Die Suche nach der Ursache des Legionellenausbruchs in Linz dauert weiter an. Mittlerweile haben sich 32 Menschen mit den Bakterien infiziert, drei Betroffene sind gestorben.
Seit Wochen versuchen die Gesundheitsbehörden herauszufinden, wo sich die Erkrankten angesteckt haben. Inzwischen sind zwei mögliche Infektionsquellen bekannt. Ob eine davon tatsächlich für den Ausbruch verantwortlich ist, konnte bislang aber nicht geklärt werden.
Damit bleibt die entscheidende Frage offen: Woher stammen die Legionellen? Die Ermittlungen der Behörden laufen weiter. Infektiologe Helmut Salzer ordnet die aktuelle Lage am Sonntagabend in der "ZiB"-2 ein und spricht über den Legionellenausbruch.
Salzer sieht die Lage derzeit dennoch nicht als besonders angespannt. Aktuell würden noch drei Patienten im Kepler Universitätsklinikum (KUK) betreut, einer davon auf der Intensivstation. "Die Situation hat sich aus medizinischer Sicht entspannt", erklärte der Experte in der "ZIB 2".
Legionellen gelangen über feinste Wassertropfen in die Lunge. Laut Salzer könnten daher grundsätzlich alle Tätigkeiten, bei denen man mit Wasserdämpfen zu tun hat, eine Infektionsquelle darstellen. Aerosole könnten zudem in der Luft bleiben und vom Wind weitergetragen werden.
Für die Bevölkerung betont der Experte: "Das individuelle Risiko ist sehr gering." Treten allerdings Symptome auf, die auf eine Lungenentzündung hindeuten, sei ein Arztbesuch ratsam.
Legionellen können sich überall dort vermehren, wo warmes Wasser steht. Kühltürme seien eine bekannte Infektionsquelle. Der Großteil der jährlich rund 400 Infektionen in Österreich komme laut Salzer allerdings aus Haushalten. Ein Risiko könne etwa entstehen, wenn ein Boiler aus Energiespargründen nur noch auf 50 Grad erhitzt werde.
In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl der Nachweise verdreifacht. Als mögliche Gründe nennt Salzer unter anderem die alternde Bevölkerung und damit mehr Grunderkrankungen, die Menschen anfälliger für eine Infektion machen. Auch klimatische Veränderungen und mehr Klimaanlagen könnten eine Rolle spielen.
Ein Register für Kühltürme hält der Infektiologe daher für eine "sehr sinnvolle Maßnahme" zur präventiven Risikominimierung. Zudem müsse die Wartung von Kühltürmen gesetzlich verankert werden.