch. Viele Auswanderer die hier leben, besonders viele Deutsche, haben nie Türkisch gelernt. Das ist jetzt natürlich ein Problem, denn die ganzen Ansagen, wann wer wo evakuiert wird, sind auf Türkisch."

Über Facebook-Gruppen tauscht sich Barbara S. nun mit Betroffenen aus. "Die Hilflosigkeit ist groß. Ich versuche den Leuten zu erklären, wie sie sich auf eine Evakuierung vorbereiten sollen." Laut den Behörden wurden 18 Dörfer und Bezirke in Antalya und 16 weitere Dörfer in den benachbarten Provinzen Adana und Mersin evakuiert. Touristen und Touristinnen seien jedoch nicht betroffen. "Urlauber dürfen noch ganz normal an den Strand. In den Hotels werden die Sonnenschirme aufgespannt, aber nicht, weil die Sonne scheint, sondern um sich vor der Asche zu schützen", erzählt Barbara S. 

Der Großteil der Brände sei laut Bekir Pakdemirli, Minister für Land- und Forstwirtschaft, gelöscht worden. 29 Hubschrauber und mehr als 1.800 Rettungskräfte waren bisher im Einsatz.

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